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14.10.2016 - 10:43 Uhr

Regionale Wirtschaft übernimmt Verantwortung

Regionalnetzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ gegründet

Würzburg – Vor über 100 mainfränkischen Unternehmensvertretern gaben Dieter Pfister, Vizepräsident der IHK Würzburg-Schweinfurt, und Hugo Neugebauer, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken , am 13. Oktober 2016 den Startschuss für das neue Regionalnetzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“.

Das Netzwerk der Handwerkskammer für Unterfranken und der Industrie- und Handelskammer will das Engagement der mainfränkischen Betriebe sichtbar machen, über aktuelle Themen und Entwicklungen rund um Integration in Ausbildung und Arbeit informieren und den Erfahrungsaustausch fördern.

IHK-Vizepräsident Dieter Pfister ist sich sicher: „Im Zuge der Integration von Menschen mit Fluchthintergrund kommt der Wirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Von den 13.000 Flüchtlingen in Unterfranken sind mehr als die Hälfte jünger als 25 Jahre. Ihre Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung, aber angesichts unseres Demografie-Problems vielleicht auch eine Chance.“

Das bestätigt Handwerkskammer-Präsident Hugo Neugebauer: „Die Bereitschaft der regionalen Wirtschaft, Flüchtlingen einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz anzubieten, ist groß. Die Wirtschaft, und gerade das Handwerk, kann einer der größten Integrationsmotoren in unserem Land werden. Denn eines ist auch klar: ohne berufliche Integration wird es keine gesellschaftliche Integration geben.“

Grußworte überbrachten Dr. Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken, und Dr.-Ing. Anette Rückert, Abteilungsleiterin Fachkräfte, Qualifizierung von Flüchtlingen und Digitale Bildung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Das Regionalnetzwerk ist eng an das im März dieses Jahres gegründete, gleichnamige Bundesnetzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ geknüpft. Eine Initiative des deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Mit Unterstützung der Bundesinitiative installieren IHK und Handwerkskammer das Netzwerk regional und unterstützen die Unternehmen vor Ort.

In einer Talkrunde unter Moderation von Christina Mersch, Projektleiterin Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“, diskutierten Rachel-Ann Martinelli, Personalreferentin der Firma Trips GmbH aus Grafenrheinfeld, und Thomas Borst, Geschäftsführer der Firma Geuppert-Elektrotechnik GmbH & Co. KG in Hofheim, zusammen mit Hagop Lahdo, der zur Zeit eine Einstiegsqualifizierung bei Elektro Geuppert absolviert, mit den stellvertretenden Hauptgeschäftsführern der beiden Wirtschaftskammern Max-Martin W. Deinhard (IHK) und Frank Weth (HWK). Die Teilnehmer der Talkrunde waren sich einig, dass es sich lohnt, ausbildungsreifen Flüchtlingen eine Chance zu geben. Die Unternehmensvertreter berichteten über ihre bisherigen Erfahrungen mit der Beschäftigung von Flüchtlingen, Deinhard und Weth stellten die Unterstützungsleistungen der Wirtschaftskammern für Betriebe und Flüchtlinge vor.

Sowohl die Handwerkskammer, als auch die IHK haben Personal aufgestockt, um die neuen Herausforderungen zu bewältigen. Zwei Ausbildungsakquisiteure für Flüchtlinge bei der IHK und vier Willkommenslotsen bei der Handwerkskammer Service GmbH stehen Unternehmen und Flüchtlingen sowie weiteren Akteuren als Ansprechpartner zur Verfügung.

Mit jährlich zwei Regionalnetzwerktreffen wollen die Wirtschaftskammern die neue Initiative fortführen. Interessierte Betriebe können jederzeit Teil des Netzwerks werden.
Anmeldung unter www.wir-integrieren-fluechtlinge.de.