Sie wollen sich selbstständig machen und ein Unternehmen gründen?

#GemeinsamFürMainfranken

Wir helfen Ihnen auf Ihrem Weg in die Selbstständigkeit

Gründer und Start-ups

Wir bieten Ihnen Expertise und Know-how auf allen Gebieten rund um das Thema Existenzgründung - egal ob gesetzliche Bestimmungen, die Navigation durch den Förderdschungel oder die Erstellung des Businessplans. Wir beraten Sie gerne.

Gründungsvoraussetzungen und Überlegungen

Gründerperson

Überlegungen für den Weg in die Selbständigkeit

Als Existenzgründer stehen Sie mit Ihrer gesamten Persönlichkeit im Mittelpunkt Ihrer Unternehmung. Von Ihren Fähigkeiten hängt in der Regel der Erfolg des Betriebes ab. Die Anforderungen, die das eigene Unternehmen an Sie stellt, sind hoch:

  • Fachkenntnisse und Berufserfahrung
  • Kaufmännisches Wissen
  • Unternehmerisches Denken


Sie sollten selbstkritisch Ihre Persönlichkeit auf jene Eigenschaften prüfen, die Ihnen helfen, sich im eigenen Unternehmen und am Markt gegenüber Wettbewerbern durchzusetzen:

  • Managementfähigkeiten (Organisationstalent)
  • Kreativität
  • Einsatzbereitschaft
  • Flexibilität
  • Kontaktfähigkeit
  • Überzeugungs- und Entscheidungskraft
  • Belastbarkeit und Stehvermögen
  • Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen

 

Gründungsleitfaden der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt

Als Gründungspersönlichkeit sollten Sie wissen was Sie von innen heraus antreibt, um im Außen Ihre Idee mit ausreichend Drive auf die Straße zu bringen. Der GRÜNDUNGS:leitfaden Part#1 ist ein interaktives Workbook, mit dessen Hilfe Sie sowohl Ihre Purpose als auch Ihre Persönlichkeit erkennen, erforschen und entfalten können.

Jetzt kostenfrei das Workbook herunterladen und ausfüllen. 

 

 

Selbständige Erwerbstätigkeit von Ausländen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland - § 21 AufenthG 

Grundsätzlich besteht für Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie der EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) Freizügigkeit, d.h. Wohn- und Arbeitsortverlegung in die Bundesrepublik Deutschland bedürfen keines gesonderten Aufenthaltstitels (es bestehen jedoch einwohnerrechtlichte Meldepflichten).

Weitere Informationen zum § 21 AufentHG 

Hilfreiche Broschüre "Starthilfe"
Gewerbeanmeldung

Was muss beachtet werden?

Jedes stehende Gewerbe müssen Sie bei der für den Betriebssitz zuständigen Gemeinde/Stadt gewerberechtlich anmelden. In elektronischer Form werden regelmäßig die weiteren Stellen wie das Finanzamt, die IHK, die HWK, die Berufsgenossenschaft etc. informiert.

Achten Sie bitte darauf, dass die öffentlichen Stellen benachrichtigt werden. Wenn Sie annehmen, dass eine Behörde wie beispielsweise das Finanzamt keinen Durchschlag der Gewerbeanmeldung erhalten hat, sind Sie dazu verpflichtet, dieses zu benachrichtigen.

Wer neben dem stehenden Gewerbe ein Reisegewerbe (Vertrieb ohne vorhergehende Bestellung) betreiben will, benötigt von der unteren Verwaltungsbehörde (Landratsamt/Stadt) zusätzlich eine Reisegewerbekart

 

Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit beim Finanzamt

Steuerlicher Erfassungsbogen

Wichtige Änderungen für Existenzgründer

ab 1. Januar 2021 Existenzgründer müssen dem zuständigen Finanzamt innerhalb eines Monats nach Eröffnung eines gewerblichen Betriebes oder Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit weitere Auskünfte über die für die Besteuerung erheblichen rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse erteilen (§ 138 Absatz 1b Satz 1 und Absatz 4 AO) – Stichwort steuerlicher Erfassungsbogen.

