Nachfolgereport: Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie am beliebtesten
Laut Nachfolgereport Mainfranken 2025 bevorzugen die meisten Unternehmen eine Übergabe innerhalb der Familie oder des engsten Mitarbeiterkreises. Ein Drittel der Befragten sieht steuerliche Themen als wesentliches Hindernis bei der Nachfolge.
Die IHK hat den „Nachfolgereport Mainfranken 2025“ veröffentlicht, für den Ende 2024 zahlreiche mainfränkische Unternehmen zu ihren Plänen und Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge befragt wurden.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Unternehmer die Übergabe ihres Unternehmens plant, wobei der bevorzugte Weg die Übergabe innerhalb der Familie oder an die eigenen Mitarbeiter ist und möglichst innerhalb von rund zwei Jahren erfolgen soll. „Die Umfrage zeigt auch, dass rund ein Drittel der Befragten steuerliche Themen als wesentliches Hindernis bei der Nachfolge wahrnimmt“, sagt IHK-Nachfolgeexpertin Sonja Weigel. „Trotz dieser Erkenntnis ziehen die meisten Unternehmer (75 Prozent) erst etwa ein bis zwei Jahre vor der geplanten Übergabe Beratungsexperten hinzu – ein Vorgehen, das aus strategischer Sicht als zu spät angesehen wird.“ Die strategische Ausrichtung der Unternehmensnachfolge sollte laut Weigel deutlich früher angegangen werden, um den Fortbestand des Unternehmens und eine langfristige Planung zu gewährleisten.
Wissen ist entscheidend
Ein bemerkenswerter Wandel zeigt sich bei den Anforderungen an den Nachfolger. Während im Jahr 2020 nur 44 Prozent der Unternehmer den Nachweis ausreichender Qualifikationen sowie Branchen- und Marktkenntnisse als wichtigste Anforderung ansahen, steigt dieser Wert in der aktuellen Befragung auf rund 91 Prozent. Nur noch jeder zehnte Befragte nennt die Kapitalausstattung als entscheidenden Faktor (2020: 11 Prozent). „Diese Verschiebung zeigt, dass für eine erfolgreiche Nachfolge neben den finanziellen Ressourcen vor allem die fachliche Eignung und die Marktkenntnis des Nachfolgers eine Schlüsselrolle spielen“, so Weigel.
Ein weiteres alarmierendes Ergebnis der Umfrage ist der geringe Anteil der Unternehmen, die bereits ein Notfallhandbuch implementiert haben. Weniger als ein Viertel der befragten Unternehmen verfügt über ein solches Handbuch. Nur knapp die Hälfte hat es auch schon aktualisiert. „Ein Notfallhandbuch ist jedoch entscheidend, um den Fortbestand des Unternehmens sowie den Schutz der Mitarbeiter und der Unternehmerfamilie zu gewährleisten“, erklärt Weigel. „Das Notfallhandbuch sollte von Anfang an Teil der Unternehmensstrategie sein und regelmäßig überprüft werden.“
Die ausführlichen Umfrageergebnisse sind online zu finden unter: www.wuerzburg.ihk.de/nachfolgereportmfr2025
Information
Sonja Weigel
Tel. 0931 4194-322
E-Mail: sonja.weigel@wuerzburg.ihk.de