19.02.2020 - 13:48 Uhr

DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2020

Strukturelle Herausforderungen bremsen Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft kommt zu Jahresbeginn nicht in Tritt.

Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, an der sich mehr als 26.000 Betriebe aus allen Regionen und Branchen beteiligt haben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung: Die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben niedrig. Das außenwirtschaftliche Umfeld ist von großen Herausforderungen geprägt. Gerade in der Industrie zeigen sich strukturelle Herausforderungen. Immerhin trägt die Binnenwirtschaft weiter - wenn auch insgesamt auf niedrigem Niveau. Hinzu kommen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die zunehmend zum Risiko werden. Einzelne Lichtblicke gibt es im Bau, im Bereich der Hochtechnologie, bei Pharma und IT-Dienstleistern.

"Nach wie vor erwarten mehr Unternehmen für dieses Jahr schlechtere Geschäfte als bessere", fasst DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse zusammen. "Auch wenn die jüngsten Rückmeldungen aus der Praxis das trübe Bild vom Herbst 2019 etwas aufhellen, so sind wir von Aufschwungseuphorie weit entfernt. Die Unsicherheiten durch das Coronavirus kommen am aktuellen Rand noch hinzu."

Der DIHK geht daher bei seiner Konjunkturprognose von einem Wachstum von gerade einmal 0,7 Prozent für das laufende Jahr aus. "Davon gehen rund 0,5 Prozentpunkte auf statistische Effekte wie den Überhang aus dem Vorjahr sowie vier zusätzlichen Arbeitstage in diesem Jahr zurück. Deshalb sehen wir aktuell nur wenig echtes Wachstum", sagt Wansleben. "Besorgniserregend ist: Eine ganze Reihe von Daten insbesondere aus der Industrie sprechen dafür, dass sich zur aktuellen Konjunkturschwäche auch strukturelle Herausforderungen gesellen, wie zum Beispiel die E-Mobilität, die Digitalisierung, die Energiewende und weiter der Fachkräftemangel. Einige Regionen sind davon besonders betroffen."

Weiterführende Informationen sowie die gesamte Konjunkturauswertung des DIHK finden Sie hier.

 

Quelle: DIHK, 2020