03.06.2019 - 10:57 Uhr

IHK-Analyse

Schwächere Geschäfte im innerstädtischen Einzelhandel

Über 22 Milliarden Euro stehen den mainfränkischen Privathaushalten 2019 nach Schätzung der Michael Bauer Research GmbH zur Verfügung.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von 3 Prozent – grundsätzlich ein positives Signal für den regionalen Einzelhandel. Doch die Realität in den mainfränkischen Innenstädten sieht häufig anders aus.  

Pro Kopf stehen den Bürgern in Mainfranken 2019 durchschnittlich 23.464 Euro zur Verfügung. Davon werden rund  5.900 Euro im regionalen Einzelhandel ausgegeben. „In diesen Betrag zählen jedoch auch Ausgaben für die Grundversorgung, also für Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs. Innerstädtische Händler berichten immer häufiger von einem Rückgang der Passantenfrequenz und der immer noch stark wachsenden Konkurrenz durch den Onlinehandel. Die allgemein steigende Kaufkraft erreicht sie vielerorts immer weniger“, erläutert Dr. Christian Seynstahl, Referent Regionalentwicklung der IHK Würzburg-Schweinfurt.  

Positive Impulse für das Konsumpotenzial  

Das Konsumpotenzial in Mainfranken entwickelt sich weiterhin positiv: Gegenüber 2015 stieg der Betrag um rund 12,5 Prozent. Über die Hälfte der gesamten Kaufkraft binden allein die Städte Schweinfurt und Würzburg mit ihren umgebenden Landkreisen. In den übrigen Landkreisen beträgt der Anteil jeweils zwischen sechs und 14 Prozent. Rund 17 Prozent werden davon im regionalen Einzelhandel ausgegeben. Etwa 1,54 Milliarden Euro kann der Einzelhandel in Würzburg einnehmen, ebenfalls höhere Umsätze erzielen daneben Händler in der Stadt Schweinfurt (688 Millionen Euro) und im Landkreis Main-Spessart (680 Millionen Euro).    

Handelsbranche im strukturellen Wandel  

Wichtig zur Beurteilung, ob ein Handelsort Kaufkraft bindet oder verliert, ist die Zentralitätskennziffer. Beträgt sie über 100 Punkte, liegt für die Gebietskörperschaft ein Kaufkraftüberschuss vor. Auf Ebene der Landkreise liegt dieser Index nur im Landkreis Rhön-Grabfeld (104,4) und den beiden kreisfreien Städten Würzburg (189) und Schweinfurt (214) über 100 Punkten. Bei kleinräumiger Betrachtung erweisen sich neben diesen beiden Städten auch die regionalen Mittelzentren als wichtige Versorgungsanker. Bis auf Karlstadt erreichen alle Städte ab 10.000 Einwohner eine Zentralität von über 100 Punkten. Das beudetet, dass die Städte der Region ihrer Aufgabe als Versorgungszentren gerecht werden. Allerdings beklagen in der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage Ladengeschäfte Umsatzrückgänge, während Onlinehändler von einer positiven Umsatzentwicklung berichteten. „Der Druck unter den innerstädtischen Händlern nimmt zu. Viele Betriebe setzen sich bereits intensiv mit ihrem Geschäftsmodell auseinander und testen dabei beispielsweise auch neue digitale Services. Wichtig ist jedoch auch die Vernetzung mit den Mitbewerbern und der Kommune vor Ort, um Strategien zu entwickeln, wie der Handelsstandort attraktiv gehalten werden kann“, fasst Seynstahl die aktuelle Situation zusammen.  

IHK unterstützt persönlich und digital  

Die Leistung innovativer Händler würdigen – das ist das Ziel des derzeit laufenden IHK-Wettbewerbs „Zukunftshändler Mainfranken“. Interessierte Händler können sich noch bis Ende Juli bewerben unter: www.wuerzburg-ihk.de/zukunftshändler. Weitere Informationen zu regionalen Handelskennzahlen wie können bei der IHK erfragt oder online eingesehen werden: www.wuerzburg.ihk.de/kaufkraft     

Information:
Dr. Christian Seynstahl
Tel. 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de