Abgefragt werden hier z. B. der voraussichtliche Umsatz und der erwartete Gewinn. Weiterhin möchte das Finanzamt gern wissen, wie Sie Ihren Gewinn ermitteln und Ihre Umsätze besteuern möchten. Deshalb sollte das Thema "Steuern" bereits vor dem eigentlichen Unternehmensstart auf der Prioritätenliste mit ganz oben stehen.

Diese Auskünfte sind seit dem 01.01.2021 in folgenden Fällen nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über die amtlich bestimmte Schnittstelle zu übermitteln (§ 138 Absatz 1b Satz 2 AO): Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit (Einzelunternehmen); Gründung einer Personengesellschaft/-gemeinschaft; Gründung einer Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft.

Für die elektronische authentifizierte Übermittlung steht grundsätzlich das Internetportal Mein ELSTER zur Verfügung. Der Registrierungsvorgang kann bis zu zwei Wochen dauern.

Ausführliche Informationen finden Sie hier auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Steuern.

 

IHK Würzburg-Schweinfurt als Einheitlicher Ansprechpartner

Dienstleister können im Anwendungsbereich der Dienstleistungsrichtlinie Verfahren und Formalitäten, die für die Aufnahme und Ausübung der Dienstleistungstätigkeit erforderlich sind, über einen Einheitlichen Ansprechpartner (EAP) abwickeln. Dieser informiert über die notwendigen Formalitäten und nimmt auf Wunsch des Dienstleisters die Funktion eines Verfahrensmittlers wahr. 
Der Einheitliche Ansprechpartner stellt Grundinformationen für Dienstleistungserbringer und -empfänger zur Verfügung, z.B. zu: 
Anforderungen, Verfahren und Formalitäten für die Aufnahme und Ausübung von Dienstleitungstätigkeiten Kontaktdaten der zuständigen Behörden im Streitfall allgemein verfügbare Rechtsbehelfe unterstützende Verbände und Organisationen. Der Dienstleister kann über den Einheitlichen Ansprechpartner Verfahren und Formalitäten im Anwendungsbereich der Dienstleistungsrichtlinie abwickeln. Hierzu zählen Erklärungen, Anmeldungen und die Beantragung von Genehmigungen bei den zuständigen Behörden, einschließlich der Beantragung der Eintragung in Register, Berufsrollen oder Datenbanken.
Der Einheitliche Ansprechpartner unterstützt die Dienstleister über die Gründungsphase hinaus bei dienstleistungsbezogenen Genehmigungsverfahren. Er nimmt die gesamte Verfahrenskorrespondenz entgegen und leitet sie sowohl in Richtung der zuständigen Behörde als auch in Richtung des Antragstellers weiter.

zum Formular-Management-System
Fachliche Voraussetzungen

Was müssen Sie nachweisen?

Für die Gewerbeanmeldung müssen Sie bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllen. So müssen Sie zum Beispiel für verschiedene Branchen unterschiedliche Sachkenntnisse nachweisen.

Handwerk

Zu dem Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerksunternehmens nach Anlage A der Handwerksordnung wird ein Meister benötigt. Für zulassungsfreie Handwerksunternehmen (Anlage B 1) und handwerksähnliche Unternehmen (Anlage B 2) ist eine Qualifikation nicht vorgeschrieben.

Eine Aufstellung der Berufe in den drei Kategorien finden Sie auf der Homepage der HWK Unterfranken.

Freiberufliche Tätigkeit

Freiberufler melden sich nicht gewerberechtlich bei der Gemeinde/Stadt an. Sie sind verpflichtet, ihre Tätigkeit selbst bei einzelnen Stellen (wie beim Finanzamt) anzuzeigen. Der Freiberufler darf nicht mit dem „freien Mitarbeiter“ verwechselt werden. Ein „freier Mitarbeiter“ kann ein Gewerbetreibender sein, z. B. ein Handelsvertreter.

Zu den freiberuflichen Tätigkeiten gehören u.a.

  • Heilberufe
  • Künstler
  • unterrichtende oder wissenschaftliche Tätigkeit
  • Steuerberater
  • Rechtsanwälte
  • Journalisten
  • Übersetzer
  • Ingenieurbüros
  • Architekten
  • beratende Betriebswirte

Ihr Vorteil: Sie werden nicht zur Gewerbesteuer veranlagt und können eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung (keine Bilanzierung) führen.

