27.04.2017 - 10:31 Uhr

IHK-Verkehrsausschuss bei Siemens in Bad Neustadt

Transport und Logistik der Zukunft

BU: Der Verkehrsausschuss der IHK Würzburg-Schweinfurt zu Besuch bei der Siemens AG in Bad Neustadt. Bild: Monika Tast

Bad Neustadt/Würzburg – Transport und Logistik der Zukunft standen im Fokus der Frühjahrssitzung des IHK-Verkehrsausschusses bei der Siemens AG in Bad Neustadt.

Fachlicher Mittelpunkt der Sitzung war ein Vortrag von Ben Kraaijenhagen, MAN Truck & Bus AG, Foresight & Environment, MTB-E Research Department, der einen Blick auf die Veränderung von Transport und Logistik in der Zukunft warf. „Der Trend zur Urbanisierung hält an, die Menschen wollen dort leben, wo sie auch arbeiten. Das führt unausweichlich zu Veränderungen bei der Mobilität.“, so Kraaijenhagen. Der Visionär hält neue Strukturen in der Region für notwendig und unausweichlich. Dazu gehören zum Beispiel Transportkorridore und so genannte Hubs außerhalb der Städte, zu denen Waren und Produkte aus der Region geliefert werden und von dort dann konsolidiert verteilt werden.  

Auch Verkehrswege könnten anders genutzt werden. Er schlägt beispielsweise vor, Müll in den Städten nachts zu entsorgen, oder Straßenbahnen zu weniger frequentierten Zeiten zur Anlieferung für die Händler in den Innenstädten zu nutzen. Für diesen Wandel fordert Kraaijenhagen: „Wir brauchen rechtliche Grundlagen für eine effiziente Nutzung der Infrastruktur, die definiert, wann welche Infrastruktur von wem genutzt wird. Auch multi-modale Verkehre sowie die Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung müssen geregelt werden, es muss erfasst sein, wie Lieferverkehre durch Unternehmenskooperationen etwa bei der Verteilung von den Hubs in die Städte optimal genutzt werden können.“ Lang-Lkws über größere Distanzen zu nutzen, würde unausweichlich. Das gelte auch für automatisiertes und autonomes Fahren, das für MAN bereits um das Jahr 2025 zum Alltag gehören könne.        

Luftreinhalteplan Würzburg und Share Mobility  

Der Ausschuss befasste sich außerdem mit den Themen Infrastrukturgesellschaft sowie mit der Fortschreibung des Luftreinhalteplans der Stadt Würzburg, insbesondere mit der diskutierten Einführung einer Umweltzone. Die IHK hat sich bereits 2015 gemeinsam mit der Handwerkskammer für Unterfranken (HWK) im „Pakt zur Luftreinhaltung“ für saubere Luft stark gemacht. Gemeinsam fordern die Wirtschaftskammern von den politischen Entscheidern, dass die diskutierten Maßnahmen eindeutig wirksam sein müssen. Nötig sei ein ganzheitliches Konzept, das die verschiedenen Interessensgruppen berücksichtigt. Insbesondere sei der Bau der Straßenbahnlinie 6 sowie die Umsetzung von Park-und-Ride-Anlagen dringend erforderlich. „Das Thema Luftqualität in Würzburg zeigt, wie wichtig es ist, zeitnah mit dem Projekt B 26n zu starten. Dieses schafft mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Wirtschaftsregion Potenziale für Mobilität und wirkt sich positiv auf die Verkehrsbelastung in der Domstadt aus.“, ergänzt Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung. Alternative Mobilitätskonzepte in der Innenstadt wie Lastenräder oder E-Mobility müssten größere Beachtung finden. Die IHK erarbeitet zurzeit mit dem Zentrum für Regionalforschung (ZfR) der Universität Würzburg eine Studie zur „Share Mobility“, die für Herbst erwartet wird.  

Daniel Büttner, Leiter Logistik Planung, Siemens AG, Bad Neustadt, stellte zudem den „Aufbau eines Wertstromsystems für Servomotoren durch Integration eines automatischen Kistenlagers in den Fertigungsfluss“ vor und zeigte bei einem Rundgang durch das Elektromotorenwerk in der Digital Factory Division neue Potenziale im Produktionsbetrieb.  

Dr. Sascha Genders
Tel. 0931 4194-373
E-Mail: sascha.genders@ wuerzburg.ihk.de