Kanada entwickelt sich angesichts geopolitischer Spannungen und der Neuordnung globaler Lieferketten zu einem strategischen Partner. Anlässlich der Rede von Premierminister Carney hat die DIHK ein Impulspapier veröffentlicht, um die Partnerschaft auf eine neue Stufe zu heben.
Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, wachsender Risiken für Lieferketten und des Bedarfs an sicheren Rohstoff- und Energiequellen gewinnt Kanada für die Europäische Union zunehmend an Bedeutung. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) spricht sich deshalb für eine deutliche Vertiefung der EU-Kanada-Beziehungen aus.
Im Mittelpunkt stehen der Abbau bestehender Handelshemmnisse, die vollständige Ratifizierung des Freihandelsabkommens CETA sowie eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Digitalisierung und Wirtschaftssicherheit. Kanada gilt als wichtiger Partner für die Diversifizierung von Lieferketten und die Sicherung kritischer Rohstoffe, da das Land über zahlreiche für die europäische Wirtschaft wichtige Ressourcen verfügt.
Die DIHK fordert zudem einen raschen Abschluss des derzeit verhandelten EU-Kanada-Digitalabkommens. Dieses soll den digitalen Handel erleichtern, Rechtssicherheit für Unternehmen schaffen und die Zusammenarbeit bei Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien stärken.
Auch die Energiepartnerschaft soll ausgebaut werden. Kanada bietet großes Potenzial bei Wasserstoff, LNG und erneuerbaren Energien und könnte eine wichtige Rolle für die langfristige Versorgungssicherheit Europas spielen.
Handlungsbedarf sieht die DIHK bei der Nutzung des Freihandelsabkommens CETA. Trotz deutlicher Handelszuwächse seit dessen vorläufigem Inkrafttreten schöpfen viele Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, die bestehenden Zollvorteile noch nicht vollständig aus. Daher werden vereinfachte Verfahren und zusätzliche Unterstützungsangebote gefordert.
Insgesamt sieht die deutsche Wirtschaft in Kanada weit mehr als einen klassischen Handelspartner: Das Land entwickelt sich zu einem Schlüsselpartner für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Versorgungssicherheit und eine resilientere, regelbasierte Weltwirtschaft.
Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Positionspapier „EU-Kanada Beziehungen stärken“ (2026).