Förderprogramm

"Ausbildungsplätze sichern" in Corona-Zeiten

Die Bundesregierung hat ein umfassende Förderprogramm zur Sicherung und Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen in der Coronakrise aufgelegt. Auf unserer Sonderseite stellen wir Ihnen alle wichtigen Informationen zur Beantragung der Ausbildungsprämie bereit.

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Ausbildungsprämie - was Sie wissen müssen

Die im Koalitionsbeschluss vorgesehene Förderung neuer Ausbildungsverträge ist mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ umgesetzt worden. Ziel ist es, ausbildende Betriebe in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation dabei zu unterstützen, Ausbildungskapazitäten aufrecht zu erhalten oder zu steigern, Kurzarbeit für Auszubildende zu vermeiden sowie Anreize zur Übernahme von Auszubildenden im Falle einer pandemiebedingten Insolvenz zu schaffen.

Die 1. Förderrichtlinie des Bundesprogramms mit der "Ausbildungsprämie", der "Ausbildungsprämie plus", dem "Zuschuss zur Ausbildungsvergütung" und der "Übernahmeprämie" ist zum 01. August 2020 in Kraft getreten.

NEU: Die Förderung zur Sicherung von Ausbildungsplätzen wird vom 11. Dezember an ausgeweitet!

Dies bedeutet, dass Anträge bis 11. März 2021 für auch bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden können, für die bisher keine Förderung möglich war.

Mehr Informationen zu den Änderungen finden Sie unter dem Punkt: "An wen richtet sich die Förderung?"

Fördermöglichkeiten

Das Maßnahmepaket der Bundesregierung umfasst im wesentlichen fünf Themenschwerpunkte:

  1. Ausbildungsprämie bei Erhalt des bisherigen Ausbildungsniveaus im Vergleich der letzten drei Jahre (Einmalig 2000 Euro für jeden neu eingestellten Auszubildenden)
  2. Ausbildungsprämie plus bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus im Vergleich der letzten drei Jahre (Anstatt der oben genannten Ausbildungsprämie erhält der Betrieb dann einmalig 3000 Euro für jeden zusätzlich eingestellten Auszubildenden)
  3. Übernahmeprämie (Übernahme von Auszubildenden aus Insolvenzunternehmen)
  4. Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit (Arbeitsausfall von mindestens 50% im gesamten Betrieb kann mit 75% der Ausbildungsvergütung gefördert werden)
  5. Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung

Die Prämie im Punkt 1-3 wird erst nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

An wen richtet sich die Förderung?

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - dies sind Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt.
  • KMU, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen.

Die vier bekannten Förderrichtlinien wurden zum 11. Dezember 2020 folgendermaßen erweitert:

  • Ausbildungsbetriebe werden künftig mit Ausbildungsprämien gefördert, wenn sie im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen (bisher: durchschnittlich mindestens 60 Prozent in April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr).
  • Ausbildungen, die vom 24. Juni 2020 bis zum 31. Juli 2020 begonnen haben, werden in die Ausbildungsprämien miteinbezogen!


  • Die Durchführung von Kurzarbeit wird in Zukunft auch im zweiten Halbjahr 2020 berücksichtigt (bisher: nur erstes Halbjahr 2020).


  • Die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit in der Ausbildung werden bis einschließlich Juni 2021 verlängert (bisher: Laufzeit bis einschließlich Dezember 2020).


  • Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz des ursprünglichen Betriebes verloren gegangen ist, wird künftig unabhängig von den Betriebsgrößen mit einer Übernahmeprämie gefördert (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten). Solche Übernahmen werden bis zum 30. Juni 2021 gefördert (bisher: bis zum 31. Dezember 2020).

Ausschlusskriterien

  • Praktika sind ausgeschlossen.
  • Ein Ausbildungsbetrieb kann für einen Ausbildungsvertrag nur durch eine Ausbildungsprämie, eine Ausbildungsprämie plus oder eine Übernahmeprämie bei Insolvenz gefördert werden.
  • Neben den benannten Förderungen ist die Inanspruchnahme anderer Programme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt nicht möglich.
  • Das Unternehmen entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
  • Der Ausbildungsbetrieb muss seinen Sitz in Deutschland haben.

Hinweise zur Umsetzung des Programms

Zuständig für die Umsetzung dieser Richtlinie, insbesondere die Antragsbearbeitung und Bewilligung der Zuwendungen, ist die Bundesagentur für Arbeit.

Ein Anspruch des Antragstellenden auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach der Reihenfolge des Antragseingangs mit den vollständigen Unterlagen.

Für die Beantragung der Prämie gehen Sie bitte wie folgt vor:

1. Schritt

Im Falle 1-4:

Gehen Sie auf die Seite der Agentur für Arbeit. Hier finden Sie alle relevanten Unterlagen für die Beantragung der Ausbildungsprämie.

Homepage der Agentur für Arbeit

 

Im Fall 5 (Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung)

Umgesetzt wird die Förderung von der Knappschaft Bahn See. Die Website mit dem Link zum Antrag, Auskunftsservice und Informationen zum Verfahren ist hier zu erreichen: www.kbs.de/bpa.

2. Schritt

Für die Beantragung der Förderung ist vorab eine Bescheinigung der IHK (zuständigen Stelle) über die Ausbildungsverhältnisse und die Ausbildungsvergütung notwendig. Das Antragsformular finden Sie unter dem angegeben Link im Schritt Nr. 1.

Hinweis:
Sollten Sie weitere Ausbildungsverträge über andere zuständige Stellen eingetragen haben, (z.B. Handwerkskammer, Steuerberaterkammer o.ä.) denken Sie daran, auch hier eine Bescheinigung anzufordern!

Den Prozess der "Bescheinigung der Ausbildungsverhältnisse" haben wir für Sie digital und übersichtlich gestaltet!

Füllen Sie zunächst das Formular vollständig aus und laden es auf dem IHK-Serviceportal hoch. Sobald wir die Bescheinigung ausgestellt haben, finden Sie diese in Ihrem Postfach im IHK-Bildungsportal. Sie erhalten hierzu eine gesonderte Mail.

Upload Formular "Bescheinigung Ausbildungsverhältnisse" im IHK-Serviceportal.

3. Schritt

Reichen Sie die vollständigen Unterlagen, schriftlich oder elektronisch nach den Vorgaben der Arbeitsagentur und unter Verwendung der vorgesehenen Antragsformulare, bei der Agentur für Arbeit ein.

Homepage der Agentur für Arbeit

Ansprechpartner

Meinolf Brinkmöller

Diplom-Kaufmann (FH)

Ausbildungs- und Fachkräfteberater

Schweinfurt

Telefon: 09721 7848-633

E-Mail: meinolf.brinkmoeller@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Bernd Clemens

Technischer Betriebswirt (IHK)

Ausbildungs- und Fachkräfteberater

Schweinfurt

Telefon: 09721 7848-615

E-Mail: bernd.clemens@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Oliver Proske

Bankfachwirt (IHK)

Ausbildungs- und Fachkräfteberater

Schweinfurt

Telefon: 09721 7848-647

E-Mail: oliver.proske@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Annika Riedel

Wirtschaftsfachwirtin (IHK)

Ausbildungs- und Fachkräfteberaterin

Würzburg

Telefon: 0931 4194-366

E-Mail: annika.riedel@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Marco Slodczyk

Ausbildungs- und Fachkräfteberater

Würzburg

Telefon: 0931 4194-293

E-Mail: marco.slodczyk@ wuerzburg.ihk.de

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