IHK-Konjunkturanalyse Frühjahr 2019

Der Konjunkturmotor stottert

Das Wachstum der mainfränkischen Wirtschaft büßt weiter an Dynamik ein. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilungen und Erwartungsmeldungen in einem Wert zusammenfasst, erreicht mit 122 Punkten zwar erneut ein überdurchschnittlich hohes Niveau, ist aber seit seinem Höchststand zu Jahresbeginn 2018 kontinuierlich rückläufig.

Ein Blick ins Detail

49 Prozent der Unternehmen berichten von guten Geschäften, sieben Prozent äußern sich gegenteilig. Trotz der im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich positiven Beurteilungen verliert der Saldo vier Punkte und rutscht mit 42 Zählern auf den niedrigsten Stand seit Jahresbeginn 2017. Während die Binnennachfrage die Wirtschaft weiter stützt, hat die exportorientierte Industrie mit Unwägbarkeiten im außenwirtschaftlichen Umfeld zu kämpfen.

Für die kommenden Monate zeigen sich die Unternehmen verhalten optimistisch, die Geschäftserwartungen haben sich nach einem kräftigen Rückgang zu Jahresbeginn stabilisiert. Allerdings beträgt der Saldo mit fünf Punkten nur noch ein Viertel des Vorjahreswertes. 23 Prozent der Betriebe erwarten künftig bessere Geschäfte, 18 Prozent eine Eintrübung. Immer häufiger rechnen die Unternehmen mit weniger Auftragseingängen und einer geringeren Kapazitätsauslastung. Während die Inlandsnachfrage die Konjunktur auch im weiteren Jahresverlauf stützen wird, werden vom Exportgeschäft eher negative Impulse erwartet. Die Rahmenbedingungen auf dem internationalen Parkett bleiben durch Protektionismus, Handelsstreitigkeiten und den Brexit unvorhersehbar, zudem schwächelt die Wirtschaft in wichtigen Absatzmärkten wie China. Diese Entwicklungen bleiben auch bei den mittelfristigen Planungen der Unternehmen nicht unberücksichtigt: Die Investitions- und Einstellungsbereitschaft wird nach unten angepasst. Vermehrt Personal freisetzen möchten die Unternehmen aber insbesondere aufgrund der angespannten Fachkräftesituation nicht, denn der Fachkräftemangel gilt weiterhin als größtes Konjunkturrisiko. Dicht dahinter: Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die von 52 Prozent der Unternehmen als Risiko eingestuft werden - ein neuer Rekord. Bemängelt werden insbesondere zu hohe bürokratische Anforderungen, eine Wirtschaftspolitik, die die Belange des Mittelstandes kaum berücksichtigt, und die hohe Steuerbelastung, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen schmälert. Durch die fragilere konjunkturelle Entwicklung geraten allerdings auch nachfrageseitige Risikofaktoren vermehrt in den Blickpunkt: 43 Prozent sehen in einer Eintrübung der Inlandsnachfrage eine Gefahr (Jahresauftakt: 38 Prozent). Zudem bewerten 21 Prozent - in der exportorientierten Industrie sogar 43 Prozent - eine Eintrübung der Auslandsnachfrage als realistisches Risikoszenario - der höchste Wert seit drei Jahren.

Ansprechpartner

Elena Fürst

M. Sc. Economics

Referentin Konjunktur und Statistik

Würzburg

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Dr. Sascha Genders

Diplom-Volkswirt, LL. M. Eur.

Bereichsleiter Standortpolitik |
Existenzgründung und Unternehmensförderung

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Jessica Philipp

Sachbearbeiterin Standortpolitik

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