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Aktuelle Meldungen

Indien: Neue Anforderungen bei Rechnungsstellung

: Stellen deutsche Unternehmen Rechnungen nach Indien, erreicht sie kurze Zeit später eine Aufforderung ihrer Kunden, bestimmte Unterlagen beizubringen. Nur dann könnten die Rechnungen bezahlt werden.

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Indien: Aktuelle Lage und Reisebeschränkungen

: Achtung: Weltweite Einreisebeschränkungen für Reisende aus Indien. Für weitere Informationen zu den aktuell geltenden Reisebeschränkungen konsultieren Sie bitte regelmäßig die Webseite des indischen Bureau of Immigration.

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Indien: Neuer Geschäftsführer der AHK

: Die AHK Indien begrüßt ihren neuen Hauptgeschäftsführer Stefan Halusa.

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Indiens Wirtschaft

Trotz aktuell abgeschwächter Wirtschaftsdynamik ein Zukunftsmarkt

Indiens Wirtschaftsdynamik hat sich 2019 deutlich abgeschwächt. Seit Mitte des Jahres vergeht fast kein Monat, in dem nicht eines des internationalen Analyseinstitute seine Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach unten revidieren muss.

Indien hat im Kampf gegen die Coronapandemie am 24. März 2020 einen landesweiten Lockdown verhängt und damit die wirtschaftlichen Aktivitäten fast vollständig runtergefahren. Zwar hat die Regierung seitdem schrittweise viele Beschränkungen wieder gelockert, doch dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Finanzjahr 2020/21 (1. April bis 31. März) bestenfalls real um 2 Prozent zulegen.

Je nachdem, wie lange die Krise andauert, könnte die Wirtschaft aber auch um bis zu 5 Prozent schrumpfen, schätzt die Investmentbank Nomura.

Indien bleibt trotz aktuell abgeschwächter Wirtschaftsdynamik ein Zukunftsmarkt. Aufgrund der schieren Bevölkerungsgröße bietet der Subkontinent einen enormen Absatzmarkt und ist damit interessant für ausländische Investoren.

Es ist aber zu beachten, dass für einen Eintritt in den indischen Markt gute Kenntnisse des Zoll- und Steuerrechts erforderlich sind. Gerade in diesen Bereichen lauern für Export-unerfahrene Unternehmen zahlreiche Fallstricke.

Mainfränkische Unternehmer in Indien

193 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Mainfranken haben aktuell geschäftliche Beziehungen mit Indien. Rund 132 mainfränkische Firmen exportieren nach Indien und 11 Firmen unterhalten dort eine eigene Niederlassung.

Konjunktur- und Finanzpaket

Die Regierung hat Mitte Mai ein Konjunktur- und Finanzpaket über 250 Milliarden Euro vorgestellt. Damit sollen vor allem Kleinst-, Klein und mittelständische Unternehmen unter anderem durch verbilligte Kredite unterstützt werden. Ein weiterer Schwerpunkt sind Finanz- und Sachtransferleistungen an einkommensschwache Bevölkerungsschichten. Ziel ist es, eine konjunkturelle V-Kurve - also eine schnelle Rückkehr zu hohen BIP-Zuwächsen - zu erreichen.

Falls das Konjunkturpaket greift, wäre damit der Grundstein für eine Erholung der Wirtschaft gelegt, schätzen die Associated Chambers of Commerce of India. Wenn der private Konsum und die Investitionen bis Ende 2020 wieder anziehen, sei im Finanzjahr 2021/22 ein reales BIP-Plus von bis zu 8 Prozent möglich, so der Verband. Der Internationale Währungsfonds erwartet in seiner jüngsten Prognose vom April 2020 für das kommende Finanzjahr ein Wirtschaftswachstum von 7,4 Prozent.

Recht und Steuern in Indien

Das Rechtssystem Indiens hat aufgrund der langjährigen englischen Herrschaft seinen Ursprung im Common Law. Entsprechend beruht vor allem das Zivil- und Handelsrecht auf englischen Kodifizierungen. Dies gilt zum Beispiel für den Contract Act, 1872, Sale of Goods Act, 1930 oder den Companies Act, 1956.

Oberste Rechtsquelle ist die Verfassung aus dem Jahre 1950. Rechtsquellen sind des Weiteren Gesetze (Statutes, Acts), Entscheidungen der obersten Gerichte (Supreme Court und High Courts), die Bindungswirkung gegenüber nachrangigen Gerichten entfalten, sowie Gewohnheitsrecht.

Rechtssprache ist Englisch, vor den unteren Gerichten kann allerdings auch in der jeweiligen Landessprache verhandelt werden.

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Mitarbeiterentsendung nach Indien

Was müssen Sie alles beachten

Indien gehört als einer der BRICS-Staaten zu den Wachstumsmärkten der Zukunft. Zunehmend mehr deutsche Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter nach Indien. Im Rahmen eines beruflich bedingten Auslandsaufenthaltes ergeben sich für den Arbeitnehmer insbesondere arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Fragen

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Export nach Indien

Zolltarife, Vorschriften und Steuer

Neben der Prüfung der entsprechenden Zolltarife und sonstigen Vorschriften zur Einfuhr von Waren nach Indien (Negative List of Imports) gibt es eine Reihe von allgemeinen Vorschriften, die beim Export von Waren nach Indien zu beachten sind.

Bei der Lieferung von Dienstleistung an einen indischen Geschäftspartner wird in Indien eine Quellensteuer (TDS) von 10 bis circa 30 Prozent erhoben.

