14.03.2018 - 08:56 Uhr

Jubiläumsspende

Wirtschaft/Wissenschaft – das Netzwerk weiter stärken

Umbau eines „Schwalbe“-2-Takt-Rollers zu einem Elektro-Roller. Das Fahrzeug ist inzwischen als Prototyp zugelassen und kann bei der FHWS besichtigt und ausprobiert werden. Gefördert durch den FH-Förderpreis der Mainfränkischen Wirtschaft 2014. Bild: FHWS

Die beiden Förderpreise der mainfränkischen Wirtschaft unterstützen wirtschaftsnahe Forschung an beiden regionalen Hochschulen.

Als eine „noble Geste“ wurde die Einrichtung eines Fonds „Jubiläumsspende der mainfränkischen Wirtschaft“ bezeichnet, mit dem die regionalen Unternehmen 1982 der Universität zum 400-jährigen Jubiläum gratulierten und in einer Spendenaktion 400.000 DM als Grundstock für eine Stiftung sammelten. Über die Jahre konnte das Stiftungsvermögen dieses „Universitätsförderpreises der mainfränkischen Wirtschaft“ mehrmals aufgestockt werden. Es beträgt nun 1,1 Millionen Euro, aus denen jährlich je nach Zinslage rund 35.000 Euro für regionale Forschungsprojekte ausgeschüttet werden können.

Die Unternehmer in der Vollversammlung der IHK waren der Meinung, dass es eine solche Stiftung auch für die Förderung von Projekten an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) – unserer damaligen Fachhochschule (FH) – geben sollte. Deswegen hat die IHK 2011 eine weitere Stiftung gegründet und analog einen „FH-Förderpreis der mainfränkischen Wirtschaft“ ins Leben gerufen. 

Jubiläum 2018
Die IHK nimmt ihr 175-jähriges Jubiläum im nächsten Jahr zum Anlass, einen Spendenaufruf an die mainfränkischen Unternehmen zu starten: „Helfen Sie mit, das Stiftungskapital des FH-Förderpreises der mainfränkischen Wirtschaft aufzustocken!“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Ralf Jahn. „Denn wo anwendungsorientierte Forschung gedeiht, da ist auch Innovation zu Hause, da entsteht auch Wettbewerbsvorsprung.“ Davon profitiere auch die Wirtschaft und davon wiederum die gesamte Region. „Ihre Spende ist also keine Einbahnstraße. Im besten Falle finden die Forschungsergebnisse eines Tages Eingang in Unternehmensprozesse“, so Jahn. „Zusätzlich stärken Sie mit Ihrer steuerlich abzugsfähigen Spende den Wirtschaftsfaktor Hochschule in Mainfranken – als Arbeitgeber, als Bauherr oder als „Magnet“ für Tausende Studenten, Konsumenten von heute und gesuchte Fachkräfte von morgen“, bittet der IHK-Chef die Unternehmen. 

Was geschieht mit Ihrem Geld?
Die Spender zahlen direkt in das Stiftungsvermögen des FH-Förderpreises ein. Dieses beträgt inzwischen rund 400.000 Euro. Für die Projektförderung ausbezahlt werden stets nur die Zinserträge, das Stiftungsvermögen bleibt unberührt. So konnten in den letzten Jahren bereits einige Vorhaben kofinanziert und angeschoben werden, im Jahr 2014 beispielsweise das Projekt „Der Schwalbe das Rauchen abgewöhnen.“ mit 2.000 Euro.

Die „Schwalbe“ ist ein bekannter und bei Oldiefreunden beliebter Motorroller aus DDR-Produktion. Wie viele auch heute noch gebaute Motorroller wird die Schwalbe von einem Zweitaktmotor angetrieben, was der Umwelt aufgrund des mitverbrannten Motoröls nicht gerade zuträglich ist. Viele werden sich an die blauen Abgasfahnen der Zweitaktfahrzeuge erinnern, und manch fabrikneuer Roller ist heute im Straßenverkehr noch zu riechen. Da Elektromobilität ein Zukunftstrend ist, kam Professor Dr.-Ing. Christoph Bunsen von der Fakultät für Maschinenbau an der FHWS auf die Idee, einen Elektroroller zu bauen, um das Entwicklungspotenzial zu demonstrieren (Bild oben). 

In diesem Jahr hat die Maschinenbauprofessorin Dr. Gordana Michos 2.500 Euro erhalten. Sie forscht an der Effizienzsteigerung von Werkzeugmaschinen und will ein Messsystem um ein Schnittstellenmodul erweitern. Damit kann das System dann direkt mit der Werkzeugmaschine kommunizieren, die Forscher wollen so Zusammenhänge zwischen verschiedenen Prozess- und Zustandsdaten der Werkzeugmaschine ermitteln. „Werkzeugmaschinen sollen zukünftig selbstständig Meldungen an den Maschinenbediener sowie die Fertigungsplanung und -steuerung geben“, erklärt Michos. „Neben einer effizienteren Prozessführung erhalten wir so auch Rückschlüsse zum momentanen Maschinenzustand. Bestenfalls erkennt und meldet die Maschine frühzeitig einen sich anbahnenden verschleißbedingten Ausfall. Wir können dann agieren statt zu reagieren.“

Aus einem höheren Stiftungsvermögen resultieren auch höhere Zinserträge und damit eine stärkere Förderung. Spenden sind je nach Disposition in 2017 und 2018 möglich, gegebenenfalls auch in zwei Teilbeträgen.

Machen Sie bitte mit! Nutzen Sie die Einzugsermächtigung!

Gerade auch kleine und mittelständische Betriebe sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Jeder nach seinen Kräften! Denn auch kleinere Beträge summieren sich und tragen zum eigentlichen Zweck der Spende bei: die Verbundenheit der regionalen Wirtschaft mit dem Wissenschaftsstandort Mainfranken zu dokumentieren.

Eine Liste der Spender in Form eines Spenderbuches sowie einen Scheck über den eingegangenen Gesamtbetrag wird die IHK dem Präsidenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) im IHK-Jubiläumsjahr öffentlichkeitswirksam überreichen.

IHK-Ansprechpartner:
Radu Ferendino
Tel.: 0931 4194-319
radu.ferendino@ wuerzburg.ihk.de