Presse

13.10.2017 - 10:17 Uhr

IHK-Realsteuererhebung 2017

Realsteuereinnahmen in Mainfranken steigen

Würzburg – In 242 von 243 mainfränkischen Gemeinden liegen die Realsteuereinnahmen (Gewerbesteuer und Grundsteuer A und B) im Jahr 2016 bei 559,323 Millionen Euro. Dies entspricht nach dem bereits deutlichen Anstieg im Vorjahreszeitraum einem erneuten Plus von 10,81 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Während die Gewerbesteuereinnahmen um 14,74 Prozent gestiegen sind, bewegen sich die Einnahmen aus Grundsteuer A (+0,23 Prozent) und B (-2,09 Prozent) knapp über beziehungsweise unter den Vorjahreswerten.

Die jüngste Analyse der IHK Würzburg-Schweinfurt bezieht sich auf die Ergebnisse aller mainfränkischen Gemeinden mit Ausnahme der Gemeinde Röttingen, die sich in diesem Jahr nicht an der Untersuchung beteiligt hat.  

Das Oberzentrum Würzburg hat im Jahr 2016 Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 94,12 Millionen Euro erzielt. Dies stellt einen deutlichen Anstieg von 18,91 Prozent im Vergleich zu den Einnahmen aus dem Jahr 2015 dar. Der Planansatz der Stadt wurde um 19,14 Prozent übertroffen. Die Stadt Schweinfurt setzt den negativen Trend des Vorjahres fort und erwirtschaftet im Jahr 2016 Einnahmen in Höhe von 71,01 Millionen Euro, 6,78 Prozent weniger als noch in Vorjahr. Die ansässigen Unternehmen werden jedoch durch eine bedachte Hebesatzpolitik der Stadt unterstützt. Seit 1991 wurde keine Hebesatzerhöhung mehr vorgenommen.  

Viele positive Abweichungen  

Über alle Kommunen hinweg wurden die Planansätze der Gewerbesteuereinnahmen für 2016 nach Aussagen der Kämmerer im Schnitt um 22,78 Prozent übertroffen. Deutlich Einbrüche von mehr als 60 Prozent bei den Gewerbesteuereinnahmen gab es lediglich in zwei Gemeinden: In Mainstockheim (-77,27 Prozent) und Holzkirchen (-62,07 Prozent). Deutlich positive Abweichungen von weit über 100 Prozent über Plan finden sich in Waldbrunn, Winterhausen, Theilheim, Riedenheim, Giebelstadt, Wipfeld, Kolitzheim, Grafenrheinfeld, Willmars, Strahlungen, Rödelmaier, Hausen, Burglauer, Aubstadt, Roden, Marktheidenfeld, Sand a. Main, Motten und Elfershausen.  

Die Kommunen können die Hebesätze der Realsteuern selbst festlegen. „Damit können sie direkten Einfluss auf die Attraktivität ihres Ortes nehmen.“, so Rebekka Hennrich, Referentin Recht und Steuern bei der IHK. Wenig erfreulich sei es, dass die Hebesatzspirale für 2017 nun auch in Mainfranken stark angezogen habe.  Damit gerate ein wichtiger Attraktivitätsfaktor ins Wanken.

Betriebe oft unzufrieden mit den Realsteuern      

Dass die steuerlichen Rahmenbedingungen, die Unternehmen vor Ort wiederfinden, Einfluss auf die Standortentscheidung von Betrieben haben können, bestätigt Elena Fürst, Referentin für Konjunktur und Statistik bei der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Die Betriebe äußern sich insgesamt unzufrieden mit den Realsteuern an ihrem Betriebsstandort, allerdings unterscheidet sich das Ausmaß regional mitunter stark. Außerdem zeigt die Analyse, dass ein Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Unternehmen mit den Grund- und Gewerbesteuern und der Wahrscheinlichkeit, sich abermals für den aktuellen Firmenstandort zu entscheiden, besteht. Denn: Je unzufriedener ein Unternehmen mit den steuerlichen Rahmenbedingungen vor Ort, desto unwahrscheinlicher eine erneute Wahl des Standorts.“ Dies zeige sich beispielsweise im Landkreis Rhön-Grabfeld, wo trotz des bereits hohen Niveaus die Realsteuerhebesätze in den letzten Jahren weiter erhöht wurden.

Unterschiedlich hohe Hebesätze in Mainfranken

Mit knapp 90 Hebesatzerhöhungen innerhalb von zwei Jahren ist ein erheblicher Anstieg im Vergleich zum Jahr 2015 zu verzeichnen. Der Blick auf die Karte zeigt, dass die Schere zwischen den durchschnittlichen Hebesätzen in den mainfränkischen Landkreisen stark auseinander geht. Der Gewerbesteuerhebesatz bewegt sich zwischen 323 Punkten (Landkreis Haßberge) und 353 Punkten (Landkreis Bad Kissingen). Die niedrigsten Grundsteuerhebesätze finden sich im Landkreis Schweinfurt (Grundsteuer A: 331 Punkte) und in den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart (Grundsteuer B: 323 Punkte). Die höchsten Grundsteuerhebesätze hat mit 382 Punkten (Grundsteuer A) und 375 Punkten (Grundsteuer B) der Landkreis Rhön-Grabfeld.

Auch für das kommende Jahr werden seitens des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ für das Bundesgebiet erneut steigende Steuereinnahmen prognostiziert. Die IHK appelliert daher an die mainfränkischen Kommunen, diese gute Einnahmensituation durch stabile Hebesätze an die Unternehmen vor Ort weiter zu geben und so für einen attraktiven Wirtschaftsstandort Mainfranken zu sorgen.  

Die Broschüre „Realsteuererhebung 2017“ sowie ein Tabellenteil mit dem gesamten Datenmaterial der Erhebung stehen auf der Homepage der IHK unter www.wuerzburg.ihk.de/realsteuern zum Download bereit.  

Information:
Rebekka Hennrich
Tel.: 0931 4194-249
E-Mail: rebekka.hennrich@ wuerzburg.ihk.de