25.04.2018 - 12:36 Uhr

Wirtschaftsdialog von IHK und Bundesbank

Wirtschaftslage und Standort im Fokus

(von links): Dr. Sascha Genders, IHK Würzburg-Schweinfurt, Sebastian Breuer, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Manfred Eder, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in Bayern, Franz Josef Benedikt, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in Bayern, Dr. Klaus D. Mapara, IHK Würzburg-Schweinfurt, Markus Schiller, Deutsche Bundesbank, Filiale Würzburg; Foto: Angelika Cronauer

Würzburg - Wirtschaftspolitische Fragestellungen rund um den Wirtschaftsstandort Mainfranken standen im Fokus der Auftaktveranstaltung "Wirtschaftsdialog", zu der Deutsche Bundesbank und IHK Würzburg-Schweinfurt rund 80 interessierte Teilnehmer aus Politik und Unternehmerschaft begrüßten.

Perspektiven der Geldpolitik

Der Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Bayern, Franz Josef Benedikt, erläuterte einleitend die aktuelle europäische Geldpolitik und ging auf die notwendige Reform der Währungsunion ein. Er betonte, die Bundesbank habe großes Interesse, den Euroraum robuster zu gestalten. "Andernfalls läuft die Geldpolitik Gefahr, immer wieder bei Krisen in die Bresche springen zu müssen." Benedikt machte deutlich, dass aktuelle Vorschläge, die auf mehr Risikoteilung und Gemeinschaftshaftung hinausliefen, kritisch zu sehen seien. Insbesondere im Bereich der Finanz- und Wirtschaftspolitik komme es auf eine Stärkung der Eigenverantwortung an, um die Balance zwischen Handeln und Haften wieder herzustellen.

175 Jahre Unternehmergeist in Mainfranken

IHK-Vizepräsident Dr. Klaus D. Mapara betonte die Bedeutung des mainfränkischen Unternehmertums im Lichte des 175-jährigen Jubiläums der mainfränkischen Wirtschaftskammer. Trotz guter Konjunktur könne sich Mainfranken aber nicht auf dem Geleisteten ausruhen: "Jetzt genügsam zu werden und zu sagen "passt schon", wäre fatal. Denn es gibt zwei massive Probleme: Den Fachkräftemangel und zu wenig Unternehmergeist!" Der Schlüssel liege wie so oft in der Bildung. Hier seien laut Dr. Mapara aber nicht nur die Schulen gefordert, sondern alle relevanten Akteure - von den Elternhäusern, über die Schulen, Hochschulen, Politik, Behörden und Verwaltung bis hin zur Wirtschaft selbst.

Die Zeichen stehen auf Wachstum

Sebastian Breuer, stellvertretender Generalsekretär des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, beleuchtete die konjunkturelle Situation der deutschen Volkswirtschaft im Frühjahr 2018. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Hochkonjunkturphase. Auch für die Jahre 2018 und 2019 stehen die Zeichen auf Wachstum. Aber: Engpässe am Arbeitsmarkt dürften - unter anderem - dazu beitragen, dass sich die Wachstumsdynamik künftig etwas verlangsamt", prognostizierte Breuer.

Kostenfreier Service für Unternehmen

Manfred Eder, Referatsleiter Bonitätsanalyse und Wertpapiere bei der bayerischen Bundesbank-Hauptverwaltung, stellte das hauseigene Bonitätsanalyseverfahren der Bundesbank vor. Eine  Einstufung der Bundesbank sei vergleichbar mit einem Rating der externen Ratingagenturen und stehe allen Unternehmen offen. "Gerade für mittelständische Unternehmen ist es eine Chance, eine unabhängige und noch dazu kostenfreie Einschätzung ihrer Bonität zu erhalten", warb Eder für den Notenbank-Service.

Information: Dr. Sascha Genders, IHK, Tel. 0931 4194-373, E-Mail: sascha.genders@ wuerzburg.ihk.de oder unter www.wuerzburg.ihk.de.