12.10.2018 - 08:51 Uhr

Nutzen Sie das Beratungsangebot Ihrer örtlichen IHK

Gerade geringqualifizierte Beschäftigte sehen bei der beruflichen Weiterbildung viele Hürden

Umfrage IAB: Gründe gegen eine Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung ist in einer Arbeitswelt, die sich rapide wandelt, wichtiger denn je. Ausgerechnet Menschen ohne Berufsabschluss drohen hier weiter ins Hintertreffen zu geraten. Denn gerade sie befürchten nach den Ergebnissen einer IAB-Befragung, dass sich Weiterbildung für sie nicht auszahlt. Zudem geben zwei Drittel von ihnen an, dass sie das Lernen nicht mehr gewohnt seien. Kennen Sie Beratungsangebote zu beruflicher Weiterbildung, zum Beispiel von der Bundesagentur für Arbeit, den Handwerkskammern, den Industrie- und Handelskammern oder anderen Einrichtungen?“.

26 Prozent der formal Geringqualifizierten, Personen also, die nach eigenen Angaben keinen beruflichen Abschluss besitzen, bejahten diese Frage. Das waren deutlich weniger als in den anderen Gruppen. So kannten beispielsweise 35 Prozent der Befragten mit einer Berufsausbildung entsprechende Angebote, bei den Befragten mit Meister-, Techniker- oder Hochschulabschluss waren es mehr als 40 Prozent.

Im Durchschnitt aller Befragten zeigten sich knapp 40 Prozent über Beratungs- und Weiterbildungsangebote informiert.

Weniger als ein Fünftel hat eine Beratung in Anspruch genommen

Weniger als 20 Prozent aller Befragten haben eine solche Beratung schon einmal in Anspruch genommen – und zwar relativ unabhängig von ihrer beruflichen Qualifikation. Von denjenigen, die eine Beratung in Anspruch genommen hatten, gab nur gut die Hälfte an, dass sie diese als hilfreich empfand. Von denjenigen, die solche Beratungsangebote nach eigenen Angaben kannten, aber noch nicht in Anspruch genommen hatten, fand es ein knappes Viertel hilfreich, dies zu tun. Insgesamt fühlten sich knapp 40 Prozent der Befragten ausreichend über berufliche Weiterbildungsangebote informiert.

Dies hängt erwartungsgemäß auch von der Kenntnis der Beratungsangebote ab: Personen, die entsprechende Angebote kannten, fühlten sich in 55 Prozent der Fälle ausreichend informiert. Für diejenigen, die keine Kenntnis von Beratungsangeboten hatten, galt dies nur für gut 25 Prozent. Insgesamt fühlten sich Personen ohne berufliche Ausbildung am schlechtesten – nämlich nur in etwa 30 Prozent der Fälle – ausreichend informiert. Die Teilnehmenden wurden außerdem gefragt, ob sie innerhalb der letzten sechs Monate konkret überlegt hätten, an einer beruflichen Weiterbildung teilzunehmen. Hier war der Anteil der Geringqualifizierten mit 22 Prozent ebenfalls am niedrigsten. Bei Beschäftigten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung gaben 37 Prozent an, in letzter Zeit solche Überlegungen angestellt zu haben, bei solchen mit Meister-, Techniker- oder Hochschulstudium waren es etwa 50 Prozent.

Der Anteil der befragten Beschäftigten, die Beratungsangebote zur beruflichen Weiterbildung kennen, steigt mit dem Ausbildungsniveau – nicht jedoch der Anteil derjenigen, die eine entsprechende Beratung schon einmal in Anspruch genommen haben. Dies legt nahe, dass durch entsprechende Information auf allen möglichen Kommunikationsplattformen das Beratungsangebot bei der örtlichen IHK sinnvoll, hilfreich und kostenlos ist. Mit klaren, frühzeitigen Absprachen über die konkreten Vorteile und Konsequenzen einer Weiterbildungsteilnahme können Arbeitgeber dieser Unsicherheit entgegenwirken und auch hier auf das Beratungsangebot seiner örtlichen IHK hinweisen.

In der IHK Würzburg-Schweinfurt werden diese Beratungsangebote nachweislich in den letzten drei  Jahren wesentlich verstärkt genutzt und geschätzt – die Beratungsgespräche haben sich nahezu verdreifacht. Die Tendenz ist steigend.

Hier die genauen Zahlen:

Jahr                                         Anzahl der Beratungsgespräche                 Zuwachs in % 

2013                                                       38                                                        100%

2014                                                       28                                                          74%

2015                                                       89                                                        234%

2016                                                       66                                                        174%

2017                                                       93                                                        245%

Fazit: Intensive Aufklärungsarbeit im allen Ebenen der Arbeitnehmer und der Unternehmen ist nach wie vor dringend erforderlich, insbesondere durch den sich immer mehr abzeichnenden Fachkräfte und Auszubildendenmangel.    

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