Der gesetzliche Mindestlohn steigt - wie reagiert die mainfränkische Wirtschaft?

Die Arbeitskostenbelastung entwickelt sich für die mainfränkische Wirtschaft zu einem immer größer werdenden Konjunkturrisiko. So stufte im Herbst 2025 jedes zweite mainfränkische Unternehmen die Arbeitskosten als Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Betriebes ein. Damit landet dieser Faktor hinter der Inlandsnachfrage und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf Platz 3 der TOP-Konjunkturrisiken in der Region. Durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes von 12,82 Euro auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026 steigt die Belastung für viele Betriebe weiter an, das zeigt eine Sonderauswertung der IHK-Konjunkturumfrage aus dem Herbst 2025.

57 Prozent der mainfränkischen Unternehmen beschäftigen Mitarbeitende zum gesetzlichen Mindestlohn und müssen entsprechend deren Löhne anheben. Besonders betroffen sind dabei der Tourismus (95 Prozent), der Einzelhandel (71 Prozent) sowie das Dienstleistungsgewerbe (61 Prozent). Gleichzeitig bedeutet dies für ähnlich viele Betriebe, die Vergütung weiterer Lohngruppen anzuheben, um die Abstände innerhalb des Lohngefüges im Betrieb weiter aufrechterhalten zu können. 

25 Prozent der Unternehmen in der Region ziehen aufgrund der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes einen Stellenabbau in Betracht oder planen mit weniger Neueinstellungen. 

11 Prozent der regionalen Betriebe planen in Folge der Mindestlohnerhöhung, die eigenen Öffnungs-, Produktions- oder Servicezeiten zu reduzieren. Während Industrie, Bau und Großhandel dies nur vereinzelt in Betracht ziehen, planen in der Tourismusbranche mit 43 Prozent deutlich mehr Betriebe mit derartigen Einschränkungen.

48 Prozent der mainfränkischen Unternehmen rechnen damit, die Preise der eigenen Produkte oder Leistungen durch höhere Lohnkosten anheben zu müssen. Differenziert nach Branchen bestätigen dies vor allem Tourismusbetriebe (93 Prozent), Einzelhändler (62 Prozent) sowie Dienstleister (49 Prozent).

13 Prozent der Unternehmen in der Region erwarten, dass Mitarbeitende aufgrund des gestiegenen Mindestlohnes ihre Arbeitszeit reduzieren möchten. Branchenspezifisch zeigen sich hier kaum Unterschiede.

Eine Sonderauswertung der DIHK zum Thema finden Sie auf der Website der DIHK.

Die Daten wurden im Rahmen der IHK-Konjunkturbefragung für Mainfranken im Herbst 2025 erhoben. Der Befragungszeitraum war vom 15. bis zum 25. September 2025.