IHK-Umfrage Going International 2025: Immer mehr Handelsbarrieren
Eine Mehrheit der deutschen Unternehmen hat in jüngster Zeit eine spürbare Zunahme von Handelsbarrieren festgestellt. Dies bremst den erhofften Exportaufschwung. Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Stimmung insgesamt negativ. Das zeigt die aktuelle Umfrage „Going International 2025“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter knapp 2.600 international aktiven Unternehmen.
Der Welthandel befindet sich in einem grundlegenden Wandel, der sich zunehmend auch auf Unternehmen aus Mainfranken auswirkt. Protektionistische Maßnahmen und steigende Handelshemmnisse erschweren zunehmend das internationale Geschäft. Höhere Zölle, neue Gegenzölle, verschärfte Zertifizierungsanforderungen und zusätzliche Regulierungen setzen die Betriebe der Region deutlich unter Druck. Eine Mehrheit der Unternehmen hat in jüngster Zeit eine spürbare Zunahme solcher Handelsbarrieren festgestellt. Dies bremst den erhofften Exportaufschwung erheblich. Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Stimmung insgesamt negativ. Das zeigt die aktuelle Umfrage „Going International 2025“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter knapp 2.600 international aktiven Unternehmen.
Das Niveau der Handelshemmnisse bleibt weltweit hoch. Mehr als jedes zweite Unternehmen (58 Prozent) berichtet von zunehmenden Handelsbarrieren innerhalb der letzten zwölf Monate. Besonders lokale Zertifizierungsanforderungen (59 Prozent) und verschärfte Sicherheitsbestimmungen (45 Prozent) belasten die Unternehmen und erhöhen die Kosten. Weitere Probleme stellen Sanktionen, unklare Gesetzgebungen sowie höhere Zölle und Local-Content-Vorgaben dar.
USA im Negativfokus
Deutliche regionale Unterschiede bestimmen aktuell das internationale Geschäft der mainfränkischen Unternehmen. Besonders Nordamerika entwickelt sich zunehmend zur Herausforderung. „Die wachsenden Handelsbarrieren und protektionistischen Signale aus Washington belasten unsere Unternehmen erheblich“, so Kurt Treumann, Bereichsleiter Außenwirtschaft der IHK Würzburg-Schweinfurt. 70 Prozent der befragten Unternehmen erwarten negative Auswirkungen durch die US-Handelspolitik. Noch im vergangenen Jahr galten die USA als Hoffnungsträger. Nun verzeichnet der US-Markt jedoch die stärkste Verschlechterung. Die Verunsicherung durch die US-Handelspolitik wirkt sich auf nahezu alle Weltregionen aus. Trotz kleiner Aufwärtstendenzen bleiben die Perspektiven für das laufende Jahr in fast allen Regionen negativ. Der erwartete Aufschwung wird durch diese große Unsicherheit deutlich gebremst.
Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Zielregion erheblich. Während in den USA inzwischen 50 Prozent der Unternehmen höhere Zölle beklagen (Vorjahr: 24 Prozent), werden in China insbesondere Local-Content-Vorgaben als großes Problem wahrgenommen (44 Prozent). Auch der Handel innerhalb der Eurozone wird durch bürokratische Hemmnisse erschwert: 55 Prozent kritisieren eine mangelnde Transparenz der Gesetze, 52 Prozent sehen erschwerten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen, 50 Prozent nennen lokale Zertifizierungsanforderungen als Belastung. Sanktionen beeinträchtigen vor allem das Russlandgeschäft deutlich, wobei 78 Prozent der betroffenen Unternehmen deren Einfluss spüren.
Auch die hausgemachte Bürokratie belastet
Hinzu kommen regulatorische Hürden aus Deutschland und der EU, die das internationale Geschäft zusätzlich erschweren. „Wir beobachten zunehmend, dass auch Regulierungen aus Deutschland und Europa die internationalen Aktivitäten unserer Unternehmen behindern“, betont Treumann. 83 Prozent der Unternehmen beklagen Schwierigkeiten durch bürokratische Anforderungen und Unsicherheiten, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), der Verpackungsrichtlinie und dem CO2-Grenzausgleich (CBAM). Lange Bearbeitungszeiten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen weiterhin für 43 Prozent der Unternehmen ein Problem dar – allerdings bereits deutlich weniger als noch im Vorjahr (57 Prozent). Hier greifen offenbar die eingeleiteten Vereinfachungen.
Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen fordert Treumann zügigere Fortschritte bei internationalen Handelsabkommen sowie den Abbau bürokratischer Hürden: „Unsere Unternehmen benötigen dringend klare und verlässliche Rahmenbedingungen, um Marktchancen zu eröffnen und langfristig zu sichern.“ Weiter mahnt Treumann entschlossenes Handeln an: „Handelsbarrieren müssen möglichst rasch beseitigt werden. Die internationalen Rahmenbedingungen sind bereits schwierig genug – zusätzliche Bürokratie können wir uns nicht erlauben.“
Die ausführlichen Umfrageergebnisse stehen online unter: www.wuerzburg.ihk.de/international
Information:
Kurt Treumann
Tel. 0931 4194-353
E-Mail: kurt.treumann@wuerzburg.ihk.de