Indien: Neue Anforderungen bei Rechnungsstellung

Stellen deutsche Unternehmen Rechnungen nach Indien, erreicht sie kurze Zeit später eine Aufforderung ihrer Kunden, bestimmte Unterlagen beizubringen. Nur dann könnten die Rechnungen bezahlt werden.

Dies ist durchaus korrekt, sofern die abgerechneten Leistungen der indischen Quellensteuer unterliegen, was u.a. bei Lizenzzahlungen und vielen Dienstleistungen der Fall ist. Vielen deutschen Unternehmen ist bereits bekannt, dass sie ihre steuerliche Ansässigkeit in Deutschland nachweisen müssen. Hierzu dient eine Ansässigkeitsbescheinigung der deutschen Finanzverwaltung („Tax Residency Certificate“) und eine sog. Form 10F der indischen Finanzverwaltung, die recht einfach auszufüllen ist.

Hinzu kommt nun aber eine weitere Anforderung. Das deutsche Unternehmen möge doch bitte auch Nachweise übersenden, dass es in den letzten Jahren Steuererklärungen in Indien abgegeben habe.

Seit Juli 01, 2021 gilt eine neue Vorschrift (Sect. 206 AB Income Tax Act, „ITA“) wonach sich der Quellensteuersatz verdoppelt, z.B. von i.d.R. 10,0% auf dann ca. 20%, wenn der Steuerpflichtige, also der Rechnungssteller, in den beiden Vorjahren keine Steuererklärung
abgegeben hat. Diese Vorschrift gilt für indische Unternehmen und für ausländische Unternehmen, die eine ertragsteuerliche Betriebsstätte in Indien haben, z.B. weil sie eine Montage von über 6 Monaten Dauer erledigen. Sie gilt jedoch nicht für deutsche Unternehmen, die zwar quellensteuerpflichtige Einkünfte haben aber eben keine Betriebsstätte. Da aber der Kunde dies nicht wissen kann, ist seine Frage durchaus berechtigt und zielt auf alle seine Lieferanten, um gegenüber den indischen Behörden compliant zu sein.

Weitere Informationen finden Sie in einem Informationsblatt der Außenhandelskammer.