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20.06.2017 - 15:59 Uhr

Kardinal-Faulhaber-Platz

Lokale Wirtschaft plädiert für Stadtratsbegehren

Würzburg – Die Planung des Kardinal-Faulhaber-Platzes sollte als grüner Platz mit maßvoller Teilbebauung und Tiefgarage erfolgen. Das fordern der IHK-Bezirksausschuss Würzburg, der Handelsverband Bayern e.V. (HBE) und der Stadtmarketingverein „Würzburg macht Spaß“ e.V. (WümS) einstimmig. Damit favorisiert die lokale Wirtschaft geschlossen das Stadtratsbegehren zum Kardinal-Faulhaber-Platz und nicht das des Aktionsbündnisses.

„In enger Abstimmung mit den lokalen Unternehmern haben sich die drei Institutionen sehr früh in den Planungsprozess eingebracht und Stellung bezogen. Dabei wurde deutlich, welche Planungsvariante für den Kardinal-Faulhaber-Platz die zukunftsfähigste ist.“, informiert Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt und Geschäftsführer des IHK-Bezirksausschusses Würzburg. Bis zum zweiten Juli haben die Würzburger Bürger nun Gelegenheit, die Stoßrichtung der weiteren Entwicklung zu bestimmen.  

Würzburg braucht Entwicklungsimpulse für die Zukunft  

Nach Meinung der Wirtschaft liefert die Vision des Aktionsbündnisses „Grüner Platz am Theater“ mit einer reinen Begrünung des Platzes keinen Impuls für die innerstädtische Entwicklung. „Der Platz in bester Lage auf der für Bürger und Besucher gleichermaßen wichtigen Achse zwischen Theater und Altstadt läuft Gefahr zu einer reinen Passage ohne Aufenthaltsqualität zu verkommen.“, so Deinhard. Im Dunkeln dürfte eine ausschließliche Grünzone zudem von Passanten gemieden werden.  

„Auch das von der Wirtschaft favorisierte Stadtratsbegehren will eine große Grünzone am Kardinal-Faulhaber-Platz, aber eben nicht nur Grün.“, stellt Deinhard den entscheidenden Unterscheid heraus. Durch eine zusätzliche maßvolle Teilbebauung und gastronomische Nutzung würde der Bezug zur Fußgängerzone im Bereich der Spiegelstraße und auch in den Abendstunden ein höheres Sicherheitsgefühl entstehen.  

Tiefgarage ersetzt innenstadtweite Stellplatzverluste  

Die stadtklimatischen Effekte einer reinen Begrünung stellt die Wirtschaft in Frage: Werden die heute vorgehaltenen Parkplätze am Kardinal-Faulhaber-Platz ersatzlos gestrichen, steigere dies den Suchverkehr im näheren Umfeld, von einer Verbesserung der Luftqualität sei nicht zwingend auszugehen. Anders sehe dies bei der im Stadtratsbegehren artikulierten Planungsvariante aus, so Deinhard. „Eine Tiefgarage verhindert nicht nur den Suchverkehr, sondern schafft Ersatz für wegfallende Parkplätze im gesamten Stadtgebiet.“, Die IHK denkt dabei auch an den Bereich der Neubaustraße, wo die Stadt im Rahmen einer Neugestaltung überlegt, Parkmöglichkeiten zu streichen.

„Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist gerade für Würzburg von enormer Bedeutung.“, so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer. Damit diese weiter prosperiert, sei die Stadt auf rund 865.000 Einwohner im näheren Umland angewiesen. Rund 85 Prozent der Besucher reisen heute individuell an. Parkplätze seien also für die Stadt als wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Mittelpunkt der Region dringend erforderlich. Gerade für Besucher, die von Norden und Osten her kommen, bietet laut IHK eine Tiefgarage unter dem begrünten Kardinal-Faulhaber-Platz die Möglichkeit, schnell in die Altstadt zu gelangen. Zudem kann die Marktgarage entlastet werden, die bereits jetzt schon häufig voll belegt ist.  

Vielseitige Nutzung schafft Attraktivität und Lebensqualität  

Positive stadtklimatische Effekte könnten außerdem durch eine verbesserte Anbindung an den öffentlichen Verkehr und Park-And-Ride-Parkplätze am Innenstadtrand entstehen. Auch Bike- und Car-Sharing-Angebote, Ladesäulen für E-Autos in der neu entstehenden Parkgarage oder an einer oberirdischen Mobilstation tragen nachhaltig zur Verbesserung der städtischen Luftqualität bei.

Insgesamt bietet sich laut IHK für Würzburg die interessante Gelegenheit, eine moderne Naherholungsfläche für Bürger und Besucher zu schaffen, einen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität, der durch funktionale Bezüge zur Fußgängerzone „Spiegelstraße“ ein neues Tor zur Altstadt bildet. Die angestrebte Teilbebauung könnte durch Angebote aus der Gastronomie, dem Einzelhandel oder der Dienstleistung neue Impulse für eine lebendige Innenstadt bringen. Schattige Biergärten, Cafés und kulturelle Highlights – zum Beispiel im Rahmen des Stadtfestes, des Weihnachtsmarktes oder des Straßenmusikfestivals – laden zum Verweilen ein. „Ein grüner Kardinal-Faulhaber-Platz mit maßvoller Teilbebauung und Tiefgarage macht die Würzburger Innenstadt attraktiver und vielseitiger und könnte mittelfristig auch neue Impulse zur Entwicklung des „Mozart-Areals“ und der „Theaterstraße“ setzen.“, so Deinhard.  

Information:
Dr. Christian Seynstahl
Tel. 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de
oder unter www.wuerzburg.ihk.de