Nach der Bundestagswahl: Wirtschaft fordert schnelle Regierungsbildung
Die IHK Würzburg-Schweinfurt versteht die sehr hohe Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent bei der Bundestagswahl als klare Erwartungshaltung an die Parteien, schnell eine neue Bundesregierung zu bilden und unmittelbar an den bestehenden Problemen und Herausforderungen zu arbeiten. „Deutschland steht vor dringenden Aufgaben. Die neue Regierung muss schnell handlungsfähig sein, Wachstumsbremsen lösen und unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sichern“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sascha Genders.
Laut IHK-Organisation sind die wirtschaftlichen Herausforderungen für Deutschland enorm. Die Rahmenbedingungen für Unternehmen hätten sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert, die deutsche Wirtschaft befinde sich an einem kritischen Punkt. Die jüngste DIHK-Konjunkturumfrage, an der sich 23.000 Unternehmen beteiligt haben, spricht von einer tiefen Strukturkrise. Rund 60 Prozent der Unternehmen sehen in dem aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmen ihr größtes Geschäftsrisiko – ein Negativ-Rekord. Ohne gezielte politische Kurskorrekturen drohe laut Genders nicht nur das dritte Rezessionsjahr in Folge, sondern eine anhaltende wirtschaftliche Schwäche der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft.
Hoher Handlungsdruck bei zentralen Themen
Die deutsche Wirtschaft sieht sich gleich mit einer ganzen Bandbreite an Themen belastet. Laut IHK ist schnelles Handeln besonders in folgenden Bereichen erforderlich:
Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren: Die Umsetzung von Infrastruktur- und Investitionsprojekten muss durch vereinfachte und digitalisierte Prozesse deutlich schneller erfolgen.
Energieversorgung sichern, Kosten senken: Wettbewerbsfähige Strompreise und verlässliche Rahmenbedingungen sind essenziell, um Produktionsverlagerungen ins Ausland zu verhindern.
Bürokratieabbau vorantreiben: Neue Belastungen für Unternehmen müssen vermieden, bestehende Berichtspflichten und Regulierungen spürbar reduziert werden.
Arbeits- und Fachkräftemangel gezielt bekämpfen: Durch eine effizientere Zuwanderung, bessere Qualifizierungsmaßnahmen und attraktivere Anreize zur Arbeitsaufnahme müssen dringend benötigte Arbeits- und Fachkräfte gewonnen werden.
Investitionen durch steuerliche Entlastungen fördern: Eine Reduzierung der Steuerlast und attraktivere Abschreibungsbedingungen können die notwendigen Spielräume für Unternehmen schaffen.
Die neue Bundesregierung müsse schnell Prioritäten setzen und Maßnahmen auf den Weg bringen, um die Rahmenbedingungen für Unternehmen in diesen fünf Themenfeldern spürbar zu verbessern, so Genders. Die IHK-Organisation bietet der Politik hierfür zahlreiche konkrete Lösungsvorschläge an. Die kommenden Jahre seien entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts: „Deutschland kann sich einfach keine Hängepartien mehr leisten.“
Information
Jan-Markus Momberg
Tel. 0931 4194-348
E-Mail: jan-markus.momberg@wuerzburg.ihk.de