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17.10.2017 - 15:32 Uhr

Viele Industriebetriebe prüfen Produktionsverlagerung ins Ausland

Unternehmen beklagen zu hohe Energiekosten

Würzburg - Die hohen Kosten der Energiewende wirken sich spürbar auf die Investitionstätigkeit der bayerischen Unternehmen aus. Wie aus einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) hervorgeht, haben über ein Viertel der befragten Industriebetriebe im Freistaat bereits Maßnahmen zur Produktionsverlagerung ins Ausland in Angriff genommen, abgeschlossen oder in Planung. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 19 Prozent.

„Um die Abwanderung der Industrie zu stoppen, gibt es keine Alternative zu einer deutlichen, vor allem aber nachhaltigen Kostensenkung bei der Energiewende.“, erklärt Oliver Freitag, Bereichsleiter Innovation und Umwelt bei der IHK Würzburg-Schweinfurt. Ein leichter Rückgang der EEG-Umlage im kommenden Jahr ist zwar eine Verschnaufpause, aber noch lange keine Trendwende. Ein Neustart der Energiewende muss in Berlin nun höchste Priorität haben. Branchenübergreifend beurteilen die Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit mit einem Wert von 1,6 Punkten leicht positiv. Industrie und Handel hingegen bewerten ihre Situation auf der Skala von +/- 100 mit -14,4 bzw. -10,9 Punkten negativ.           

Neues Modell zur Finanzierung der EEG-Umlage        

Immerhin 43 Prozent der Betriebe berichten über eine Erhöhung des Strompreises in den letzten zwölf Monaten. Über die Hälfte der Unternehmen fordert deshalb, Steuern und Abgaben auf den Strompreis zu senken. Gemeinsam mit dem Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) hat die IHK schon im letzten Jahr ein neues Modell zur Finanzierung der EEG-Umlage vorgelegt, das auch andere Sektoren wie die Wärmeversorgung in die Finanzierung mit einbezieht.    

Im Zuge des Atomausstieges bis 2022 drängt die IHK-Organisation ebenso auf den Ausbau des Stromnetzes. „Ein Verlust der Versorgungssicherheit ist für die bayerische Wirtschaft keine annehmbare Perspektive.“, so Oliver Freitag. Das Energiewende-Barometer bestätigt diese Position: 83 Prozent der Betriebe fordern die Politik auf, geschlossen hinter den Ausbauplänen für die Stromnetze zu stehen, im Baugewerbe sind es sogar 92 Prozent. Ohne leistungsstarke Hochspannungsleitungen von Nord nach Süd, erklärt Freitag, „bleibt der Industriestandort Bayern langfristig auf der Strecke.“    

Information:
Oliver Freitag
Tel. 0931 4194-327
E-Mail: oliver.freitag@ wuerzburg.ihk.de