Die IHK-Konjunkturanalyse spiegelt das aktuelle Stimmungsbild von Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen und Tourismus zum Jahresbeginn, im Frühjahr, und Herbst wider.
Jahresbeginn 2026: Getrübter Jahresstart mit Hoffnungsschimmer
Die mainfränkische Wirtschaft startet verhalten ins Jahr 2026. Die konjunkturelle Lage bleibt angespannt, zugleich mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Talsohle erreicht ist. Im weiteren Jahresverlauf könnten sich erste Erholungstendenzen abzeichnen. Der IHK-Konjunkturklimaindikator für Mainfranken liegt aktuell bei 103 Punkten und bleibt damit seit Frühjahr 2025 unverändert.
Die Rahmenbedingungen bleiben zum Start ins Jahr 2026 eher ungünstig: Zu strukturellen Herausforderungen, anspruchsvollen Finanzierungsbedingungen und dem zaghaften Angehen von Reformen gesellen sich geopolitische Spannungen, eine weltweit angespannte Sicherheitslage sowie Unsicherheiten durch die Handelspolitik Chinas und insbesondere der USA, deren Präsident darüber hinaus immer wieder die bestehenden Grundpfeiler der internationalen Ordnung in Frage stellt.
Ein Blick ins Detail: Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen durchwachsen. Ein Viertel berichtet von guten Geschäften, unwesentlich weniger von schlechten. Per Saldo liegen die Lagebeurteilungen mit einem Punkt nur noch leicht im positiven Bereich. Bereits seit Herbst 2021 ist der Trend stark rückläufig. Sowohl die Binnen- als auch die Auslandsnachfrage kommen bislang nur schwer in Gang.
Ein konjunktureller Lichtblick zeigt sich bei den Geschäftserwartungen der mainfränkischen Wirtschaft für den weiteren Jahresverlauf. Erstmals seit vier Jahren rechnen mehr Unternehmen mit einer Verbesserung (25 Prozent) als mit einer Verschlechterung (20 Prozent). Gegenüber der Vorbefragung entspricht dies einem Plus von fünf, binnen Jahresfrist von 16 Prozentpunkten. Dabei erwarten die Unternehmen in den kommenden Monaten ein Anziehen der Inlandsnachfrage - begünstigt durch die staatlichen Investitionsprogramme für Infrastruktur und Verteidigung - und positive Impulse auf nahezu allen Auslandsmärkten. Dennoch bleiben Personal- und Investitionsplanungen von Zurückhaltung geprägt, denn der Ausblick ist nicht frei von Risiken. Neben der Inlandsnachfrage sehen die Unternehmen vor allem die ungünstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie die hohen Arbeitskosten als größte Gefahren für ihre künftige Geschäftsentwicklung. Ein Blick auf die seit 2011 erhobene Zeitreihe zeigt, dass alle drei Risikofaktoren in letzter Zeit immer weiter in der Risikoskala nach oben klettern und neue Höchststände erreichen. Dies unterstreicht den hohen wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf.
Fazit: Die Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung mehren sich. Für einen nachhaltigen Aufschwung, der über kurzfristige fiskalische Impulse hinausgeht, ist jedoch ein klarer wirtschaftspolitischer Kurswechsel erforderlich. Im Mittelpunkt müssen dabei die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, verlässliche und planbare Rahmenbedingungen für Investitionen sowie eine konsequente Verbesserung der Standortbedingungen stehen. Hier muss die Politik endlich liefern!
Die aktuelle IHK-Konjunkturanalyse für Mainfranken inklusive eines ausführlichen Branchenberichts finden Sie nachfolgend zum Download.