Erlaubnis / Genehmigung

Für bestimmte Geschäftszweige müssen Sie neben der Gewerbeanmeldung noch eine Erlaubnis oder Genehmigung beantragen z. B.

Zahlreiche Erlaubnisse/Genehmigungen benötigen keinen besonderen Fachkundenachweis wie beispielsweise Immobilienmakler, Bauträger, Kapitalanlagevermittler, Baubetreuer, Darlehensvermittler. Es müssen nur die Zuverlässigkeit und eine geordnete Vermögenslage nachgewiesen werden.

Gerne informieren wir Sie, ob Sie für Ihre geplante Branche eine Erlaubnis / Genehmigung nachweisen müssen.

Unser Service rund um die Gewerbeerlaubnis
Gewerbliche Schutzrechte

Patente & Co.

Die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt versteht sich als Anlaufstelle für Auskünfte, Recherchen und Beratungen zu gewerblichen Schutzrechten, Innovationsberatung für kleine und mittlere Unternehmen sowie junge Hightech-Firmen, zur Förderung des Technologietransfers und zur Förderung der Innovationskraft in der mainfränkischen Wirtschaft.

Weitere Informationen
Sonstige Vorschriften

Raum- und Produktbezogenen Vorschriften

Bei der Gewerbeanmeldung gibt es eine Reihe von Vorschriften zu beachten. So müssen Ihre Geschäftsräume und Produkte unter Umständen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.

Vorschriften über Geschäftsräume

Nicht jede Wohnung oder sonstigen Raum können Sie ohne weiteres in einen Geschäftsraum umfunktionieren. Abgesehen von der Zustimmung des Vermieters ist in bestimmten Gebieten eine Umnutzung von Wohnraum nur mit Genehmigung der Kreisverwaltungsbehörde/Kommune möglich, es sei denn, es werden weniger als 50 % der Wohnfläche gewerblich / freiberuflich genutzt. 

Die Baunutzungsverordnung schreibt vor, dass in bestimmten Gebieten, z. B. reinen Wohngebieten, gewerbliche Betriebe nicht oder nur in bestimmtem Umfang zulässig sind. Emissionen von Lärm, Rauch und Geruch sind auf bestimmte Gebiete beschränkt. Die beabsichtigte Nutzungsänderung ist unter Umständen genehmigungspflichtig nach der Bayerischen Bauordnung. 

Werden Arbeitnehmer beschäftigt, so sind die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung zu beachten. Für Betriebe des Lebensmittelgewerbes gelten Hygienevorschriften. 

Vor Beginn von Umbaumaßnahmen und Nutzungsänderungen sollten Sie deshalb unbedingt Auskünfte bei der Baubehörde, beim Gewerbeamt, dem Gewerbeaufsichtsamt und der Berufsgenossenschaft einholen, ggf. in der Form eines schriftlichen Vorbescheids.

Vorschriften über Produkte

Für die Herstellung und den Verkauf vieler Produkte bestehen gesetzliche Regelungen. Wesentlich sind 

  • die lebensmittelrechtlichen Vorschriften - z. B. das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz, die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, die Hygieneverordnung
  • das Eichgesetz samt Fertigpackungsverordnung
  • das Textilkennzeichnungsgesetz
  • das Gesetz über technische Arbeitsmittel, das z. B. auch für Haushaltsgeräte, Heimwerkermaschinen und Spielsachen gilt
  • die Verordnung über kosmetische Mittel
  • das Arzneimittelgesetz
  • die Versicherungsvermittlerrichtlinie
  • die DIN-Normen u. a.
Mehr zum Thema Produktsicherheit und -kennzeichnung
Firmenname

Prüfung durch IHK und Registergericht

Bevor Sie Ihren Firmennamen in das Handelsregister eintragen, empfiehlt es sich zu prüfen, ob er nach den amtlichen Handelsregistereintragungen in Deutschland bereits existiert. Dadurch lassen sich Abmahnungen wegen Firmengleichheit vermeiden.

Bei beabsichtigter oder zwingend vorgeschriebenen Eintragung ins Handelsregister empfehlen wir die rechtliche Zulässigkeit der Firma nach HGB vorab bei der örtlich zuständigen IHK prüfen zu lassen. Die Prüfung dauert in der Regel drei bis fünf Werktage.

