Presse

02.02.2017 - 13:24 Uhr

Robuste Konjunktur

Mainfränkische Wirtschaft startet stark und hoffnungsvoll ins neue Jahr

Würzburg – Die mainfränkische Wirtschaft startet positiv ins Jahr 2017. Die pessimistischeren Erwartungen, die im Herbst 2016 aufkamen, sind verfolgen, zu Jahresbeginn herrscht deutlich mehr Optimismus.

95 Prozent der Firmen beurteilen die Lage weiterhin als gut oder befriedigend. Darüber hinaus berichten neun von zehn Betrieben von voll oder befriedigend ausgelasteten Kapazitäten.

„Die mainfränkische Wirtschaft präsentiert sich zu Jahresbeginn trotz zunehmender nationaler und internationaler Risiken stabil und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft.“, sagte IHK-Präsident Otto Kirchner beim Jahresauftakt-Pressegespräch der mainfränkischen Wirtschaftskammer. Der IHK-Konjunkturklimaindikator für Mainfranken, der Lageeinschätzungen und Erwartungen der mainfränkischen Unternehmen zu jeweils gleichen Teilen berücksichtigt, liegt aktuell bei einem Wert von 122,4 Punkten und erreicht seinen höchsten Stand seit Frühjahr 2015. Im Vergleich zum Herbst 2016 hat sich das hohe Niveau der Lagebeurteilungen bestätigt, zudem haben sich die Aussichten auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten deutlich verbessert.  

Getrieben wird diese Entwicklung insbesondere durch den inländischen Konsum, wenngleich die Exporte aufgrund einer stabileren Entwicklung der Weltwirtschaft zuletzt zulegen konnten. Steigende Beschäftigtenzahlen, höhere Löhne und Renten sowie niedrige Verbraucherpreise und Zinsen begünstigen den privaten Konsum. Zudem leistet der Staat Ausgaben für die Versorgung und Integration der Geflüchteten.    

Unsicherheiten nehmen zu  

Allerdings sieht der IHK-Präsident auch Risiken. Sorgen bereiten Kirchner vor allem Protektionismus und Nationalisierungstendenzen, die in letzter Zeit weltweit zunehmend zu beobachten sind. „Die Vorteile, die eine global denkende, arbeitsteilig eng verflochtene Welt mit sich bringt, geraten mehr und mehr in den Hintergrund.“, so Kirchner. „Trump, Brexit oder das Aufkommen von populistischen und globalisierungsskeptischen Parteien könnten den Welthandel verändern und beeinträchtigen. Das ist Gift für die exportstarke mainfränkische Wirtschaft.“ Unberechenbarkeit führe laut Kirchner zu hoher Unsicherheit für Unternehmen. „Die Unternehmen brauchen aber Klarheit, sonst leiden die Geschäfte und Investitionen werden zurückgehalten.“, mahnt Kirchner.  

Nicht zuletzt seien einige Risiken laut IHK aber auch hausgemacht. „Regulierungen und steigende bürokratische Anforderungen, etwa in Folge des Mindestlohngesetzes oder eines Kassenmanipulationsschutzgesetzes, belasten die Unternehmen, anstatt sie zu entlasten. Gleichzeitig bleiben wichtige und zukunftsweisende Reformen auf bundespolitischer Ebene, wie eine Vereinfachung des Steuersystems oder eine Verbesserung der Investitionsbedingungen, auf der Strecke.“ Der IHK-Präsident betont die Bedeutung einer modernen Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Mainfranken: „Ohne Investitionen in die Infrastruktur leiden langfristig die Standortbedingungen. Wir können uns auf dem Status quo nicht ausruhen. Wie der IHK-Standortreport 2016 zeigt, sehen hierin viele unserer regionalen Unternehmen in einigen Bereichen maßgeblichen Handlungsdruck“.  

Zwar hat sich die Standortqualität für vier von zehn der mainfränkischen Betriebe in den letzten Jahren verbessert. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen, so Kirchner, sondern müsse die Weichen für einen weiterhin erfolgreichen und attraktiven Wirtschaftsstandort stellen. Dafür will die IHK-Organisation auch Bildungsfragen stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Schwerpunktthema bundesweit lautet daher für dieses und nächstes Jahr „Menschen befähigen – Wirtschaft stärken“.  

Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage mit ausführlicher Branchenauswertung sowie das IHK-Angebot zum Jahresthema sind online abrufbar.