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International

Mitarbeiterentsendung nach Indien

Indien gehört als einer der BRICS-Staaten zu den Wachstumsmärkten der Zukunft. Zunehmend mehr deutsche Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter nach Indien. Im   Rahmen eines beruflich bedingten Auslandsaufenthaltes ergeben sich für den Arbeit- nehmer insbesondere arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Fragen.  

Generell zu beachten sind die Reise- und Sicherheitshinweise  des Auswärtigen Amtes.

Visumpflicht

Für den Fall einer Reise nach Indien mit dem Zweck dort Wartungen, Projektarbeiten, Installationen oder andere gewerbliche Tätigkeiten durchzuführen, benötigen Arbeitnehmer zur Einreise neben einem noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass ein Visum, das durch die indischen Botschaften im Ausland erteilt wird. Es existieren im Wesentlichen die Visumskategorien Touristenvisum, Geschäftsvisum, Arbeitsvisum und Studentenvisum.

Weitere Informationen erhalten Sie beim indischen Generalkonsulat in München.

Steuer und Sozialversicherung

Das indische Steuerrecht kennt, wie auch das deutsche Steuerrecht, die Unterscheidung zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht. Die Steuerpflicht natürlicher Personen wird auf der Grundlage des Wohnsitzes bzw. Ansässigkeitsstatus und nicht nach der Staatsangehörigkeit entschieden. Arbeitnehmer, die erstmalig nach Indien entsandt werden, gelten die ersten zwei bis drei Jahre meist als RNOR (Resident but not ordinarily resident). Ein ausländischer Arbeitnehmer ist in der Regel nicht steuerpflichtig in Indien, wenn er seine Einkünfte aus einer nichtselbstständigen Tätigkeit, die er in Indien ausgeübt hat, von einem ausländischen Unternehmen erhält, das keine Geschäftsaktivitäten in Indien ausübt, er sich nicht länger als 90 Tage im Steuerjahr in Indien aufhält und die Zahlungen nicht das steuerpflichtige indische Einkommen des Arbeitgebers mindern.

Es besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen und ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Indien, das Regelungen zur Besteuerung und Versicherung von entsendeten Arbeitnehmern enthält.

Für Mitarbeiter, die sich in Indien auf einer Entsendung im sozialversicherungsrechtlichen Sinne für einen vorübergehenden Zeitraum von maximal 48 Monaten befinden, gelten die deutschen Rechtsvorschriften für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dies wird durch den Vordruck IN/DE 101dokumentiert.

Mitnahme von Arbeitsmaterial

Zu beachten ist, dass die temporäre Einfuhr von Werkzeugen und oder Arbeitsmaterial nicht mittels CARNET-A.T.A.-Verfahren abgewickelt werden kann, da dieses nur für international von der indischen Regierung anerkannte Messen, Ausstellungen und Konferenzen gilt.  

Indische Quellensteuer

Für in Indien erbrachte Dienstleistungen eines deutschen Unternehmens erhebt der indische Staat eine Quellensteuer (die sog. Tax Deduction at Source (TDS). Dabei erfolgt der Einbehalt und die Abführung der Steuer an den Fiskus durch den Zahlungsleistenden. Steuerschuldner ist aber weiterhin der Empfänger der Zahlung, daher erfolgt die Zahlung an den Empfänger nur zu dem um die einbehaltene Steuer gekürzten Betrag.

Dabei ist eine sogenannte Permanent Account Number (PAN), d.h. eine indische Steuernummer, die bei der indischen Steuerbehörde beantragt werden muss, erforderlich. 

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Downloadbereich Steuern.  

Besonderheiten

Die große Gefahr bei einer Entsendung ist, dass nach indischen Recht eine Gründung einer Betriebsstätte gegeben sein kann, ohne dass dies vom deutschen Unternehmer so gewollt ist. Besondere Fallstricke sind in diesem Zusammenhang langfristige Projekte oder wenn der indische Kunde vom deutschen Unternehmer eine Registrierung hinsichtlich der Service Tax in Indien verlangt. Daher sollte sich der Unternehmer vor einer Entsendung umfassend informieren und nicht „blind“ auf gut Glück seinen Mitarbeiter nach Indien entsenden.

Weitere Informationen finden sie in den nachfolgenden Links und im Download

Betriebsstätte in Indien

Stand: 13.08.2019

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