18.09.2018 - 09:08 Uhr

Erhöhung der Parkgebühren in Würzburg

IHK warnt vor Benachteiligung der heimischen Wirtschaft

© Getty Images/iStockphoto / undefined undefined

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Würzburg – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt warnt vor möglichen Beeinträchtigungen für die heimische Wirtschaft durch die Erhöhung der Parkgebühren der Stadt Würzburg zum 1. Oktober dieses Jahres.

„Eine Erhöhung der Parktarife für oberirdisches Parken kann dazu führen, dass gerade die Bürger der umliegenden Landkreise sich gegen einen Besuch in der Domstadt entscheiden. Würzburg steht schließlich in Konkurrenz zu anderen Handelsstandorten“, erklärt Professor Dr. Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Dies sei nicht nur für Gastronomie, Dienstleister und Tourismus negativ, insbesondere den Einzelhandel setze dies unter Druck. Die Attraktivität einer Tourismusstadt wie Würzburg, mit annähernd einer Millionen Übernachtungen und 13,4 Millionen Tagesreisen im Jahr 2017, hänge maßgeblich von der fußläufigen Erreichbarkeit der Innenstadt ab. Hinzu komme die Umlandbevölkerung, die auf die Versorgung durch das Regionalzentrum Würzburg angewiesen sei. Dies bedinge in ausreichender Zahl oberirdische Parkplätze.  

Innenstädte müssen erreichbar sein  

Das Ziel der Parkgebührenerhöhung, nämlich die Parkhäuser besser auszulasten und somit den Parksuchverkehr zu verringern, sieht die Wirtschaftskammer grundsätzlich positiv. Allerdings dürfe dies nicht einseitig zu Lasten der Wirtschaft gehen, die in der Innenstadt auf Besucher angewiesen ist. „Die Erreichbarkeit der Innenstadt muss mit allen Verkehrsmitteln gewährleistet sein – auch mit dem Auto zu bezahlbaren Preisen“, so Professor Jahn. Gerade ältere und in der Mobilität eingeschränkte Personen sind auf Parkplätze in unmittelbarer Nähe zu den Dienstleistern und Einzelhändlern angewiesen. Parkhäuser sind für diesen Personenkreis oft keine Alternative.  

Parkraum nicht ganzheitlich betrachtet  

„In den letzten rund 20 Jahren wurden bereits mehrere Hundert oberirdische Parkplätze im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten ersatzlos gestrichen, zuletzt etwa am Kardinal-Faulhaber-Platz und in der Theaterstraße. Auch entlang des Ringparks gibt es teils konkrete Planungen, Stellplätze rückzubauen respektive in Anwohner- und Kurzzeitparkplätze umzuwandeln. Als Regionalzentrum ist die Erreichbarkeit Würzburgs jedoch essenziell, um Versorgungsstrukturen zu erhalten“, betont Professor Jahn. Um aber langfristig attraktiv zu bleiben, sollten mit Blick auf die Verkehrsbelastung vorhandene Ansätze endlich angepackt werden. Schon Anfang des Jahres forderte die IHK ein praktikables Gesamtverkehrskonzept mit Park-&-Ride-Systemen, das dauerhaft die Parksituation in Würzburg entspannen könnte.  

„Erneut wurde eine Anhebung der Gebühren und Tarife für oberirdisches Parken beschlossen. Bis zu 20 Prozent sind ein Wort! Viel wichtiger wäre, den Verkehrsfluss durch ein attraktives Park-and-Ride-System oder moderne und freundliche Parkierungsanlagen zu steuern. Statt kurzfristiger und restriktiver Maßnahmen sollten die Rahmenbedingungen angepasst werden, um den Stadtverkehr zukunftsfähig aufzustellen“, resümiert Professor Jahn. Ein etwaiges Parkgebührenaufkommen sollte deshalb umgehend in Parkraum am zentrumsnahen Stadtrand investiert werden, um den Umstieg auf Straßenbahn und Bus attraktiv zu machen.  

Information:
Dr. Christian Seynstahl
Tel.: 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de