Auch in konjunkturell schwächeren Zeiten stellt der Arbeits- und Fachkräftemangel viele mainfränkische Unternehmen vor große Herausforderungen, das bestätigen regelmäßig die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage. Mehr als jeder Zweite sieht im Arbeits- und Fachkräftemangel ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens und Betriebe haben Schwierigkeiten, Personal zu finden. Darüber hinaus entsteht ein klassisches Mismatch-Problem: Betriebe, die einstellen möchten, suchen andere Qualifikationen als die verfügbaren. 35 Prozent der mainfränkischen Unternehmen geben an, offene Stellen längerfristig nicht besetzen zu können, während lediglich vier Prozent über keine Schwierigkeiten berichten. Die übrigen 62 Prozent haben derzeit keinen Personalbedarf.
Konjunkturelle, standortpolitische und strukturelle Herausforderungen – beispielsweise hohe Energiekosten, wirtschaftspolitische Unsicherheiten, geopolitische Risiken oder ein intensiver internationaler Wettbewerb – stellen die Betriebe vor große Herausforderungen. Dies wirkt in Teilen dämpfend auf die Personalnachfrage, verringert aber gleichzeitig Arbeitskräfteengpässe. Das zeigt sich derzeit besonders in der Industrie: 71 Prozent der Industriebetriebe haben derzeit keinen Personalbedarf, 23 Prozent berichten hingegen von Stellenbesetzungsproblemen. Das ist nicht nur der niedrigste Wert im Branchenvergleich, sondern entspricht gleichzeitig dem niedrigsten Wert der Branche in den zurückliegenden zehn Jahren.
Insgesamt mangelt es aber weiter branchenübergreifend an Arbeits- und Fachkräften. So suchen mainfränkische Bauunternehmen oftmals händeringend nach Personal. Dort gaben 86 Prozent der Unternehmen an, teils massive Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen zu haben. Auch im Tourismus (48 Prozent) und dem Dienstleistungsgewerbe (37 Prozent) klagen viele Unternehmen über Personalnot.
“Mangelware” Azubis
In den Betrieben mit Stellenbesetzungsproblemen fehlen insbesondere Schulabgänger bzw. Auszubildende (59 Prozent), aber auch Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung (44 Prozent) sowie Fachkräfte und Meister (43 Prozent) sind besonders gefragt.
Gefragt danach, mit welchen Maßnahmen die mainfränkische Wirtschaft dem Personalmangel gegensteuert, werden vielfältige Maßnahmen genannt. Jeder Zweite setzt auf die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, vier von zehn Unternehmen möchten mehr ausbilden, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und in technische Lösungen investieren, um fehlende Fachkräfte ersetzen zu können. Weitere beliebte Maßnahmen sind Weiterbildungen der bestehenden Belegschaft, die Ausweitung der Beschäftigung älterer Menschen sowie die Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland.
Die Ergebnisse stammen aus der IHK-Konjunkturumfrage aus dem Herbst 2024. Die Erhebung dieser Daten erfolgt jährlich im Herbst.
Aktuelle Konjunkturumfrage jederzeit abrufbar
Die aktuellen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage für Mainfranken finden Sie unter www.wuerzburg.ihk.de/konjunktur.
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