Im Übrigen empfehlen wir, ältere Namensrechte und einen eventuell bestehenden Markenschutz vorab selbst zu recherchieren, um Unterlassungsansprüchen anderer Unternehmen vorzubeugen.

Überprüfen Sie also bitte auch, ob Unternehmen mit dem gleichen Namen ohne Handelsregistereintrag und Markenschutz bereits existieren. Derjenige, der den Namen zuerst geführt hat, hat auch das ältere und somit stärkere Recht. Eine Suche über allgemeine Suchmaschinen im Internet oder ggf. im Telefonbuch ist dringend zu empfehlen!

Firmenvoranfrage – unser neuer Onlineservice:

Beantragen Sie hier Ihre Firmenprüfung

Der Businessplan

Wie erstellen Sie ihr Geschäftskonzept?

Der Businessplan ist das Herzstück Ihrer unternehmerischen Gründungsplanung. Er liefert die Grundlage für die Entscheidung darüber, ob es überhaupt ratsam ist, die geplante Geschäftsübernahme oder –neugründung in Angriff zu nehmen. Der Plan prüft die wirtschaftliche Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee.

Erstellen Sie Ihren Businessplan
Haben Sie schon Ihre Rechtsform gewählt?

Bei der Wahl der Rechtsform sollten Sie die persönlichen, steuerlichen, betriebswirtschaftlichen und gesellschaftsrechtlichen Kriterien genau abwägen. Durch Hinzunahme eines Partners können Sie unter Umständen Ihre Eigenkapitalbasis verbessern oder eine zuverlässige Arbeitskraft gewinnen. Die Beteiligung von Familienangehörigen kann sich steuerlich günstig auswirken.

Prüfen Sie aber, ob Ihr Vorhaben mehreren Gesellschaftern auch tatsächlich eine Existenz bietet und vor allem auch, ob Ihr Partner auf Dauer zu Ihnen passt.

Weitere Informationen zu Rechtsformen
Haben Sie sich schon über die Finanzierung Gedanken gemacht?

Der Bund und der Freistaat Bayern fördern die Gründung einer selbstständigen gewerblichen Existenz durch eine Reihe von öffentlichen Finanzierungshilfen. Durch zinsgünstige Darlehen, öffentliche Bürgschaften, teilweise mit Haftungsfreistellung, Kapitalbeteiligungen und ähnlichen Maßnahmen wird der Start in die Selbstständigkeit finanziell erleichtert.

Informieren Sie sich hier über Finanzierungsmöglichkeiten

Versicherungen, Buchführung und Einstellung von Arbeitnehmern

Betriebliche Versicherungen

Ihrem jungen Unternehmen drohen Risiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Haftpflichtansprüche Dritter, Feuerschäden und vieles mehr können Neugründungen gefährden. Eine Absicherung gegen alle betrieblichen Risiken dürfte aus Kostengründen jedoch kaum möglich und in der Regel auch nicht sinnvoll sein.

Wie ein optimaler Versicherungsschutz für Sie aussehen soll, hängt von Ihren persönlichen und betrieblichen Gegebenheiten ab. 

Weitere Informationen
Buchführungspflicht

Um den Gewinn zu ermitteln sind gesetzlich entweder die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder die Bilanzierung / doppelte Buchführung vorgesehen.

Weitere Informationen
Einstellung von Arbeitnehmern

Existenzgründer können selbstverständlich Arbeitnehmer einstellen. Informieren Sie sich vorab über Arbeits- und Tarifverträge, wichtige Unterlagen etc..

Weitere Informationen

Gründen im Nebenerwerb

Wie gründen Sie nebenbei ein Unternehmen?

Oft fängt eine unternehmerische Selbstständigkeit klein an. Aus persönlichen Interessen und Hobbies wird ein kleiner Verdienst. Dann stellt sich die Frage: "Muss ich das anmelden?" oder "Wie schreibe ich eigentlich Rechnungen?".

Dieses Video-Tutorial gibt Ihnen einen Einblick in die Fragen rund um die Selbstständigkeit im Nebenerwerb.

Zum Video-Tutorial

Nebenberuflich selbständig machen

Gewerbeanmeldung

Was ist bei der Anmeldung zu beachten?

