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07.02.2019 - 08:50 Uhr

IHK-Konjunkturanalyse Mainfranken Jahresbeginn 2019

Mainfränkischer Konjunkturhimmel trübt sich ein

Würzburg – Die mainfränkische Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresanfang robust, allerdings verliert das Wachstum an Schwung.

Die regionalen Unternehmen berichten von guten Geschäften, die Aussichten auf den weiteren Jahresverlauf haben sich jedoch eingetrübt.  

Der aktuelle IHK-Konjunkturklimaindex hat mit 123 Punkten elf Zähler gegenüber seinem Höchststand vor einem Jahr eingebüßt, er liegt aber weiter deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt von 111 Punkten. „Die mainfränkische Wirtschaft steht dank einer stabilen Binnenkonjunktur auch zum Jahresauftakt 2019 gut da“, so IHK-Präsident Dr. Klaus D. Mapara beim Jahresauftakt-Pressegespräch der mainfränkischen Wirtschaftskammer, „allerdings ziehen dicke Wolken an den Konjunkturhimmel.“    

Über die Hälfte (52 Prozent) der regionalen Unternehmen berichtet von guten Geschäften, unzufrieden äußern sich lediglich sieben Prozent. Allerdings erreichen die Lagebeurteilungen der Unternehmer trotz gut gefüllter Auftragsbücher und einer hohen Auslastung nicht mehr das Rekordniveau des vergangenen Jahres. Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen ist um rund fünf Punkte zurückgegangen, er fällt mit 46 Punkten aber dennoch überdurchschnittlich positiv aus.  

Verhaltene Aussichten  

Die Aussichten auf die kommenden zwölf Monate fallen hingegen recht verhalten aus. 19 Prozent der Unternehmen erwarten bessere Geschäfte, 15 Prozent befürchten eine Eintrübung. Somit liegt der Saldo mit vier Punkten nur noch leicht im positiven Bereich. „Der Höhenflug der vergangenen Jahre scheint vorbei. Die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage lassen aber darauf schließen, dass unserer Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf kein Konjunktureinbruch droht“, sagt der IHK-Präsident. Ein Indiz dafür sieht er in den weiterhin recht optimistischen Investitions- und Beschäftigungsabsichten der heimischen Wirtschaft: Jeder dritte Befragte (32 Prozent) möchte seine Investitionen ausweiten – so viele Unternehmen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Mehr als jeder Zweite will sich auch künftig am bisherigen Investitionsvolumen orientieren. An erster Stelle stehen dabei Investitionen zur Ersatzbeschaffung, aber auch Produktinnovationen und der Umweltschutz gewinnen als Investitionsmotive an Bedeutung.  

Wachstum sei laut Mapara auch 2019 möglich, allerdings mit deutlich gemäßigterem Tempo. Für 2019 rechnet die IHK-Organisation nur noch mit 0,9% Wachstum und nimmt ihre Prognose vom Herbst letzten Jahres von 1,7% kräftig zurück.  

Auch die Beschäftigungspläne bleiben moderat aufwärts gerichtet: Jedes fünfte regionale Unternehmen möchte neue Arbeitsplätze schaffen, 15 Prozent hingegen Stellen streichen. „Ob die benötigten Fachkräfte aber auch gefunden werden, ist fraglich“, erklärt Mapara, denn der Fachkräftemangel sei und bleibe das Konjunkturrisiko Nummer eins in Mainfranken – zwei von drei Unternehmer (65 Prozent) sehen hier ein Geschäftsrisiko.  

Solidarisch den Standort fit machen  

Abgesehen vom Fachkräftemangel blickt der IHK-Präsident besorgt auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Firmen würden sich mit vielen Unsicherheitsfaktoren konfrontiert sehen, insbesondere das außenwirtschaftliche Umfeld werde spürbar rauer. Mapara denkt dabei an Handelskonflikte, den aller Voraussicht nach ungeordneten Brexit, die schwächelnde chinesische Wirtschaft, aber auch an Instabilitäten innerhalb der Europäischen Union, etwa die hohe Staatsverschuldung in Italien. „Unsere Industrie ist stark international verflochten, knapp jeder zweite Euro wird im Auslandsgeschäft verdient. Die Unternehmen brauchen freien Handel. Abschottung, Grenzkontrollen und Zölle stehen den Vorteilen einer globalisiert-vernetzten Welt entgegen“, so der IHK-Präsident. Wir müssten jetzt den Wirtschaftsstandort fit für die Zukunft zu machen, so Mapara, denn noch sei die mainfränkische Wirtschaft stark. Das funktioniere am besten solidarisch, deshalb hat der vor zwei Wochen neu gewählte IHK-Präsident seine Amtszeit unter das Motto „#Gemeinsam“ gestellt.  

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen neugierig und offen für Innovationen bleiben und sie die Chance haben, eigene Ideen zu verwirklichen“, so Mapara. „Wenn wir in Deutschland dann noch die nötigen Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung tätigen, Bürokratie abbauen und die Steuerlast für Unternehmen auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau senken, dann haben wir uns die dringendsten Themen vorgenommen.“  

Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage mit ausführlicher Branchenauswertung: www.wuerzburg.ihk.de/konjunktur

Information:
Elena Fürst
Tel.: 0931 4194-320
E-Mail: elena.fuerst@wuerzburg.ihk.de