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18.06.2020 - 11:45 Uhr

Gemeinsame Resolution

Wirtschaft fordert Stärkung der Schienen-Achse Main-Donau

15 Wirtschaftskammern haben eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Schiene verabschiedet.

Die IHK Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken haben gemeinsam mit 13 weiteren Wirtschaftskammern eine Resolution für eine zukunftsfähige Optimierung der Schienenachse Main-Donau im Zuge des Deutschland-Taktes 2030 erarbeitet.  

Der Grund für die Resolution: Wie eine von der IHK Würzburg-Schweinfurt in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2018 zeigt, ist insbesondere die für Mainfranken entscheidende Schienenachse Main-Donau bereits heute überlastet. Darüber hinaus erfüllt sie – vor allem im Streckenabschnitt zwischen Frankfurt und Nürnberg – nicht die Anforderungen moderner Schieneninfrastruktur. Die Streckenführung stammt zu weiten Teilen aus dem 19. Jahrhundert, moderne ICE-Züge können sie deshalb nur mit stark gedrosselter Geschwindigkeit befahren. „Mainfranken droht daher mittelfristig abgehängt zu werden“, befürchtet Dr. Klaus D. Mapara, Präsident der IHK Würzburg-Schweinfurt.  

Höhere Reisegeschwindigkeiten  

In der gemeinsamen Erklärung fordern die Wirtschaftskammern die Politik mit Nachdruck dazu auf, hinreichende Infrastruktur-Kapazitäten für das steigende Güterverkehrsaufkommen zu schaffen. Zur optimalen Auslastung solle das digitale „European Train Control System (ETCS)“ eingeführt werden. Die Stationen entlang der Strecke sollten darüber hinaus in den geplanten „Deutschland-Takt 2030“ integriert werden. Außerdem solle die Schienenachse Main-Donau für eine bessere Versorgungsqualität im Personenverkehr und für höhere Reisegeschwindigkeiten im Fernverkehr ertüchtigt werden.   Konkret fordern die Kammern den Neu- und Ausbau im Abschnitt Frankfurt (Main) – Würzburg zur Sicherung einer Fahrzeit von unter 45 Minuten im Fernverkehr sowie einen ergänzenden Neubau im Abschnitt Würzburg – Nürnberg, sodass die Fahrzeit zwischen beiden Städten weniger als 30 Minuten betragen würde. „Auf Basis dessen können wir nicht nur das steigende Güterverkehrsaufkommen bewältigen und die bestehenden ICE-Halte am Knoten Würzburg langfristig sichern. Vielmehr können wir die Anbindung Mainfrankens an den Fernverkehr auch wettbewerbsfähig ausbauen und den Takt der Zuganbindungen verdichten“, erklärt IHK-Präsident Mapara.    

Ausbau der regionalen Schieneninfrastruktur  

Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, betont: „Neben den europaweiten Verbindungen durch die Umsteigemöglichkeiten am Knotenpunkt Würzburg ist vor allem auch die gute regionale Anbindung durch den Schienenpersonennahverkehr entscheidend.“ Hierauf zielt die bestehende Forderung der Wirtschaftskammern ab, denn IHK und Handwerksammer fordern, die regionale Schieneninfrastruktur entlang der Achse Bad Neustadt / Bad Kissingen – Schweinfurt – Würzburg inklusive der Mainschleifenbahn (Volkach – Würzburg) für einen eng getakteten Nahverkehr zu ertüchtigen und die Möglichkeiten eines regulären Nahverkehrs auf der Werntalbahn (Schweinfurt – Gemünden) sowie der Steigerwaldbahn (Kitzingen – Schweinfurt) zu überprüfen.   

Bis zum Jahr 2030 wird laut der aktuellen Verkehrsverflechtungsprognose des Bundesverkehrsministeriums gegenüber 2010 eine Steigerung des Schienengüterverkehrs um 38 Prozent sowie ein Anstieg des Schienenpersonenverkehrs um 19 Prozent erwartet. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag darüber hinaus das Ziel definiert, die Fahrgastzahlen im Schienenpersonenverkehr bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln und den Anteil der Schiene am Gütertransportvolumen deutlich zu erhöhen, laut Zielsetzung des Bundesverkehrsministeriums auf 25 Prozent.  

Neben der IHK Würzburg-Schweinfurt und der Handwerkskammer für Unterfranken haben folgende Wirtschaftskammern die Resolution erarbeitet und unterzeichnet: Die IHKs Frankfurt am Main, Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Aschaffenburg, Würzburg-Schweinfurt, Nürnberg für Mittelfranken, Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und für Niederbayern in Passau sowie die HWKs Frankfurt Rhein-Main, Wiesbaden, Unterfranken, Mittelfranken und Niederbayern-Oberpfalz. Weiterhin sind die IHKs für Oberfranken Bayreuth und zu Coburg sowie die HWK für Oberfranken, deren Wirtschaftsraum stark mit der Stecke verflochten ist, Beteiligte der Erklärung.

Die Resolution steht hier zum Download.

Information:
Simon Suffa
Tel.: 09721 7848-611
E-Mail: simon.suffa@ wuerzburg.ihk.de