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International

Export nach Indien

Der Export nach Indien bedarf guter Vorbereitung. Neben der Prüfung der entsprechenden Zolltarife und sonstigen Vorschriften zur Einfuhr von Waren nach Indien (Negative List of Imports) gibt es eine Reihe von allgemeinen Vorschriften, die die beim Export von Waren nach Indien zu beachten sind. 

Bei der Lieferung von Dienstleistung an einen indischen Geschäftspartner wird in Indien eine Quellensteuer (TDS) von 10 bis ca. 30 % erhoben.

Begleitpapiere

Als Begleitpapiere für den Export nach Indien benötigen Sie eine Handelsrechnung in englischer Sprache, die den Import Export Code (IEC) oder die GST-IN (Steuernummer) des indischen Importeurs, falls notwendig auch die Importlizenznummer (bspw. für den Import von alkoholischen Getränken), das Ursprungsland, Stempel und Unterschrift des jeweiligen Unternehmens enthält.

Die Importlizenznummer wird vom indischen Importeur mitgeteilt (ggf. erst auf Anfrage des Exporteurs). Der Importeur muss zur Zollanmeldung von Waren mit einem IEC beim Directorate General of Foreign Trade (DGFT) registriert sein.

Das Ursprungszeugnis Federal Republic of Germany (European Union) wird Ihnen durch Ihre zuständige IHK ausgestellt. Neben der Anmeldung über ATLAS sollte geprüft werden ob eine Ausfuhrgenehmigung durch das BAFA notwendig ist. Die Packliste sollte Marke, Nummer, Art, Gewicht und Inhalt jedes Packstücks beinhalten. 

Besonderheiten

Import und Export sind in Indien nur mit einem IEC (Import Export Code) oder der GST-IN Nummer bzw. dem BIC (Business Identification Code) möglich. Diese Nummern stellt die regionale indische Lizenzierungsbehörde, das Directorate General of Foreign Trade, aus. Für Konsumgüter sind besondere Etikettierungsvorschriften (u.a. Angabe des MRP, Maximum Retail Prices) zu beachten. Der Zollwert berechnet sich hier auf 60% des Verkaufswertes (MRP).

Das strenge Importlizenzsystem wurde graduell gelockert. Die indische Regierung hat jedoch eine Reihe von nicht-tarifären Maßnahmen (z.B. Zertifizierungspflicht beim indischen Normungsinstitut BIS, Kennzeichnungsvorschriften, Gesundheitszeugnisse, etc.) eingeführt, um Importe zu beschränken.

Die 15-stellige „Goods and Service Taxpayer Identification Number“ (GSTIN) des indischen Importeurs muss im Allgemeinen auf allen Dokumenten angegeben werden.

Zoll

Für den Zolltarif gilt das Harmonisierte System. Es wird nach dem cif-Wert verzollt. Zur Zollanmeldung von Waren muss der indische Importeur grundsätzlich bei der Außenhandelsbehörde DGFT mit der Importer Exporter Codenummer (IEC) registriert sein. Die Waren werden mit der Zollanmeldung (Bill of Entry) unter Vorlage der Warenbegleitpapiere zum zollrechtlich freien Verkehr oder für ein Zolllagerverfahren angemeldet. Waren dürfen nur über die in der indischen Zollgesetzgebung vorgeschriebenen Zollstraßen, Zollhäfen beziehungsweise Zollflughäfen in das indische Zollgebiet verbracht werden. 

Die Einfuhrabgaben in Indien ergeben sich aus dem Basiszollsatz und verschiedenen Zusatzabgaben. Der Basiszollsatz hängt vom Produkt ab.

Auf der Website der indischen Zollbehörde ist eine Berechnung der Einfuhrabgaben auf Basis der Warentarifnummer möglich.

Einige Produkte benötigen für die Einfuhr nach Indien eine Zertifizierung der staatlich eingesetzten Zertifizierungsstelle, dem Bureau of Indian Standards (BIS).

Zahlungsverkehr

Indische Unternehmen sind seit dem 1. Juni 2015 verpflichtet, bei Überweisungen an ausländische Unternehmen einen Nachweis der Existenz dieser Unternehmen (Ansässigkeitsbescheinigung) vorzulegen. Die Formulare „Ansässigkeitsbescheinigung“, „10F“ und „No-Permanent Establishment Erklärung“ sind bei der Erbringung von Dienstleistungen für indische Unternehmen, aber auch für Unternehmen, die Waren nach Indien exportieren, verpflichtend.

Die Ansässigkeitsbescheinigung erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt.

Die Formulare 10F und die No-Permanent Establishment Erklärung sind Selbstauskünfte, die in der Regel der indische Geschäftspartner anfragt.   

Die Rechnungsstellung nach Indien erfolgt in Euro oder US Dollar. Von Lieferungen gegen offene Rechnungen wird dringend abgeraten. Eine Vorkasse ist möglich, aber gewisse Limits sind vorhanden. Empfohlen wird die Zahlungsabwicklung mit unwiderruflichem bestätigtem L/C. Dienstleistungen sollten aufgrund der anfallenden Quellensteuer in Indien stets auf einer separaten Rechnung ausgewiesen werden.

Stand: 13.08.2019

Nützliche Informationen zum Export nach Indien

Hier finden Sie weitere Informationen zu den aktuellen Regeln im Export.

Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren
- Indien (2018)

Exportbericht Indien - Oktober 2018

AHK Merkblatt Warenlieferungen (Februar 2019)

 

 

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