 

Begleitpapiere

Als Begleitpapiere für den Export nach Indien benötigen Sie eine Handelsrechnung in englischer Sprache, die den Import Export Code (IEC) oder die GST-IN (Steuernummer) des indischen Importeurs und falls notwendig auch die Importlizenznummer (bspw. für den Import von alkoholischen Getränken), das Ursprungsland, Stempel sowie Unterschrift des jeweiligen Unternehmens enthält.

Die Importlizenznummer wird vom indischen Importeur mitgeteilt (ggf. erst auf Anfrage des Exporteurs). Der Importeur muss zur Zollanmeldung von Waren mit einem IEC beim Directorate General of Foreign Trade (DGFT) registriert sein.

Das Ursprungszeugnis Federal Republic of Germany (European Union) wird Ihnen durch Ihre zuständige IHK ausgestellt. Neben der Anmeldung über ATLAS sollte geprüft werden ob eine Ausfuhrgenehmigung durch das BAFA notwendig ist. Die Packliste sollte Marke, Nummer, Art, Gewicht und Inhalt jedes Packstücks beinhalten.

IEC, GST-IN und BIC

Besonderheiten

Import und Export sind in Indien nur mit einem IEC (Import Export Code) oder der GST-IN Nummer bzw. dem BIC (Business Identification Code) möglich. Diese Nummern stellt die regionale indische Lizenzierungsbehörde, das Directorate General of Foreign Trade, aus. Für Konsumgüter sind besondere Etikettierungsvorschriften (u.a. Angabe des MRP, Maximum Retail Prices) zu beachten. Der Zollwert berechnet sich hier auf 60 Prozent des Verkaufswertes (MRP).

Das strenge Importlizenzsystem wurde graduell gelockert. Die indische Regierung hat jedoch eine Reihe von nicht-tarifären Maßnahmen (z.B. Zertifizierungspflicht beim indischen Normungsinstitut BIS, Kennzeichnungsvorschriften, Gesundheitszeugnisse, etc.) eingeführt, um Importe zu beschränken.

Die 15-stellige „Goods and Service Taxpayer Identification Number“ (GSTIN) des indischen Importeurs muss im Allgemeinen auf allen Dokumenten angegeben werden.

Zoll

Für den Zolltarif gilt das Harmonisierte System

Es wird nach dem cif-Wert verzollt. Zur Zollanmeldung von Waren muss der indische Importeur grundsätzlich bei der Außenhandelsbehörde DGFT mit der Importer Exporter Codenummer (IEC) registriert sein. Die Waren werden mit der Zollanmeldung (Bill of Entry) unter Vorlage der Warenbegleitpapiere zum zollrechtlich freien Verkehr oder für ein Zolllagerverfahren angemeldet. Waren dürfen nur über die in der indischen Zollgesetzgebung vorgeschriebenen Zollstraßen, Zollhäfen beziehungsweise Zollflughäfen in das indische Zollgebiet verbracht werden. 

Die Einfuhrabgaben in Indien ergeben sich aus dem Basiszollsatz und verschiedenen Zusatzabgaben. Der Basiszollsatz hängt vom Produkt ab.

Auf der Website der indischen Zollbehörde ist eine Berechnung der Einfuhrabgaben auf Basis der Warentarifnummer möglich.

Einige Produkte benötigen für die Einfuhr nach Indien eine Zertifizierung der staatlich eingesetzten Zertifizierungsstelle, dem Bureau of Indian Standards (BIS).

Zur Website der indischen Zollbehörde
Carnet A.T.A.

Seit 2018 ist es möglich Montage- und Testgeräte zur zollfreien temporären Einfuhr nach Indien über ein CARNET ATA für maximal zwei Monate zu importieren. Eine Verlängerungsoption für weitere zwei Monate ist nur mit Genehmigung des (Principal) Commissioners of Customs gegeben. Der Antrag auf Verlängerung kann nur mit einem gültigen ATA Carnet gestellt werden, also vor Ablauf der Ausfuhrfrist.

Alles rund ums Carnet finden Sie hier
Zahlungsverkehr

Indische Unternehmen sind seit dem 1. Juni 2015 verpflichtet, bei Überweisungen an ausländische Unternehmen einen Nachweis der Existenz dieser Unternehmen (Ansässigkeitsbescheinigung) vorzulegen. Die Formulare „Ansässigkeitsbescheinigung“, „10F“ und „No-Permanent Establishment Erklärung“ sind verpflichtend bei der Erbringung von Dienstleistungen für indische Unternehmen, aber auch für Unternehmen, die Waren nach Indien exportieren.

Die Ansässigkeitsbescheinigung erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt.

Die Formulare 10F und die No-Permanent Establishment Erklärung sind Selbstauskünfte, die in der Regel der indische Geschäftspartner anfragt.   

Die Rechnungsstellung nach Indien erfolgt in Euro oder US Dollar. Von Lieferungen gegen offene Rechnungen wird dringend abgeraten. Eine Vorkasse ist möglich, aber gewisse Limits sind vorhanden. Empfohlen wird die Zahlungsabwicklung mit unwiderruflichem bestätigtem L/C. Dienstleistungen sollten aufgrund der anfallenden Quellensteuer in Indien stets auf einer separaten Rechnung ausgewiesen werden.

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Die Informationen, die diese Merkblätter und Links enthalten, sind mit größter Sorgfalt zusammengestellt worden. Eine Gewähr für die Richtigkeit können wir nicht übernehmen.

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Kurt Treumann

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Sonja Scheuermann

M.A. Political Science, LL.M. Eur.
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