05.10.2018 - 09:21 Uhr

Kommissionsvorschlag verschärft, Ratsbeschluss steht noch aus

Europaparlament für neue CO2-Grenzwerte bei Pkw

Die Europaabgeordneten haben sich am 3. Oktober für ein Minderungsziel der CO-Emission von 40 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2021 für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge ausgesprochen. Der Umweltausschuss hatte ursprünglich 45 Prozent gefordert. Das im Verordnungsvorschlag enthaltene Zwischenziel für das Jahr 2025 wurde von 15 Prozent auf 20 Prozent erhöht. Einigen muss sich das Parlament nun mit Regierungen, die voraussichtlich am 9. Oktober ihre Position verabschieden.

Das Parlament hat ebenfalls eine Quote für emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge (sog. "ZLEV") verabschiedet. Bis zum Jahr 2025 sollen Hersteller einen Anteil von 20 Prozent erreichen, bis 2030 dann 35 Prozent. Werden diese Vorgaben nicht erreicht, wird der zu erreichende Flottengrenzwert verschärft. Hersteller, die die Quote überschreiten, werden durch eine Lockerung ihres Flottengrenzwertes "belohnt".  Als emissionsfrei sollen batteriebetriebene Elektrofahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge gelten. Emissionsarme Fahrzeuge sollen nicht mehr als 50 g CO2/km emittieren dürfen. Hierunter fallen damit zum Teil auch Elektrofahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Antrieben. Daneben sollen Emissionen ab dem Jahr 2023 von Fahrzeugen im realen Fahrbetrieb gemessen werden. Bis 2023 soll außerdem die Option geprüft werden, "Anreize für die Einführung fortschrittlicher CO2-armer Kraftstoffe, […] die mit erneuerbaren Energien hergestellt werden, zu schaffen" (Europäisches Parlament).

Der DIHK warnt in seiner Stellungnahme vor Strukturbrüchen in der Automobilwirtschaft, die durch zu hohe Quoten für emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge ausgelöst werden. Dies treffe vor allem mittelständische Zulieferbetriebe. Zudem solle im Sinne der Technologieneutralität das Zwischenziel unverbindlich gestaltet und die Nutzung moderner bigoener und synthetischer Kraftstoffe als Erfüllungsoption anerkannt werden. 

Quelle: DIHK