Die Website steht, vielleicht laufen bereits Google Ads oder Social-Media-Aktivitäten. Oft fehlt vielen Unternehmen im Tagesgeschäft trotzdem die Zeit, ungenutzte Marketing-Potenziale aufzuspüren. Die „Online Marketing Challenge“ der IHK Würzburg-Schweinfurt und der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) bietet Unternehmen einen frischen Blick von außen.
Wo verlieren sich Besucher auf der Website? Welche Zielgruppen werden bislang kaum er-reicht? Welche Kanäle passen zum Unternehmen? Diesen und weiteren Fragen geht ein Team aus zwei bis fünf Studierenden nach. Das Team investiert typischerweise mehrere hundert Arbeitsstunden in Analyse, Konzeption und Umsetzung. Ein Online-Shop ist dafür nicht nötig: Auch eine klassische Unternehmenswebsite bietet Ansatzpunkte.
Zunächst untersucht das Team die Ausgangslage, den Wettbewerb und geeignete Online-Marketing-Kanäle. Daraus entsteht ein Konzept, das mit dem Unternehmen abgestimmt wird. Anschließend geht es an die Umsetzung: etwa Inhalte für Suchmaschinen verbessern, Google-Ads- oder Social-Media-Kampagnen testen, Werbekonten optimieren, gezielte Einstiegsseiten (Landingpages) entwickeln oder Website-Besuche besser auswerten.
„Die OMC ist keine kostenlose Agenturleistung, sondern eine intensive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Studierenden, Hochschule und IHK“, erklärt IHK-Digitalisierungsreferentin Julia Holleber, die das Projekt betreut. Vielmehr verbinde die OMC neue Impulse für das Unternehmen mit aktiver Nachwuchsförderung. „Während die Betriebe vom frischen Blick und den Ideen der Studierenden profitieren, können diese ihr Wissen an realen Aufgaben erproben und wertvolle Praxiserfahrung sammeln.“
Für Unternehmerinnen und Unternehmer bietet sich dabei auch die Chance, Unternehmertum erlebbar zu machen und als Vorbilder zu wirken: Sie geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag, erklären Entscheidungen und zeigen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen umzusetzen. So geht der Austausch über einzelne Marketingmaßnahmen hinaus – und kann junge Menschen für unternehmerisches Denken und Handeln begeistern.
Fachlich begleitet, gemeinsam umgesetzt
Die Vorschläge werden fachlich begleitet und kritisch geprüft. An der THWS verantwortet Prof. Dr. Mila Vogelsang den Grundlagenbereich; Prof. Dr. Christina Völkl-Wolf betreut den Praxisteil und die Challenge. Julia Holleber bringt die Unternehmensperspektive ein und unterstützt beim Coaching sowie bei der Abstimmung mit den Betrieben. Holleber betont: „Eine komplett neue Website, ein vollständiger Relaunch oder eine langfristige technische Betreuung gehören nicht zum Projekt.“ Möglich seien aber Optimierungen bestehender Seiten, kleinere technische Änderungen, Landingpages, die Einbindung von Tracking-Codes oder Verbesserungen der Nutzerführung. „Alle Änderungen erfolgen in Abstimmung mit dem Unternehmen.“ Entscheidend sei die Bereitschaft zur Mitarbeit. Eine feste Ansprechperson sollte Informationen und Daten bereitstellen, Rückfragen zeitnah beantworten und Entscheidungen ermöglichen. Technische Änderungen müssten intern oder mit der bestehenden Agentur abgestimmt werden; gegebenenfalls brauche das Team kontrollierten Systemzugang. „Dafür ist im Tagesgeschäft Zeit einzuplanen.“ Nicht jeder Vorschlag müsse umgesetzt werden, so Holleber. Lange Rückmeldezeiten oder ausbleibende Entscheidungen sollten die Arbeit aber nicht dauerhaft bremsen.
Fachliche Betreuung und Projektteilnahme sind grundsätzlich kostenfrei. Für praktische Online-Werbung stellt das Unternehmen 300 Euro bereit. Dieses Budget fließt vollständig an Werbeplattformen wie Google, nicht an Hochschule, IHK oder Studierende.
Zum Projektabschluss ist eine kleine Anerkennung für das studentische Team möglich. Als Orientierung werden etwa 100 Euro pro Person genannt. Das ist ausdrücklich freiwillig und keine Voraussetzung für die Teilnahme.
Eine kurze Mail als Bewerbung reicht
Für die Bewerbung genügt eine kurze, ehrliche Beschreibung statt einer aufwendigen Präsentation: Was macht das Unternehmen, wo liegen die Herausforderungen im Online-Marketing, welche Ziele sollen erreicht werden? Wichtig ist auch, wie schnell Entscheidungen und Änderungen möglich sind und ob kontrollierte Systemzugänge bereitgestellt werden können. Angaben zu bereits eingesetzten Werkzeugen wie Google Analytics oder Google Tag Manager helfen ebenfalls.
Die Auswahl erfolgt nach Prüfung der Bewerbungen; auch der Eingangszeitpunkt spielt eine Rolle. Eine frühe Bewerbung empfiehlt sich daher. Unternehmen, die ihre digitale Präsenz gemeinsam mit einem Studierendenteam weiterentwickeln möchten, reichen ihre Bewerbung bis zum 06.10.26 bei Julia Holleber ein (julia.holleber@wuerzburg.ihk.de). Das Fokusthema 2026 ist Nachhaltigkeit.