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Trinkwasserverordnung

Trinkwasserverordnung und Legionellen

Die geltende Trinkwasserverordnung ist im Jahr 2001 in Kraft getreten. Sie dient vor allem dem Schutz der menschlichen Gesundheit vor Verunreinigungen des Trinkwassers. Trinkwasser muss demnach verschiedene mikrobiologische und chemische Anforderungen erfüllen bzw. die Aufbereitung ist nach bestimmten technischen Standards durchzuführen.

Dafür wurden im Anhang der Verordnung verschiedene Grenzwerte und Indikatorparameter definiert, die eingehalten werden müssen.

In der ersten Änderungsverordnung aus dem Jahr 2011 ist besonders die Einführung der Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen zu erwähnen. Der Grenzwert liegt hier bei 100 Legionellen auf 100 ml Wasser.

Der Bundesrat hat im Oktober der zweiten Änderung der Trinkwasserverordnung zugestimmt. Diese ist im Dezember 2012 in Kraft getreten.

Nach wie vor besteht die Untersuchungspflicht auf Legionellen. Unternehmer und sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage, in der sich eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet, müssen das Wasser auf Legionellen untersuchen lassen, sofern sie Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben.

Erleichterungen in Bezug auf die Untersuchungspflicht

Erleichterungen in Bezug auf die Untersuchungspflicht auf Legionellen kommen in erster Linie den Vermietern von Wohnraum zugute. Insbesondere wurde die Pflicht zur erstmaligen Untersuchung von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung auf Legionellen bei der rein gewerblichen Abgabe von Trinkwasser verlängert bis zum 31.10.2013. Auch ändert sich der regelmäßige Untersuchungsturnus von einem auf drei Jahre. Soweit eine Trinkwasserabgabe im Rahmen einer (auch) öffentlichen Tätigkeit erfolgt, bleibt es bei den bisherigen Fristen und wiederholenden Untersuchungsrhythmen.

Großanlagen zur Trinkwassererwärmung sind Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle. Zirkulationsleitungen werden nicht berücksichtigt. Entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht zu Großanlagen.

Neu geregelt wurden darüber hinaus die Anforderungen an Anlagen für die Gewinnung, Aufbereitung oder Verteilung von Trinkwasser. § 17 TrinkwV sieht – auch schon bisher – vor, dass Werkstoffe und Materialien, die bei der Neuerrichtung oder Instandhaltung von Trinkwasseranlagen verwendet werden und mit Trinkwasser in Berührung kommen, das Trinkwasser nicht beeinträchtigen dürfen, und zwar im Hinblick auf die Gesundheitsgefährdung von Menschen, auf Geruch und Geschmack und auf einen möglichen Stoffeintrag in das Trinkwasser.

Was bringt die Zukunft?

Mit der Änderung der Verordnung wird nun das Umweltbundesamt ermächtigt, zur Konkretisierung dieser Anforderungen Bewertungsgrundlagen festzulegen. Das Umweltbundesamt kann zukünftig zum Beispiel Einzelheiten zur Überprüfung der eingesetzten Werkstoffe und Materialen festlegen. Das UBA kann zudem Ausgangsstoffe, die bei der Produktion dieser Werkstoffe und Materialien verwendet werden dürfen, in einer Positivliste veröffentlichen sowie über bereits geprüfte Werkstoffe und Materialen informieren, die für den Einsatz in einer Trinkwasseranlage unbedenklich sind.

Wer seine bereits auf den Markt gebrachten Werkstoffe und Materialen in einer entsprechenden Positivliste veröffentlicht sehen möchte, muss hierfür einen Antrag beim Umweltbundesamt stellen (§ 17 Abs. 4 Satz 2f TrinkwV). Für Produkte und Verfahren, die bereits von einem für den Trinkwasserbereich akkreditierten Zertifizierer zertifiziert worden sind, gilt die Vermutung, dass sie die Anforderungen aus der TrinkwV erfüllen und für den Einsatz in einer Trinkwasseranlage geeignet sind.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Für die Untersuchung auf Legionellen ist ein gelistetes Labor zu beauftragen. Die Landesliste für Bayern finden Sie hier.

Eine aktuelle Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren nach § 11 TrinkwV finden Sie auf der Homepage des Umweltbundesamtes.

Ansprechpartner

Jacqueline Escher

M. Sc. Geographie

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