Chinas Konkurrenzdruck erreicht Bayern – und damit auch Mainfranken

Chinesische Unternehmen konkurrieren längst nicht mehr nur auf ihrem Heimatmarkt. Sie drängen zunehmend in den deutschen und europäischen Markt – und auf jene internationalen Absatzmärkte, auf denen auch mainfränkische Betriebe erfolgreich sind.

Eine DIHK-Sonderumfrage unter mehr als 1.300 Unternehmen zeigt: Rund 69 Prozent der befragten bayerischen Unternehmen bewerteten mit „sehr stark“, „stark“ oder „moderat“ eine wachsende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber. Besonders spürbar ist sie im EU-Binnenmarkt, in Deutschland und auf Drittmärkten.
Für unsere industriell geprägte und exportorientierte Region ist das ein ernst zu nehmendes Signal.
Die Ursachen liegen allerdings nicht allein in China. Staatliche Unterstützung, Kostenvorteile und ungleiche Marktzugangsbedingungen treffen auf hausgemachte Schwächen des Standorts Deutschland: hohe Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie und langwierige Verfahren. Nicht jeder chinesische Wettbewerbsvorteil ist unfair – und nicht jeder deutsche Wettbewerbsnachteil wird in China verursacht.

Die bayerischen Unternehmen nehmen den Wettbewerb an:

  • 66 Prozent senken ihre Kosten.
  • 64 Prozent setzen auf Produktinnovationen.
  • 41 Prozent erschließen neue Absatzmärkte.
  • 28 Prozent verlagern Investitionen.

Von Europa erwarten 73 Prozent vor allem ein geschlossenes, koordiniertes, außenwirtschaftspolitisches Auftreten. Das ist keine Forderung nach Abschottung. Gefragt ist vielmehr ein verlässlicher Kurs, der offene Märkte ermöglicht, strategische Abhängigkeiten reduziert und faire Wettbewerbsbedingungen durchsetzt.
Diversifizierung und Innovation: Gerade spezialisierte Mittelständler müssen ihre technologische Differenzierung stärken und ihre Absatzmärkte breiter aufstellen. Gleichzeitig muss Europa dort konsequent handeln, wo Wettbewerb durch Subventionen, fehlende Gegenseitigkeit oder unterschiedliche Regeln verzerrt wird.

Weitere Informationen finden Sie hier: DIHK - Deutsche Industrie- und Handelskammer

Hinweis: Die Bayern-Auswertung umfasst 107 Unternehmen. Da keine gesonderten Zahlen für Mainfranken vorliegen, ist die regionale Bewertung eine strukturbezogene Einordnung und keine statistische Hochrechnung.