27.12.2017 - 13:34 Uhr

Rückblick und Ausblick des IHK-Hauptgeschäftsführers

Das Jahr 2017 in Mainfranken

Würzburg – Mainfranken geht es gut. Die positive wirtschaftliche Entwicklung geht mit dem Jahreswechsel ins neunte Jahr – alleine das scheint rekordverdächtig. Die Unternehmen rechnen auch für das Jahr 2018 mit steigenden Aufträgen aus dem In- und Ausland und planen in der Folge mit stabilen Mitarbeiterzahlen und höheren Investitionen.

Die Arbeitslosenquote in der Region rangiert in einzelnen Landkreisen der Region unter zwei Prozent, in gesamt Mainfranken liegt sie bei 2,5 Prozent – Vollbeschäftigung! Anzeichen für einen plötzlichen Konjunktureinbruch drängen sich nicht auf. Damit steigt die Chance, dass Mainfranken eine volle Dekade des wirtschaftlichen Aufschwungs erfährt. Dies wäre ein bisher einmaliges Ereignis.  

Beinahe jeden zweiten Euro verdient Mainfranken im Export (43 Prozent Exportquote). Aber dabei ist nicht alles nur rosig: Die mainfränkische Wirtschaft hat die Verunsicherung durch die unberechenbare US-Politik noch nicht überwunden. Auch die schleppenden Brexit-Verhandlungen treiben dem exportierenden Gewerbe die Sorgenfalten auf die Stirn. Und die Automobilzulieferer in Mainfranken beschäftigt noch ein ganz anderes Problem: Drohende Fahrverbote für Diesel-PKW hängen wie ein Damoklesschwert über einem ganzen Wirtschaftszweig. Und als wäre das nicht genug, suchen viele Betriebe – insbesondere im Handel und im Baugewerbe – händeringend qualifizierte Fachkräfte. An manchen Tagen gewinnt man den Eindruck, die Wirtschaftswelt sei aus den Fugen geraten, gibt aber dabei Vollgas!  

Rekordverdächtige 96 Prozent der Betriebe beschreiben ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend – oder umgekehrt formuliert: Nur vier von Hundert sagen, es geht ihnen nicht so gut. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen berichtet von prall gefüllten Auftragsbüchern – und das über alle Branchen hinweg. Und nicht nur die Unternehmen profitieren von der guten Wirtschaftslage. Auch die Verbraucher bekommen ihren Anteil. Reallohnzuwächse und niedrige Zinsen treiben die Konsumenten in die Geschäfte und die Online-Shops, der Handel boomt.  

Der Wirtschaft in Mainfranken geht es zum Jahreswechsel also bestens. Damit das so bleibt, wünscht sich die Wirtschaft schnell klare politische Verhältnisse. Wichtiger als schnelle Formelkompromisse sind dabei aus Sicht der Unternehmen eine stabile Regierung, die vier Jahre hält, und ein vernünftiges Wirtschaftsprogramm, das Deutschland auch für das nächste Jahrzehnt wirtschaftlich stark macht.

Professor Dr. Ralf Jahn
Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt