Infos für Azubis

Rechte und Pflichten während der Ausbildung

Vom Ausbildungsvertrag bis zur Zeugnisübergabe – während der Berufsausbildung haben beide Vertragspartner, der Ausbildungsbetrieb und Auszubildende, Pflichten zu erfüllen und können Rechte für sich in Anspruch nehmen.

Infos zum Urlaubsanspruch, zur Kündigung, Probezeit etc.

Pflichten des Ausbildenden (Ausbildungsbetrieb)
  • einen Ausbilder beauftragen
  • Ausbildungsmittel kostenlos zur Verfügung stellen
  • Freistellung zur Prüfung und Berufsschule
  • nur angemessene Tätigkeiten, die dem Ausbildungszweck dienen, übertragen
  • den Auszubildenden zum Führen eines Berichtsheftes anhalten
  • zusätzlich entstehen weitere Pflichten aus vertraglichen Gründen
Pflichten des Auszubildenden
Probezeit

Wichtiger Bestandteil des Ausbildungsvertrages ist die Probezeit. Sie kann zwischen ein und vier Monate betragen. Beide Seiten können in dieser Zeit herausfinden, ob sie sich richtig entschieden haben. Stimmen die Ansprüche nicht überein, können Betrieb und Auszubildender innerhalb der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen.

Urlaub

Das Gesetz legt hier nur die Mindestbestimmungen fest. Diese gelten für alle Betriebe, die nicht tariflich gebunden sind bzw. der Tarifvertrag nicht für allgemeinverbindlich erklärt wurde. Unterschieden wird bei der Festlegung des Urlaubs nach dem Alter des Auszubildenden. So erhält ein Auszubildender, wenn er zum Beginn des Kalenderjahres (also am 1.1.) noch nicht

  • 16 Jahre ist 30 Werktage bzw. 25 Arbeitstage
  • 17 Jahre ist 27 Werktage bzw. 23 Arbeitstage
  • 18 Jahre ist 25 Werktage bzw. 21 Arbeitstage

Urlaub im Jahr (Jugendarbeitsschutzgesetz). Erwachsene Auszubildende haben Anspruch auf Urlaub von mindestens 24 Werktagen bzw. 20 Arbeitstagen (Bundesurlaubsgesetz).
Der Unterschied zwischen Werk- und Arbeitstagen liegt darin, dass bei Werktagen für eine Woche 6 Tage Urlaub und bei Arbeitstagen 5 Tage abgezogen werden.

Kündigung des Ausbildungsvertrages

Die Voraussetzungen für eine Kündigung sind gesetzlich festgelegt. Nach der Probezeit kann aufgrund von schwerwiegenden Vorfällen fristlos gekündigt werden. Schwerwiegende Gründe, die schon länger als zwei Wochen bekannt sind, können kein Anlass zur Kündigung sein.

Der Auszubildende kann außerdem kündigen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder eine andere Berufsausbildung ergreifen will. Hier gilt jedoch eine Kündigungsfrist von vier Wochen.

Eine Auflösung des Ausbildungsvertrages ist, vorausgesetzt alle Vertragspartner stimmen zu, jederzeit möglich.

Jede Kündigung oder Auflösung im gegenseitigen Einvernehmen muss schriftlich und bei einer Kündigung nach der Probezeit unter Angabe der Gründe erfolgen.

Ein registrierter Berufsausbildungsvertrag wurde gekündigt?
Damit ein Berufsausbildungsvertrag aus dem Verzeichnis der Berufsausbildungsverträge gelöscht werden kann, benötigen wir das Kündigungsschreiben oder den geschlossenen Auflösungsvertrag in Kopie. Wichtig ist, dass uns die Auflösung schnellstmöglich mitgeteilt wird, da in den meisten Fällen der Betrieb die anteilig angefallen Kosten für die Ausbildung wieder gutgeschrieben bekommt. Bei jugendlichen Auszubildenden sind auch die Erziehungsberechtigten über die Kündigung zu informieren bzw. müssen den Auflösungsvertrag unterschreiben.

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