Datenschutz Einstellungen

Sofern Sie uns Ihre Einwilligung erteilen, verwenden wir Cookies zur Nutzung unseres Webanalyse-Tools Matomo Analytics. Durch einen Klick auf den Button „Alle akzeptieren“ erteilen Sie uns Ihre Einwilligung dahingehend, dass wir zu Analysezwecken Cookies (kleine Textdateien mit einer Gültigkeitsdauer von maximal zwei Jahren) setzen und die sich ergebenden Daten verarbeiten dürfen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in unserer Datenschutzerklärung widerrufen. Hier finden Sie auch weitere Informationen.

Konjunktur: Ukraine-Krieg bremst wirtschaftliche Erholung

Noch schlägt sich die mainfränkische Wirtschaft recht wacker, die regionalen Unternehmen geraten jedoch zunehmend in unruhiges Fahrwasser. Einerseits macht der Wegfall der pandemiebedingten Beschränkungen Hoffnung, andererseits treffen Preisexplosionen, Materialknappheit und gestörte Lieferketten viele Unternehmen bis ins Mark. Mit Ausbruch des Ukraine-Krieges haben sich diese Probleme sogar nochmal verschärft.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der als Stimmungswert sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen der regionalen Wirtschaft abbildet, sinkt im Vergleich zur Vorbefragung um 13 Zähler, bleibt mit 108 Punkten aber noch im positiven Bereich. „Die mainfränkische Wirtschaft hat deutlich an Schwung eingebüßt, wächst aber trotz massiver Preissteigerungen, Materialknappheiten und Lieferverzögerungen noch in vielen Bereichen“, betont Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Allerdings hätten die Unsicherheiten mit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark zugenommen, was deutlich auf die Geschäftserwartungen durchschlage.                  

Ein Blick ins Detail: Vier von zehn Unternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte als gut, nur rund jeder Zehnte klagt aktuell über schlechte Geschäfte. Per Saldo erreichen die Lagebeurteilungen mit 26 Punkten ein ähnliches Niveau wie zu Jahresbeginn (Saldo: 31 Punkte). Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt jedoch erhebliche Unterschiede. Während sich durch den Wegfall pandemiebedingter Beschränkungen die Geschäfte im Handel verbessert haben und sich im Dienstleistungsgewerbe stabil entwickeln, müssen Industrie und Bau einen Dämpfer verkraften. Materialknappheit und Kostenexplosionen stellen beide Branchen vor besonders große Herausforderungen. Sieben von zehn Industrie- und Baubetrieben klagen massiv über fehlende Materialien und Rohstoffe – über alle Branchen hinweg sind es etwa die Hälfte aller Unternehmen. Darüber hinaus berichten drei Viertel der Industrie- und neun von zehn Baubetrieben, dass sie in erheblichem Maße von Preissteigerungen bei Rohstoffen und anderen Waren betroffen sind (Gesamtwirtschaft: 53 Prozent).

Preisexplosionen, Lieferengpässe und Materialknappheit

Und der russische Krieg in der Ukraine verschärft die Situation weiter. Zunehmende Logistikbeeinträchtigungen, Versorgungsrisiken bei Energie und Rohstoffen sowie steigende Energie- und Transportkosten treffen nicht nur die mainfränkische Wirtschaft in ihrer Breite, sondern auch die Verbraucher. Insofern befürchtet Genders negative Auswirkungen bei der Konsumbereitschaft. „In dieser schwierigen und unübersichtlichen Gemengelage ist es wichtig, dass den Unternehmen keine weiteren Steine in den Weg gelegt werden. Konkret braucht die gewerbliche Wirtschaft eine sichere und zuverlässige Energieversorgung. Außerdem können wir uns keine weiteren Bürokratielasten etwa bei Lieferketten und der Genehmigung von Planungsverfahren leisten“, warnt der Volkswirt.

Die zunehmenden Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Großwetterlage schlagen sich deutlich in den Geschäftserwartungen der kommenden zwölf Monate nieder. So rechnen zwar 23 Prozent der Unternehmen mit besseren Geschäften, ihnen stehen jedoch 31 Prozent gegenüber, die eine Verschlechterung erwarten. Der Saldo rutscht von elf Zählern zu Jahresbeginn auf minus acht Punkte. Mit Ausnahme des Tourismussektors haben alle Branchen ihre Prognose für die kommenden Monate gesenkt, zum Teil recht deutlich. Besonders düster sieht es laut Genders im Bau und in der Industrie aus, aber auch der Handel blicke überwiegend pessimistisch in die Zukunft. Die Konsumbereitschaft der Bevölkerung rutscht auf einen neuen Tiefststand, gleichzeitig rechnen die Firmen mit einer rückläufigen Nachfrage aus dem Ausland. Lediglich für die Eurozone und den nordamerikanischen Markt bleibt die Prognose stabil.

Investitions- und Beschäftigungsplanungen bleiben stabil

Trotz der unsicheren Rahmenbedingungen planen die Unternehmen insgesamt mit konstanten Investitionsausgaben. Während Industrie und Bau vorhaben, ihre Investitionen zurückzuschrauben, setzen der Handel und die Dienstleistungsbranche auf höhere Ausgaben. Wesentliche Motive sind die Ersatzbeschaffung sowie der Umweltschutz. Auch die Beschäftigungsabsichten bleiben stabil. Für sechs von zehn Unternehmen gilt der Fachkräftemangel weiterhin als Konjunkturrisiko.

Die Befragung wurde im Zeitraum vom 6. bis 27. April 2022 durchgeführt. Von 772 befragten Unternehmen haben sich 250 beteiligt. Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage mit ausführlicher Branchenauswertung finden Interessierte online unter: www.wuerzburg.ihk.de/konjunktur

Information:
Elena Fürst
Tel. 0931 4194-320
E-Mail: elena.fuerst@wuerzburg.ihk.de