Datenschutz Einstellungen

Sofern Sie uns Ihre Einwilligung erteilen, verwenden wir Cookies zur Nutzung unseres Webanalyse-Tools Matomo Analytics. Durch einen Klick auf den Button „Alle akzeptieren“ erteilen Sie uns Ihre Einwilligung dahingehend, dass wir zu Analysezwecken Cookies (kleine Textdateien mit einer Gültigkeitsdauer von maximal zwei Jahren) setzen und die sich ergebenden Daten verarbeiten dürfen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in unserer Datenschutzerklärung widerrufen. Hier finden Sie auch weitere Informationen.

Wirtschaft sieht beim Bischofshut Klärungsbedarf

Über den interfraktionellen Antrag „Besser leben im Bischofshut“ soll bereits in der kommenden Stadtratssitzung am 20. Januar abgestimmt werden. Vertreter der Würzburger Wirtschaft hatten sich im Vorfeld in den Vorgang eingebracht. Sie finden, dass zentrale Fragen weiterhin ungeklärt sind. Außerdem ersuchen sie mit Nachdruck die Politik, wirtschaftsverträgliche Lösungen im Mobilitätswandel zu entwickeln.

Aus Sicht der Würzburger Wirtschaft sei der Grundgedanke des Antrags „Besser leben im Bischofshut“ inklusive der eingebrachten Ergänzungen insgesamt positiv zu bewerten. Jedoch hatten die regionalen Wirtschaftsvertreter bereits im November auf offene Fragen hingewiesen und bei der Ausarbeitung der Details um Abstimmung gebeten. Die Beschlüsse des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses (PUMA) ließen nun befürchten, dass die Kritik aus der Wirtschaft nicht mit einbezogen wird. Vertreter des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V., des Handelsverbands Bayern e.V., der Handwerkskammer für Unterfranken, der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, des Stadtmarketingvereins „Würzburg macht Spaß“ e.V. sowie der Bezirksgruppe Unterfranken der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. hatten bereits Anfang November mit einer umfassenden Stellungnahme auf wichtige Fragen hingewiesen.

„Die Wirtschaftsvertreter haben die Zustimmung zum Maßnahmenkatalog des interfraktionellen Antrags mit klaren Notwendigkeiten versehen, da sonst die Erreichbarkeit der Innenstadt massiv leidet“, erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Wichtig ist uns neben dem ausbaufähigen Konzeptgedanken und dem fehlenden regionalen Fokus der Mobilitätsplanung auch die richtige Reihenfolge der Maßnahmen“, so Genders weiter. Der Beschluss zur Bewirtschaftung der Talavera ohne vorherige Schaffung von echten Mobilitätsalternativen lasse nun befürchten, dass diesem Grundsatz nicht konsequent Folge geleistet werde.

Innerstädtische Erreichbarkeit muss gesichert werden

Die Erreichbarkeit der Innenstadt zu sichern sei eines der zentralen Ziele des interfraktionellen Antrags. Parkgebühren zu erhöhen oder – mit Blick auf den Talavera-Parkplatz – neu zu bewirtschaften, ohne zunächst etwa das regionale Park-&-Ride- oder ÖPNV-Angebot zu verbessern, sei daher kontraproduktiv. „Rund 60.000 Einpendler wollen täglich zur Arbeit nach Würzburg. Dazu kommen zwölf Millionen Tagestouristen und fast eine Million Übernachtungsgäste. Wenn die Innenstadt nicht gut erreichbar bleibt, sind die wirtschaftlichen Folgen für Gewerbetreibende verheerend. Gerade in der Innenstadt übt die Pandemie derzeit massiven Druck auf Händler und Dienstleister aus. Weitere Belastungen sind da nicht zumutbar“, betont Genders. Offen bleibe auch die Frage, wie Kurzzeitparkplätze für Kunden – etwa  beim Hotel-Check-in – oder Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen ohne Behindertenausweis erhalten oder neu geschaffen werden können. Auch mit Blick auf innerstädtische Liefer- und Handwerkerverkehre fehle es noch an Lösungen.

Grundsätzlich komme zudem die konzeptionelle Herangehensweise in der gesamten Diskussion immer noch zu kurz. „Uns fehlt ein klares Bild, welche Mobilitäts- und Verkehrsbedürfnisse überhaupt konkret bestehen. Erst mit guten Datengrundlagen kann man adäquate Angebote schaffen. Teil des Maßnahmenpakets muss daher zwingend eine Ist- und Bedarfsanalyse der Mobilitätsbedürfnisse für verschiedene Zielgruppen sein. Nur so kann zum Beispiel ein attraktives ÖPNV-Angebot geschaffen werden, dass von Besuchern und Pendlern auch wirklich angenommen wird.“ Auch müsse der funktionalen Verflechtung in der gesamten Regiopolregion Rechnung getragen werden. Dies gelte bei der Neugestaltung des ÖPNV ebenso wie beim Aufbau eines regionalen Park-&-Ride-Angebots.

„Wir appellieren an die Mitglieder des Stadtrats, die Belange der Wirtschaft nicht außer Acht zu lassen. Die Mobilitätswende muss wirtschaftsverträglich angegangen werden. Stirbt das Gewerbe, sind Leerstand und Verödung in der Innenstadt die Folge.“

Information:
Dr. Sascha Genders
Tel. 0931 4194-373
E-Mail: sascha.genders@wuerzburg.ihk.de