Global Sourcing

Lieferkettenmanagement für international tätige Unternehmen

Risiken globaler Lieferketten sind geopolitische Konflikte, Exportkontrollen, Sanktionen, Handelskriege und die Abhängigkeit von einzelnen Beschaffungsregionen. Unternehmen können ihre Widerstandsfähigkeit durch Diversifizierung, Multi-Sourcing, Nearshoring, Lagerbestände und professionelles Risikomanagement erhöhen. Die EU unterstützt diese Entwicklung mit diversen Instrumenten, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und die Resilienz europäischer Lieferketten zu stärken.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Teil der Corporate Social Responsibility (CSR). In diesem Zusammenhang gewinnt das Lieferkettenmanagement für international tätige Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Unternehmen, für die Begriffe wie Lieferkettenmanagement, fairer Umgang mit den Mitarbeitern oder nachhaltige Nutzung von Ressourcen und Rohstoffen Fremdworte sind, laufen schnell Gefahr, mit negativen Schlagzeilen konfrontiert zu werden. Ein Unternehmen, dessen Zulieferer elementare Standards verletzen, wird oft selbst Gegenstand der öffentlichen Kritik.

Geopolitische Verwundbarkeit globaler Lieferketten

Zentrale Probleme

Zentrale Probleme

Politische Konflikte und Kriege
Kriege, regionale Konflikte und politische Instabilität können Produktionsstandorte, Transportwege und die Energieversorgung beeinträchtigen. Beispiele sind der Russland-Ukraine-Krieg, Konflikte im Nahen Osten sowie Spannungen im Indopazifik. Diese Ereignisse führen häufig zu Lieferverzögerungen, steigenden Transportkosten und Rohstoffengpässen. 
 

Handelskriege und Protektionismus
Zölle, Handelsbarrieren und Exportbeschränkungen verändern globale Warenströme. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat gezeigt, wie politische Entscheidungen Lieferketten verteuern und Unternehmen zur Verlagerung ihrer Produktion zwingen können. 
 

Exportkontrollen
Ein aktuelles Beispiel sind chinesische Exportkontrollen für kritische Rohstoffe wie Gallium, Germanium, Graphit und Seltene Erden. Diese Materialien sind entscheidend für die Halbleiter-, Batterie- und Hightech-Industrie. 
Sanktionen und Embargos
Internationale Sanktionen können Märkte und Lieferanten kurzfristig unzugänglich machen. Die Sanktionen gegen Russland haben beispielsweise erhebliche Auswirkungen auf Energie-, Metall- und Düngemittelmärkte gehabt. 
 

Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern
Viele Branchen sind von wenigen Lieferländern abhängig. Besonders kritisch sind Seltene Erden aus China oder Halbleiter aus Taiwan.  
 

Kritische Transportwege
Störungen im Suezkanal, Angriffe im Roten Meer, politische Spannungen in der Taiwanstraße oder der Straße von Hormus können den weltweiten Warenverkehr erheblich beeinträchtigen. 
 

Informationen des Außenwirtschaftszentrum zu Global Sourcing
Lösungsansätze für Unternehmen

Lieferanten diversifizieren
Aufbau mehrerer Lieferanten in unterschiedlichen Ländern, um die Abhängigkeit von einzelnen Regionen zu reduzieren. 

Multi-Sourcing
Kritische Komponenten und Rohstoffe von mehreren qualifizierten Lieferanten beziehen, um Ausfälle besser kompensieren zu können. 

Nearshoring und Friendshoring
Verlagerung der Produktion in geografisch nähere oder politisch stabile Partnerländer. Beispiele sind Osteuropa, Vietnam oder Thailand. 

Strategische Lagerbestände
Anlage von Sicherheitsbeständen für kritische Rohstoffe und Komponenten, beispielsweise Seltene Erden oder Halbleiter. 

Digitale Transparenz
Einsatz von KI, Cloud-Lösungen und Echtzeit-Monitoring zur besseren Transparenz entlang der gesamten Lieferkette.

Geopolitisches Risikomanagement
Durchführung von Szenarioanalysen, Stresstests und Frühwarnsystemen zur frühzeitigen Identifikation von Risiken.

Alternative Transportwege
Ausweichrouten und alternative Logistiklösungen vorbereiten, um die Auswirkungen von Blockaden oder Konflikten zu reduzieren. 
 

EU-Hilfsmittel zur Stärkung der Lieferkettenresilienz

Critical Raw Materials Act (CRMA)
Ziel: Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern bei kritischen Rohstoffen.
European Critical Raw Materials Act - European Commission

European Chips Act
Ziel: Verringerung der europäischen Abhängigkeit von asiatischen Halbleiterherstellern.
European Chips Act | Die digitale Zukunft Europas gestalten

EU Energy and Raw Materials Platform (EU-Beschaffungstool)
Ziel: Gemeinsame Beschaffung strategischer Rohstoffe und Energieträger für europäische Unternehmen.
Neue EU-Plattform für Energie und Rohstoffe zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung der europäischen Industrie

Strategische Rohstoffpartnerschaften
Ziel: Aufbau alternativer Bezugsquellen außerhalb Chinas.
Strategische Projekte in Drittländern: EU sichert sich Zugang zu Rohstoffen und fördert die lokale Wertschöpfung - Vertretung in Deutschland

Single Market Emergency Instrument (SMEI)
Ziel: Krisenmanagement im EU-Binnenmarkt.
Gesetz zum Notstand und Resilienz des Binnenmarktes – Consilium

InvestEU
Ziel: Finanzierung strategischer Investitionen zur Stärkung europäischer Wertschöpfungsketten.
InvestEU - InvestEU - Europäische Union

Enterprise Europe Network (EEN)
Ziel: Unterstützung bei der Suche nach alternativen Lieferanten und Geschäftspartnern innerhalb Europas.
Enterprise Europe Network | Enterprise Europe Network

Anti-Coercion Instrument (ACI)
Ziel: Schutz der EU vor wirtschaftlichem Druck durch Drittstaaten.
Schutz vor Zwang – Handel und wirtschaftliche Sicherheit

 

Informationen aus anderen Fachbereichen zu relevanten Themen

Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz
Infos und Checkliste
EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten
Informationen zur EUDR
CO2-Grenzausgleichs-mechanismus (CBAM)
Informationen zu CBAM

Unternehmerische Verantwortung weltweit

Zwangsarbeitsverordnung

Verbote für Produkte aus Zwangsarbeit

Die Europäische Union wird die Einfuhr, Ausfuhr und das Inverkehrbringen von Produkten aus Zwangsarbeit auf dem EU-Binnenmarkt verbieten. Nach der neuen Zwangsarbeitsverordnung, die ab 2027 gültig wird, besteht nach Art. 3 ein Verbot, wonach Wirtschaftsakteure in Zwangsarbeit hergestellte Produkte weder auf dem Unionsmarkt in Verkehr bringen oder bereitstellen, noch solche Produkte ausführen dürfen. 

 

 

Informationen zur Zwangsarbeitsverordnung.
Green Deal

Neben dem LkSG sind eine Vielzahl von weiteren Regelungen u.a. im Rahmen des sogenannten Green Deals zu beachten. Die Europäische Kommission hat im Dezember 2019 mit dem "Green Deal" ein weitreichendes Programm für mehr Klima- und Umweltschutz in der EU vorgelegt. Der deutschen Wirtschaft ist Nachhaltigkeit ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Seit 2019 sind zahlreiche Gesetzte, Verordnungen und Richtlinien in Kraft getreten. Einen Überblick über die Regelungen des Green Deals verschafft eine interaktive Grafik des DIHK.

Man unterscheidet:

Regelungsinhalte:

  • Sorgfaltspflichten (Risikoanalyse, Präventions- und Abhilfemaßnahmen, ...)
  • Dokumentations - und Berichtspflichten (CSRD)
  • Einfuhr- und Ausfuhrvebote

Europäischen Lieferketten-Richtlinie:

  • CSDDD - Europäische Lieferketten-Richtlinie
  • Hinweis: Da es sich um eine Richtlinie handelt, gibt diese nur die Mindestanforderungen für die nationale Umsetzung vor. Die CSDDD muss zwei Jahre nach Inkrafttreten in nationales Recht umgesetzt werden. Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) federführend für die CSDDD.
Interaktive Grafik des DIHK

Letzte Aktualisierung 19.06.2026

Ansprechpartner

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Umweltfragen (Grundsatz)

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Bereichsleiter Energie und Umwelt
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Jacqueline Escher

M.Sc. Geographie
Referentin Umwelt und Energie
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Länder und Märkte (internationale)

Kurt Treumann

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Silvia Engels-Fasel

Assessorin jur.
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Würzburg

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