© scanrail / Getty Images/iStockphoto

Positionspapier

E-Bilanz

Auch wenn nach Auffassung der Vollversammlung der IHK Würzburg-Schweinfurt die E-Bilanz in ihrer derzeitigen Ausgestaltung in die falsche Richtung geht, startete diese für alle seit Januar 2013 beginnenden Wirtschaftsjahre.

Offizielles Ziel der E-Bilanz ist es, bürokratische Lasten in den Unternehmen abzubauen und die Verwaltung effizienter zu gestalten. Die vom Bundesfinanzministerium vorgeschriebene Gliederung, welche weit über das Handelsgesetzbuch hinausgeht, wird jedoch eine echte Herausforderung für Unternehmen. Mussten kleine Kapitalgesellschaften mit bis zu 50 Beschäftigten bisher in ihrer Bilanz lediglich 23 Pflichtfelder ausfüllen, so werden es zukünftig 178 "Muss"-Felder sein - eine Steigerung um fast 700 Prozent.

Neue Taxonomie

Für die Umsetzbarkeit spielen unter anderem die so genannten Auffangpositionen eine maßgebliche Rolle. Diese Auffangpositionen beinhalten die Möglichkeit, statt den vorgegebenen Positionen der umfangreichen Taxonomie, die sich in der eigenen Buchhaltung des Unternehmens nicht widerspiegeln, Auffangfelder zu nutzen. Hier war lange umstritten, ob eine Nutzung der Auffangpositionen nur befristet oder aber dauerhaft möglich sein soll. Klarheit in dieser Frage und zu weiteren Erleichterungen hat nun eine Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundeswirtschaftsministeriums vom 30. Mai 2012 geschaffen. Die Pressemeldung enthält folgende wesentliche Erklärungen:

  • Die Auffangpositionen werden dauerhaft beibehalten und nicht, wie zunächst geplant, nach einer Übergangszeit wieder abgeschafft.
  • Nur die im Hauptbuch enthaltenen Bilanzposten müssen elektronisch übermittelt werden.
  • Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die bilanzieren, können von der Steuerverwaltung weitere Unterstützung erhalten. Für sie sollen spezielle Informationen bereit gehalten werden, um ihnen den Einstieg in die E-Bilanz zu erleichtern.

Die IHK-Vollversammlung kritisiert in ihrem Positionspapier, dass die Finanzverwaltung zukünftig massiv in die Buchhaltung eingreift, indem die Unternehmen ohne Not zur Anlage von deutlich mehr und neuen Konten gezwungen werden. "Der eigentliche Zweck einer Bilanz, die Information im Unternehmen sowie der Gläubiger und Aktionäre, tritt in den Hintergrund", moniert die Vollversammlung.

Die IHK-Organisation wird daher auch weiterhin die Entwicklung beobachten und entsprechend intervenieren.

Ansprechpartner

Cornelia Becker-Folk

Assessorin

Referentin Recht und Steuern

Würzburg

Telefon: 0931 4194-383

E-Mail: cornelia.becker-folk@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Rebekka Hennrich

Assessorin

Referentin Recht und Steuern

Würzburg

Telefon: 0931 4194-249

E-Mail: rebekka.hennrich@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Jacek Braminski

Assessor

Referent Recht und Steuern
Referent Standortpolitik

Würzburg

Telefon: 0931 4194-242

E-Mail: jacek.braminski@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular