Ist es für mich besser, Neustarthilfe oder Überbrückungshilfe III zu beantragen?

Die Beantwortung der Frage hängt von einer Reihe von Kriterien ab und wir können nur Anhaltspunkte geben:

  1. Die Neustarthilfe ist ein Betriebskostenvorschuss von maximal 7.500 €, den Sie selber beantragen können und i.d.R. sofort erhalten. Die tatsächliche Höhe des Vorschuss richtet sich nach Ihrem Jahresumsatz 2019. Die 1.250 € erhalten Sie als Vorschuss pro Monat, wenn Ihr Jahreseinkommen 2019 mindestens 30.000 € beträgt. Abhängig von Ihrem Umsatz im ersten Halbjahr 2021 müssen Sie ihn gegebenenfalls (anteilig) zurückzahlen. Daher überlegen Sie bitte, wie hoch Ihr Vorschuss sein und Ihr Umsatzrückgang wahrscheinlich ausfallen wird.
     
  2. Die Berechnung der Überbrückungshilfe III-Förderung richtet sich nach Ihren Fixkosten. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Umsatzeinbruch im betrachteten Monat. Liegt er beispielsweise in einem Monat über 70 Prozent, erhalten Sie bis zu 100 Prozent der Fixkosten in dem Monat als Zuschuss.

    Wie hoch sind Ihre monatlichen Fixkosten? Bei einer Förderung von 100 Prozent müssten Ihre Fixkosten bei etwa 1.250 € pro Monat liegen, um eine Förderung von 1.250 € zu erhalten.

    Beachten Sie zudem, dass Sie für die Überbrückungshilfe III einen prüfenden Dritten beauftragen müssen (Kosten!).
     
  3. Grobe Trends:
  • Je geringer Ihr Jahreseinkommen (z.B. weniger als 30.000 €), umso mehr dürfte Ihnen die Neustarthilfe helfen.
  • Je geringer Ihre monatlichen Fixkosten sind, umso günstiger dürfte für Sie die Neustarthilfe sein.
  • Je dringender Sie den Zuschuss benötigen, umso mehr kommt für Sie die Neustarthilfe infrage, weil sie schnell ausgezahlt wird und Sie keine zusätzlichen Kosten durch Beauftragung eines prüfenden Dritten haben.

 

Wie können Sie sich dem Thema nähern?

  1. Schreiben Sie in einer Tabelle Ihre monatlichen Umsätze 2019 auf und Ihre voraussichtlichen Einnahmen 2021 bis Juni daneben.
     
  2. Neustarthilfe: Teilen Sie den Jahresumsatz 2019 durch 2. Das ist der sogenannte Referenzumsatz. Liegt er über 15.000 €, erhalten Sie 7.500 € an Vorschuss. Liegt er unter 15.000 €, halbieren Sie den Referenzumsatz und kommen so auf den Zuschuss.
     
  3. Überbrückungshilfe III:
    a) Berechnen Sie den Umsatzrückgang für jeden Monat (1 minus Umsatz Januar 2021 geteilt durch Umsatz Januar 2019). Liegt dieser Wert höher als 0,7, werden die Fixkosten mit bis zu 100 Prozent in dem Monat gefördert, liegt er zwischen 0,5 und 0,7, beträgt die Förderung 60 Prozent, liegt er zwischen 0,3 und unter 0,5, beträgt die Förderung 40 Prozent und bei einem Umsatzeinbruch unter 0,3 wird der Monat nicht gefördert.

    b) Dann schreiben Sie Ihre Fixkosten (z.B. Miete, Finanzierungskosten, aber nicht die Kosten für den Lebensunterhalt) für jeden Monat in die nächste Spalte. Jetzt können Sie ausrechnen, wie hoch die Förderung der Fixkosten pro Monat ist (Förderquote multipliziert mit den Fixkosten).

 

 

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