Der Wirtschaft geht die Puste aus

Die mainfränkische Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresanfang robust, allerdings verliert das Wachstum an Schwung. Die regionalen Unternehmen berichten von guten Geschäften, die Aussichten auf den weiteren Jahresverlauf haben sich jedoch eingetrübt.

Ein Blick ins Detail

Den Urteilen der mainfränkischen Unternehmer zufolge ist Wachstum auch im Jahr 2019 möglich, allerdings dürfte die Dynamik deutlich nachlassen. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lageurteile und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, sinkt moderat von 126 auf 123 Punkte. Zwar ist dies der dritte Rückgang des Index in Folge, die Stimmung der heimischen Unternehmerschaft ist aber weiterhin überdurchschnittlich positiv. Mehr als jedes zweite Unternehmen berichtet von guten Geschäften, 41 Prozent sind zufrieden. Die Betriebe profitieren weiter von der solide wachsenden Inlandsnachfrage, während im Exportgeschäft Einbußen zu verzeichnen sind. Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf schwindet jedoch die Zuversicht, größere Wachstumssprünge realisieren zu können. Zwei Drittel der Unternehmen rechnen künftig mit ähnlich guten Geschäften wie zuletzt. Zuwächse erwarten 19 Prozent, 15 Prozent eine Eintrübung. Der Erwartungsindikator fällt somit auf 104 Punkte. Die Aussichten sind dabei geprägt von gestiegener Unsicherheit: Ob Handelskonflikte, Strafzölle und Sanktionen, der womöglich ungeordnete Brexit, Instabilitäten innerhalb der Europäischen Union, die schwächelnde Wirtschaft Chinas oder die Diesel-Krise – die mainfränkische Wirtschaft sieht sich mit einer Vielzahl wirtschaftspolitischer Risiken konfrontiert. Für 2019 rechnen die Unternehmen mit einer stabilen Binnennachfrage, die Absatzchancen im Ausland werden hingegen als schwierig eingestuft. Trotz allem senden die mittelfristigen Planungen der Unternehmen weiter positive Signale aus: Die Investitionsabsichten bleiben expansiv, jeder dritte Betrieb möchte hier in nächster Zeit aktiv werden. Die sich häufenden globalen Handelskonflikte haben dabei kaum Auswirkungen auf das Investitionsverhalten, denn nur 12 Prozent wollen wegen der Konflikte weniger im Inland investieren, bei Auslandsinvestitionen ist die Zahl nochmals geringer. Auch die Beschäftigungspläne folgen ihrem moderaten Aufwärtstrend. Jedes fünfte Unternehmen möchte Personal einstellen, 15 Prozent Stellen
streichen. Die benötigten Fachkräfte zu finden gestaltet sich jedoch schwierig, denn der Fachkräftemangel gilt weiterhin als größtes Konjunkturrisiko.

Fazit: Nach derzeitigem Stand dürfte die mainfränkische Wirtschaft ihren Wachstumstrend auch im Jahr 2019 fortsetzen, allerdings mit deutlich gemäßigterem Tempo.

Ansprechpartner

Elena Fürst

M. Sc. Economics

Referentin Konjunktur und Statistik

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Dr. Sascha Genders

Diplom-Volkswirt, LL. M. Eur.

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Existenzgründung und Unternehmensförderung

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