Neue IHK-Studie zur Nutzung von Fördermitteln
Wie nehmen die regionalen Unternehmen öffentliche Förderprogramme an? Dieser Frage geht eine neue Studie der IHK Würzburg-Schweinfurt nach – mit teils sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
Während die regionalen Firmen das Bundesförderprogramm für Digitalisierungsmaßnahmen „Digital Jetzt“ überdurchschnittlich gut annehmen, liegt Mainfranken bei anderen Programmen wie dem „Innovationsgutschein Bayern“ deutlich unter dem Durchschnitt – genauso wie beim „Innovationsgutschein Bayern“: Die regionalen Firmen haben im Untersuchungszeitraum der Studie (2019 bis 2023) durchschnittlich nur rund vier Anträge pro 100.000 Einwohner auf einen „Innovationsgutschein“ gestellt. Im Bezirk der IHK für München und Oberbayern wurden im gleichen Zeitraum fast neun Anträge pro 100.000 Einwohner gestellt – also mehr als doppelt so viele. Und auch im gesamtbayerischen Vergleich (6,25 Anträge) liege Mainfranken deutlich unter dem Durchschnitt, erklärt IHK-Finanzierungsreferent Sebastian Gläser. Bei Förderprogrammen wie WIPANO – „Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ oder dem „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ liege die Region hingegen im bayerischen Schnitt.
Nicht-rückzahlbare Zuschüsse möglich
„Bei der Nutzung von Fördermitteln ist in Mainfranken noch Luft nach oben“, sagt IHK-Bereichsleiter Oliver Freitag. Im Vergleich falle auf, dass Unternehmen in anderen Regionen wie Oberfranken oder der Oberpfalz deutlich aktiver bei der Beantragung und Nutzung staatlicher Förderprogramme seien. Auch bei Bundesprogrammen wie „go-Inno“ sei der Mittelabruf durch mainfränkische Unternehmen ausbaufähig.
„Grundsätzlich sollte die Politik für die richtigen Rahmenbedingungen in der Förderlandschaft sorgen. Die Verfügbarkeit der Fördermittel zum geplanten Projektbeginn, digitale Antragsverfahren, eine schnelle und rechtssichere Antragsbearbeitung, möglichst niedrigschwellige Antragskriterien und attraktive Förderkonditionen sind entscheidende Stellschrauben für die Akzeptanz der Programme“, erklärt Freitag.
„Wir ermutigen unsere Mitgliedsunternehmen, sich vor Beginn neuer Projekte mit der Fördermittelthematik auseinanderzusetzen“, so Freitag weiter. Gerade bei den Zuschussprogrammen könne eine finanzielle Unterstützung in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse eine vielversprechende Möglichkeit sein, um Innovationen zu realisieren, neue Produkte zu entwickeln und diese am Markt bereitzustellen.
Insgesamt hat die IHK acht Förderprogramme näher betrachtet und die Daten mit den anderen bayerischen IHK-Bezirken verglichen. Die Fördermittelstudie ist in dieser Form einmalig in Bayern. Förderprogramme bilden ein wichtiges Fundament staatlicher Wirtschaftspolitik auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene. Sie sollen das unternehmerische Risiko minimieren und die Investitionstätigkeit der Wirtschaft unterstützen. Gerade in wirtschaftlich volatilen Zeiten können Fördermittel einen attraktiven Anreiz bieten, um Transformationsprozesse aktiv und nachhaltig auszugestalten.
Die Studie steht online zum Download unter: https://www.wuerzburg.ihk.de/foerdermittel
Information:
Sebastian Gläser
Tel. 0931 4194-335
E-Mail: sebastian.glaeser@wuerzburg.ihk.de