Eine Gewerbeanmeldung ist für hauptberuflich Selbstständige wie auch für Selbstständige im Nebenerwerb erforderlich.

Um sich nebenberuflich selbstständig zu machen, gelten folgende neuen Regeln:

  • Mit Wirkung des 1. Januar 2021 ändert sich das Verfahren der Gewerbeanmeldung.
    Ab diesem Zeitpunkt ist dem zuständigen Finanzamt die Aufnahme einer land- und forstwirtschaftlichen, gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit durch Steuerpflichtige oder deren steuerliche Beraterinnen aktiv und ohne vorherige Aufforderung durch Abgabe eines Fragebogens zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats nach Neugründung auf elektronischem Weg mitzuteilen.
  • Dies kann z.B. über „Mein ELSTER - das Online-Finanzamt" erfolgen. Mein ELSTER – das Online-Finanzamt ermöglicht es, Steuerdaten papierlos und kostenlos sowie zeit- und ortsunabhängig an die Finanzverwaltung zu
    übersenden. Zur Nutzung von „Mein ELSTER" ist bei erstmaliger Anmeldung ein Registrierungsprozess anzustoßen, der mit einem sicheren und individuellen ELSTER-Zertifikat abschließt.
  • Sollten UnternehmensgründerInnen bereits über ein ELSTER-Zertifikat verfügen, so können sie dieses auch zur Abgabe des hier in Rede stehenden Fragebogens zur steuerlichen Erfassung nutzen. Haben die UnternehmensgründerInnen dagegen noch kein ELSTER-Zertifikat, besteht eine weitere Möglichkeit der zeitnahen elektronischen Übersendung des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung über das ELSTER-Portal. Mittels des sogenannten „ELSTER-Light-Zertifikats" werden hierzu lediglich E-Mail und Passwort benötigt. Zudem besteht die Möglichkeit das Light-Zertifikat im Nachgang in ein vollwertiges ELSTER-Zertifikat umzuwandeln. Die Anmeldung können Sie vornehmen unter www.elster.de

Prüfen Sie zudem vor der Anmeldung ob Ihre auszuübende Tätigkeit bestimmten Voraussetzungen unterliegt, z. B. erlaubnis-, genehmigungs-, Meisterpflicht.

Nebenberuflich selbstständig mit Teilzeitjob

Die Kombination aus einer hauptberuflichen Tätigkeit in Teilzeit und einer selbstständigen Nebentätigkeit ist nicht selten. Allerdings sind die Einnahmen im Hauptberuf meist niedrig und die Anzahl der geleisteten Stunden gering. Damit Sie keine bösen Überraschungen erleben und Krankenkassenbeiträge nachzahlen müssen, sollten Sie bei der Krankenkasse, wenn Sie gesetzlich versichert sind, ein Statusfeststellungsverfahren beantragen. Es ist durchaus möglich, dass die gesetzliche Krankenversicherung in diesem Fall entscheidet, dass Sie nicht nebenberuflich selbstständig sind und Sie in diesem Fall sowohl für Ihre abhängige Beschäftigung und die Selbstständigkeit Beiträge entrichten müssen.

Vor- und Nachteile

Vor- und Nachteile

Nebenberuflich selbstständig zu sein hat diese Vorteile:

  • Das geregelte Einkommen aus dem Hauptjob über den Arbeitgeber verschafft Sicherheit und nimmt den Erfolgsdruck.
  • Sie haben die Möglichkeit, Ihre Geschäftsidee in Ruhe zu testen und erst später in eine hauptberufliche Selbstständigkeit zu überführen.
  • Durch das regelmäßige Einkommen ist die Finanzierung Ihrer nebenberuflichen Selbstständigkeit individuell steuerbar, das minimiert das finanzielle Ausfall-(Risiko) .
  • Im Vergleich zur Vollerwerbsgründung können Sie sich mehr Zeit mit der Entwicklung lassen, insgesamt weniger Stunden investieren und sich Auszeiten nehmen, wenn Sie nebenberuflich selbstständig sind.
  • Eine nebenberuflich selbstständige Tätigkeit lässt sich zum Haupterwerb ausbauen, u. a für den Fall, dass Sie arbeitslos werden.
  • Wenn Sie erfolgreich nebenberuflich selbstständig sind, erhöhen Sie Ihr Gesamteinkommen.

Nebenberuflich selbstständig zu sein hat allerdings auch Nachteile:

  • Ein Unternehmen im Nebenerwerb zusätzlich zum Hauptjob erfordert viel Energie und ZeitFamilie und Freizeitgestaltung müssen deutlich zurückstehen.
  • Überlegen Sie gründlich, ob Ihre freie Zeit sowie Ihre Kraft ausreichen, um erfolgreich nebenberuflich selbstständig zu sein.
  • Insgesamt können Sie deutlich weniger Zeit in Ihr Unternehmen stecken als hauptberufliche Gründer.
  • Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten bewerten eine Selbstständigkeit im Nebenerwerb oft negativ. Sie vermuten mangelndes Engagement und fehlende Professionalität.
  • Die Hauptbeschäftigung schränkt Sie bei der Zeiteinteilung ein. Sie können weniger gut auf Spitzenbelastungen und Kundenwünsche reagieren.
  • Scheitert der Traum, nebenberuflich selbstständig zu sein, arbeiten Sie eventuell entstandene Schulden mit Ihrem Gehalt ab oder verwerten Ihr Vermögen.

Tipp: Die Art, wie Sie nebenberuflich selbstständig sein möchten, hat einen großen Einfluss auf den Erfolg. Eine Beratungstätigkeit oder ein Steuerbüro sind leichter neben dem Hauptberuf zu führen als beispielsweise ein Ladengeschäft.

Arbeitgeber informieren

Muss der Arbeitgeber informiert werden, wenn Sie ‎sich nebenberuflich selbstständig machen?‎

Angestellte Arbeitnehmer sollten den Arbeitgeber über die geplante nebenberufliche Selbstständigkeit informieren. Das ist, selbst wenn der Arbeitsvertrag etwas anderes behauptet, eine reine Formsache, solange Sie sich an die Regeln halten:

  • Sie machen Ihrem Arbeitgeber keine Konkurrenz.
  • Ihre hauptberufliche Tätigkeit leidet nicht unter der Nebentätigkeit: Sie erscheinen weiter zuverlässig zur Arbeit, sind nicht übermüdet und bleiben engagiert und leistungsfähig.
  • Sie greifen nicht auf Mittel oder Daten Ihres Arbeitgebers zurück.

 

Nebenberuflich selbstständig als Beamter

Beamte haben einen Sonderstatus, da sie kein Arbeitsverhältnis eingehen, sondern in einem Dienst- und Treueverhältnis zu ihrem Dienstherrn stehen. Daher gelten für Beamte andere Spielregeln.

Beamte können nur nebenberuflich selbstständig sein, wenn folgende Grundregeln eingehalten werden:

  • Die wöchentliche Arbeitszeit für die nebenberufliche Selbstständigkeit darf maximal ein Fünftel der Dienstzeit betragen. Wer beispielsweise 40 Stunden im Finanzamt arbeitet, darf pro Woche maximal acht Stunden in seine Selbstständigkeit investieren
  • Außerdem dürfen die Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit nur maximal 40 % des jährlichen Endgrundgehalts betragen

Dazu kommt, dass Beamte den Dienstherrn nicht nur informieren müssen, wenn sie sich nebenberuflich selbstständig machen – sie sind verpflichtet, das Vorhaben genehmigen zu lassen. Die Genehmigung wird ausschließlich dann erteiltwenn die Selbstständigkeit dienstliche Interessen nicht beeinträchtigtund ist zudem auf längstens fünf Jahre befristet.

Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn die selbstständige Tätigkeit:

  • die Arbeitskraft so stark in Anspruch nimmt, dass dienstliche Interessen leiden
  • den Beamten in Widerstreit mit dienstlichen Pflichten bringt
  • Angelegenheiten umfasst, in denen die Behörde, zu der der Beamte gehört, tätig werden könnte
  • die Unparteilichkeit oder die Unbefangenheit des Beamten beeinflussen könnte
  • zu einer Einschränkung der dienstlichen Verwendbarkeit des Beamten führen könnte
  • dem Ansehen der Behörde schadet

Das Bundesbeamtengesetz regelt in den Paragrafen 97 bis 106 alles um die nebenberuflichen Tätigkeiten von Beamten. Unsere Ausführungen zur Sozialversicherung im Anschluss beziehen sich auf die aktuell gesetzlich versicherten Arbeitnehmer.

