IHK-Konjunkturanalyse Frühjahr 2020

Corona-Pandemie trifft mainfränkische Wirtschaft mit voller Wucht

Die mainfränkische Wirtschaft zeigt sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie schwer gezeichnet. Das Geschäftsklima ist binnen weniger Wochen dramatisch abgestürzt und verfehlt seinen historischen Tiefststand während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 nur knapp. Zudem sind die Aussichten auf die kommenden Monate von Pessimismus geprägt. Dies sind wesentliche Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage, an der sich im Befragungszeitraum Anfang Mai rund 300 mainfränkische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft beteiligt haben. 

Während zu Jahresbeginn noch eine leichte Aufwärtsbewegung des IHK-Konjunkturklimaindex zu beobachten war, stürzt dieser in der aktuellen Umfrage von 113 auf 84 Punkte drastisch ab. Der Index liegt damit zwar noch sechs Punkte über seinem historischen Tiefststand aus dem Jahr 2009, dennoch stellt dies den größten Rückgang zwischen zwei aufeinander folgenden Befragungen dar. Die Folgen des Lockdowns in Deutschland und den wesentlichen internationalen Handelspartnern schlagen massiv auf die laufenden Geschäfte der mainfränkischen Unternehmen durch. Zudem ist die Verunsicherung über die weitere Entwicklung aktuell äußerst groß.

Ein Blick ins Detail

Nur noch ein Viertel der Unternehmen bezeichnet die derzeitige Geschäftslage als gut, 36 Prozent als schlecht. Der Saldo aus positiven und negativen Lagebeurteilungen fällt gegenüber Jahresbeginn von 33 auf minus elf Punkte ab. Besonders dramatisch gestaltet sich die Situation im Einzelhandel (Saldo: -44 Punkte) und dem Tourismusgewerbe (Saldo: -100 Punkte), also in den von Betriebsuntersagungen besonders betroffenen Branchen.

Auch auf die kommenden Monate blicken die mainfränkischen Unternehmen insgesamt pessimistisch. Zwar rechnen 18 Prozent mit einer Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit, die große Mehrheit erwartet aber, dass sich die aktuell schwierige Situation fortsetzen (43 Prozent) oder gar weiter verschlechtern (39 Prozent) wird. Per Saldo fallen die Erwartungsmeldungen auf -22 Punkte, was dem mit Abstand niedrigsten Wert seit der Wirtschafts- und Finanzkrise entspricht. Neben der Industrie (Saldo: -31 Punkte) sind die Aussichten insbesondere im Baugewerbe (-33 Punkte) besonders düster.

Die schlechten Aussichten sowie die hohe Unsicherheit über die Entwicklung des Infektionsgeschehens und die damit in Verbindung stehenden möglichen Beschränkungen der Geschäftstätigkeit machen sich deutlich in den Investitions- und Beschäftigungsplänen der Unternehmen bemerkbar. Sechs von zehn Betrieben wollen künftig weniger oder gar nicht investieren, von höheren Investitionsausgaben berichtet nur jeder Zwanzigste. Um Entlassungen zu vermeiden, greifen die Unternehmen derzeit stark auf Kurzarbeit zurück. So beantragten allein im April über 7.000 mainfränkische Unternehmen für rund 94.000 Beschäftigte Kurzarbeit – dies entspricht gut einem Viertel aller in Mainfranken sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dennoch sehen sich 37 Prozent gezwungen, Personal abzubauen.

Ansprechpartner

Elena Fürst

M. Sc. Economics

Referentin Konjunktur und Statistik

Würzburg

Telefon: 0931 4194-320

E-Mail: elena.fuerst@ wuerzburg.ihk.de

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Dr. Sascha Genders

Diplom-Volkswirt, LL. M. Eur.

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

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Jessica Philipp

Sachbearbeiterin Standortpolitik

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