Gründungsinteresse in Mainfranken wächst weiter

Wunsch nach einer beruflichen Alternative steht im Vordergrund

Das Interesse an der beruflichen Selbstständigkeit nimmt weiter zu. Sowohl der aktuelle DIHK-Report „Unternehmensgründungen 2026“ als auch die regionalen Halbjahreszahlen für Mainfranken zeigen eine positive Entwicklung im Gründungsgeschehen. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass viele Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit vor allem als berufliche Alternative in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sehen.

In Mainfranken wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 4.461 Gewerbe angemeldet und 3.290 Gewerbe abgemeldet. Daraus ergibt sich ein positiver Saldo von 1.171 Betrieben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stiegen die Gewerbeanmeldungen um rund 12,6 Prozent, während die Zahl der Abmeldungen leicht zurückging. Besonders hohe positive Salden verzeichneten die Stadt Würzburg (+206) sowie der Landkreis Würzburg (+187). Auch die Landkreise Haßberge (+155), Bad Kissingen (+152) sowie die Region Schweinfurt (+173 im Landkreis und +72 in der Stadt) entwickelten sich erfreulich.

Der DIHK-Report bestätigt diesen Trend auf Bundesebene. Die Zahl der Einstiegsgespräche bei den Industrie- und Handelskammern stieg 2025 um 13 Prozent, die Zahl intensiver Gründungsberatungen sogar um 15 Prozent. Gleichzeitig gaben 36 Prozent der beratenen Gründerinnen und Gründer an, dass der Wunsch nach einer beruflichen Alternative ein wesentlicher Grund für die geplante Selbstständigkeit sei. Dies ist der höchste Wert seit elf Jahren.

Neben dieser Entwicklung eröffnen technologische Veränderungen neue Chancen für Gründungen. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung sowie Sicherheits- und Verteidigungstechnologien schaffen neue Geschäftsfelder und Marktpotenziale. Besonders in den Bereichen KI, Robotik, Sensorik, Kommunikation und Cybersicherheit entstehen attraktive Perspektiven für technologieorientierte Unternehmen und Start-ups.

Auch Frauen interessieren sich zunehmend für die Selbstständigkeit. Bundesweit lag ihr Anteil an den IHK-Gründungsberatungen zuletzt bei 44 Prozent und erreichte damit einen Höchststand. Diese Entwicklung zeigt sich ebenfalls in Mainfranken: Immer mehr Gründerinnen nutzen die Beratungs- und Unterstützungsangebote der IHK.

Die IHK Würzburg-Schweinfurt begleitet angehende Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem umfassenden Informations- und Beratungsangebot. Dazu gehört auch die digitale Plattform „Unternehmenswerkstatt Deutschland“ (UWD), die Gründungsinteressierte von der Geschäftsidee über die Business- und Finanzplanung bis hin zur Umsetzung unterstützt und digitale Werkzeuge mit persönlicher Beratung verbindet.