BMF-Schreiben vom 11. November 2025
Eckpunkte des neuen BMF-Schreibens:
Steuerfreier Auslagenersatz für Stromkosten bei Firmenwagen – Pauschalen bis Ende 2025
Arbeitgeber können Arbeitnehmern, die ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug als Firmenwagen auch privat nutzen und die Stromkosten ganz oder teilweise selbst tragen, einen steuer- und sozialversicherungsfreien Auslagenersatz gewähren (§ 3 Nr. 50 EStG). Zur Vereinfachung gelten bis zum 31.12.2025 folgende monatliche Pauschalen:
Mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber
- Elektrofahrzeug: 30 € monatlich
- Hybridelektrofahrzeug: 15 € monatlich
Ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber
- Elektrofahrzeug: 70 € monatlich
- Hybridelektrofahrzeug: 35 € monatlich
Eine zusätzliche Lademöglichkeit liegt nicht vor, wenn der Arbeitnehmer die betrieblichen Ladeeinrichtungen nicht nutzen darf.
Ablauf der Pauschalen zum Jahresende
Die genannten Pauschalen sind nur noch bis zum 31.12.2025 gültig. Ab Januar 2026 dürfen sie für Lohnzahlungszeiträume und sonstige Bezüge nicht mehr angewendet werden.
Nachgewiesener Auslagenersatz ab 2026
Ab dem 01.01.2026 ist ein steuerfreier Auslagenersatz nur noch bei Einzelnachweis möglich. Die Strommenge muss über einen separaten Stromzähler (stationär oder mobil) erfasst werden. Auch nicht eichrechtskonforme Zähler (z. B. Wallbox oder Fahrzeugzähler) sind zulässig.
Ermittlung der Stromkosten
- Grundlage ist der Stromtarif des Haushalts des Arbeitnehmers.
- Ein anteiliger Grundpreis kann berücksichtigt werden.
- Auch Strom aus privaten Photovoltaikanlagen ist begünstigt.
- Bei dynamischen Tarifen kann der durchschnittliche monatliche kWh-Preis verwendet werden.
- Eigenbelege sind nicht zulässig – der Stromtarif muss nachgewiesen werden.
Alternative: Strompreispauschale
Zur Vereinfachung kann alternativ der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Gesamtstrompreis für private Haushalte verwendet werden. Maßgeblich ist der Preis für das 1. Halbjahr des Vorjahres, abgerundet auf volle Cent. Für 2025 beträgt dieser 34 Cent/kWh.
Die Strompreispauschale deckt sämtliche Kosten der häuslichen Ladevorrichtung ab. Das Wahlrecht zwischen tatsächlichen Kosten und Pauschale muss kalenderjährlich einheitlich ausgeübt werden.
Beispielrechnung
Ein Arbeitnehmer weist für das Jahr eine Strommenge von 3.000 kWh nach. Für den Auslagenersatz kann entweder der tatsächliche Stromtarif oder die Strompreispauschale (z. B. 34 Cent/kWh) angesetzt werden.
Zusätzlich können belegte Kosten für extern bezogenen Ladestrom (z. B. öffentliche Ladesäulen) steuerfrei erstattet werden.
Private Elektrofahrzeuge des Arbeitnehmers
Erstattet der Arbeitgeber Stromkosten für private Elektrofahrzeuge des Arbeitnehmers, handelt es sich um steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn (Barlohn).
Steuerfreie Vorteile beim Laden privater Fahrzeuge im Betrieb
Strom, den der Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt für das Laden privater Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge zur Verfügung stellt, ist steuerfrei (§ 3 Nr. 46 EStG). Dies gilt auch in folgenden Fällen:
- Der Arbeitgeber gestattet einem externen Anbieter den Betrieb von Ladeeinrichtungen auf dem Betriebsgrundstück ausschließlich für Unternehmenszwecke und übernimmt die Stromkosten.
- Der Arbeitgeber ist Mieter einer Immobilie mit Ladeeinrichtungen, die von Arbeitnehmern genutzt werden können, und übernimmt die Stromkosten.
Umsatzsteuerliche Behandlung
Die unentgeltliche Stromabgabe wird als Lieferung beurteilt und unterliegt der Umsatzsteuer (19 %) gemäß § 3 Abs. 1b Nr. 2 UStG.
Hinweis zur Nutzung für Firmenwagen
Wird der Ladestrom für einen Firmenwagen verwendet, liegt kein Arbeitslohn vor. Die Steuerbefreiung hat in diesem Fall lediglich deklaratorische Bedeutung.