Deutschland: Industrie verlagert Investitionen ins Ausland

Die aktuelle DIHK-Sonderauswertung zu den Auslandsinvestitionen der Industrie zeigt eine klare Verschiebung: Deutsche Unternehmen investieren zunehmend außerhalb Deutschlands – und das aus strukturellen Gründen.

Brandgefährlich: Die sinkende Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland infolge zunehmender Kosten, aber auch eine schwache Konjunktur sowie geopolitische Konflikte prägen die Auslandsinvestitionspläne deutscher Industrieunternehmen. Darüber hinaus berücksichtigen viele Unternehmen bei ihren Standortentscheidungen zunehmend, dass viele Länder versuchen, ihre eigenen Märkte durch neue Zollhürden und andere Handelshemmnisse abzuschotten.

43 % der Industrieunternehmen planen 2026 Auslandsinvestitionen – mehr als im Vorjahr.

Bemerkenswerter Trend: Nicht mehr die Markterschließung, sondern Kosteneinsparungen sind das zentrale Motiv. 41 % der Unternehmen nennen Kosten als Hauptgrund – ein Höchstwert seit über 20 Jahren.

Gleichzeitig geraten Investitionen am Standort Deutschland unter Druck:
▪️ Inlandsinvestitionen bleiben deutlich hinter Auslandsengagements zurück
▪️ Hohe Energie-, Arbeits- und Regulierungskosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit
▪️ Geopolitische Risiken verstärken die Unsicherheit

Besonders kritisch: Unternehmen, die aus Kostengründen im Ausland investieren, reduzieren häufig ihre Investitionen und Beschäftigung im Inland deutlich. Ein Verlust an industrieller Wertschöpfung droht.

Regional bleibt die Eurozone das wichtigste Ziel für Investitionen, während Nordamerika leicht an Attraktivität verliert und Asien wieder an Bedeutung gewinnt.

Fazit: Die Zahlen sind ein Warnsignal. Wenn Kosten und Rahmenbedingungen nicht verbessert werden, droht eine schleichende Verlagerung von Industrie und Wertschöpfung ins Ausland.

Link zur DIHK-Sonderauswertung: Auslandsinvestitionen 2025: Trends und Herausforderungen für Unternehmen
 

Foto (Quelle: ChatGPT)