IHK-Konjunkturanalyse Jahresbeginn 2020

Verhaltener Start

Die mainfränkische Wirtschaft startet verhalten in das Jahr 2020. Dennoch: Der konjunkturelle Abschwung, der sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres abzeichnete, hat sich nicht fortgesetzt. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lageurteile und Erwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, erreicht 113 Punkte und ist nach fünf Rückgängen in Folge erstmals wieder angestiegen.

Ein Blick ins Detail

Die Mehrheit der Unternehmen beurteilt die wirtschaftliche Lage nach wie vor positiv. Ähnlich wie im Herbst 2019 bewerten 91 Prozent die laufenden Geschäfte mit "gut" oder "zufriedenstellend", neun Prozent äußern sich gegenteilig. Per Saldo erreichen die Lagebeurteilungen mit 33 Punkten zwar erneut ein überdurchschnittlich hohes Niveau, dennoch entspricht dies dem niedrigsten Stand seit vier Jahren. Stütze der mainfränkischen Wirtschaft bleibt die Inlandsnachfrage, während vom Auslandsgeschäft aufgrund vielfältiger Risikofaktoren wie Handelskonflikte, dem bevorstehenden Brexit oder geopolitischer Krisenherde keinerlei Wachstumsimpulse ausgehen. 36 Prozent - und somit 15 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr - berichten von einer geringeren Nachfrage aus dem Ausland.

Für das Gesamtjahr 2020 bleiben die Aussichten getrübt, wenngleich sich eine Verbesserung gegenüber Herbst 2019 zeigt. 62 Prozent rechnen künftig mit ähnlichen Geschäften wie zuletzt, mit 17 Prozent erwarten jedoch etwas weniger Unternehmen eine Belebung als eine Eintrübung (21 Prozent). Der Saldo verbleibt mit minus vier Punkten im negativen Bereich, konnte aber gegenüber der Vorbefragung fünf Zähler zulegen. Die Unternehmen planen mit einer leicht höheren Nachfrage aus dem Inland und schwachen Exporten. Für Geschäfte mit der Eurozone, Nordamerika und China zeichnet sich eine stagnierende Entwicklung ab, für die sonstige EU - darunter auch Großbritannien - sowie Ost-/Südosteuropa und Russland wird hingegen mit einer geringeren Nachfrage gerechnet. Trotz der verhaltenen Geschäftsaussichten sind die Investitionsabsichten positiv, Produktinnovationen und der Umweltschutz gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Die Beschäftigungspläne sind hingegen restriktiv ausgerichtet: Zwei Drittel der Unternehmen planen, ihre Belegschaftsgröße konstant zu halten. 14 Prozent möchten Stellen aufbauen, gut jeder Fünfte Jobs streichen. Somit dürfte sich der positive Trend am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten nicht fortsetzen.

Fazit: Die mainfränkische Wirtschaft blickt zurückhaltend auf das Jahr 2020, zudem sind die Aussichten nicht frei von Risiken. Die Einschätzungen der Unternehmen deuten auf eine Seitwärtsbewegung der regionalen Konjunktur hin, große Sprünge - nach unten wie nach oben - sind nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.

Aktuelle Konjunkturanalyse

Ansprechpartner

Elena Fürst

M. Sc. Economics

Referentin Konjunktur und Statistik

Würzburg

Telefon: 0931 4194-320

E-Mail: elena.fuerst@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Dr. Sascha Genders

Diplom-Volkswirt, LL. M. Eur.

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

Würzburg

Telefon: 0931 4194-373

E-Mail: sascha.genders@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Jessica Philipp

Sachbearbeiterin Standortpolitik

Würzburg

Telefon: 0931 4194-342

E-Mail: jessica.philipp@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular