Engpass nach Qualifikationen
2024 fehlten in Mainfranken rund 16.000 Arbeitskräfte. Alle Arbeitslosen, die für offene Stellen passend qualifiziert sind, werden dabei im Modell mit diesen offenen Stellen verrechnet und reduzieren die Lücke. Somit repräsentiert die Arbeitskräftelücke im Arbeitsmarktradar nur jene offenen Stellen, für die keinerlei passend qualifizierte Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
In der Realität sind jedoch nicht alle Arbeitslosen auf Stellen zu vermitteln, für die sie eine passende Qualifikation haben. Der von den Unternehmen wahrgenommene Arbeitskräftemangel ist somit deutlich höher als die hier ausgewiesene Arbeitskräftelücke. Einen Hinweis darauf gibt auch die Zahl der offenen Stellen in Mainfranken, die 2024 mit 26.000 deutlich höher als der berechnete Arbeitskräftemangel war.
Bis 2029 wird der Arbeitskräftemangel auf rund 25.600 Personen weiter ansteigen. Die Zahl der offenen Stellen wird dann bei rund 36.300 liegen. Betrachtet man den Arbeitskräftemangel nach Qualifikationsniveau, so fehlten 2024 rund 10.000 Fachkräfte (v.a. mit einer beruflichen Ausbildung) bei 14.700 offenen Stellen für diese Beschäftigtengruppe. 2029 werden 15.100 dieser Arbeitskräfte fehlen (offene Stellen: 19.300).
Die Zahl fehlender Spezialisten (z.B. Meister, Fachkräfte mit Weiterbildung, Bachelor) betrug 2024 rund 2.800 (offene Stellen: 3.800) und wird bis 2029 auf 4.600 ansteigen (offene Stellen: 5.800).
Zudem fehlten 2024 2.300 Experten (v.a. Akademiker mit Master-Abschluss) bei 3.300 offenen Stellen. 2029 wird diese Zahl auf 3.800 ansteigen (offene Stellen: 5.000).
Bei den Helfern betrug 2024 die Arbeitskräftelücke 1.100 Personen, bei 4.500 offenen Stellen. 2029 werden 2.100 fehlende Helfer (offene Stellen: 6.200) erwartet.
Ohne die Arbeitskräftelücke könnte die Wertschöpfung in Mainfranken 2029 2,7 Mrd. Euro beziehungsweise 6,4 % höher liegen.