 

Fördert der Staat die nebenberufliche ‎Selbstständigkeit mit Zuschüssen und Fördermitteln?‎

Während hauptberuflich Gründende viele Fördermittel und Zuschüsse erhalten können, ist die Auswahl deutlich geringer, wenn Sie sich nebenberuflich selbstständig machen. Einige Gründerkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können auch nebenberufliche Gründer in Anspruch nehmen, wenn auf Dauer die hauptberufliche Selbstständigkeit angestrebt wird. Nebenberufliche Gründer sollten den Kapitalbedarf nicht unterschätzen und genau prüfen, ob sie Fördermittel vom Staat, dem Land oder der eigenen Gemeinde erhalten können.

Steuern und Versicherungen

Steuern und Versicherungen

Die nebenberufliche Selbstständigkeit ändert nicht so viel wie die hauptberufliche Tätigkeit als eigener Chef. Dennoch gibt es einiges zu beachten.

Steuern bei nebenberuflicher Selbstständigkeit

Das Einkommen aus Ihrer nebenberuflichen Selbstständigkeit unterliegt ebenso wie Ihr reguläres Arbeitseinkommen der Einkommensteuerpflicht. Legen Sie zur Sicherheit circa 30 % des Gewinns für die Steuerzahlungen zurück, so werden Sie nicht von unerwartet hohen Nachzahlungen überrascht.

Umsatzsteuer

Wenn Sie Mehrwertsteuer ausweisen, ist eine regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt notwendig, die Gründer in den ersten beiden Betriebsjahren in der Regel monatlich abgeben müssen. Von der eingenommenen Mehrwertsteuer dürfen Sie den Vorsteuerabzug vornehmen, d. h. Sie ziehen die von Ihnen bezahlte „Mehrwerteuer“ ab, den Restbetrag erhält das Finanzamt als Umsatzsteuer.

Kleinunternehmerregelung

Um Gründer und kleine Unternehmen zu entlasten, bietet der Staat auf Antrag die Kleinunternehmerregelung an. Sofern Sie im Vorjahr weniger als 22.000 Euro und im aktuellen Jahr weniger als 50.000 Euro Umsatz erwirtschaften, dürfen Sie diese Regelung nutzen. Sie stellen Ihren Kunden dann keine Mehrwertsteuer in Rechnung und nehmen im Gegenzug auch keinen Vorsteuerabzug vor. Wenn Sie sich nebenberuflich selbstständig machen und die zu erwartenden Umsätze überschaubar sind, kann sich die Kleinunternehmerregelung anbieten. Da die Wahl der Kleinunternehmerregelung an verschieden Aspekten abhängig gemacht werden kann, empfiehlt es sich hierzu im Vorfeld entsprechend zu informieren.

Sozialversicherungspflicht

Wenn Arbeitszeit und Einkommen die Grenzwerte nicht überschreiten, finanzieren Sie in der Regel als nebenberuflich Selbstständiger die gesetzliche Krankenversicherung über den Hauptjob. Weitere Beiträge fallen nicht an.

Überwiegt die selbstständige Tätigkeit, sind Sie nicht mehr nebenberuflich selbstständig. In diesem Fall müssen Sie sich freiwillig gesetzlich krankenversichern.

Tipp: Sind Sie unsicher, lassen Sie von Ihrer Krankenkasse ein Statusfeststellungsverfahren durchführen.

Zudem sollten Sie die aufzunehmende Tätigkeit hinsichtlich einer Rentenversicherungspflicht überprüfen. Es gibt Tätigkeiten, welche eine Rentenversicherungspflicht, auch in der selbstständigen Nebentätigkeit, auslösen.

Hinweis: Das gilt z. B. für Lehrer, Trainer oder Pysiotherapeuthen. Lassen Sie sich fachkundig z. B. durch die Rentenversicherung beraten.

Prüfen Sie bitte zudem, ob Ihre Selbständigkeit einer Beitragspflicht in einer der Berufsgenossenschaften unterliegt (www.dguv.de)

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