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07.02.2020 - 12:41 Uhr

IHK-Zukunftsforum Handel

Licht und Schatten bei der Nahversorgung im ländlichen Raum

Die Versorgungsqualität mit Produkten des täglichen Bedarfs nimmt großen Einfluss auf die Attraktivität von Wohn- und Arbeitsorten.

Gerade im ländlichen Raum gibt es von Gemeinde zu Gemeinde enorme Unterschiede. Wie sich die Situation in Mainfranken darstellt und welche Handlungsoptionen bestehen, war Gegenstand einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der IHK Würzburg-Schweinfurt und der IHK Heilbronn-Franken, zu der am 5. Februar rund 80 Zuhörer in die Würzburger IHK-Hauptgeschäftsstelle gekommen sind. Im Rahmen der Veranstaltung wurden unter anderem erste Ergebnisse einer laufenden Studie vorgestellt, die kleinräumig die Erreichbarkeit von Nahversorgungsangeboten in Mainfranken analysiert.  

Offene Potenziale in Mainfranken  

Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, etwa mit Lebensmitteln oder Drogerieartikeln, sei für mehrere Interessensgruppen von Belang, erklärte Charlotte Lamb, Prokuristin der Max Lamb GmbH & Co. KG und Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses: Nicht nur Bürger, auch Arbeitgeber, Händler oder Kommunen hätten Interesse an einer guten Versorgungsqualität. Dr. Jürgen Rauh, Professor für Sozialgeographie am Institut für Geographie und Geologie der Uni Würzburg und Vorstandssprecher des Zentrums für Regionalforschung, erläuterte, dass gerade in Zeiten des demographischen Wandels Versorgungsangebote gut erreichbar sein müssten. Auf kleinräumiger Ebene analysierten Rauh und sein Team die Versorgungs- und Erreichbarkeitssituation von Lebensmittelversorgern in Mainfranken. Zwar sei diese mit dem Pkw in den meisten Orten der Region gut, fußläufig sei die Situation vielerorts jedoch problematisch, wie er mit konkreten Beispielen belegte. Versorgungsengpässe ergäben sich dabei insbesondere für mobilitätseingeschränkte oder ältere Menschen.  

Neue Trends im ländlichen Raum  

Perspektiven für ländliche Kommunen standen im Fokus des Beitrags von Markus Wotruba, Leiter des Bereichs Standortforschung der BBE Handelsberatung GmbH. Der Handelsexperte erklärte unter anderem den Wandel im Ansiedlungsverhalten von Lebensmittelversorgern. Immer häufiger gäben Supermärkte oder Discounter auch in kleinen und mittleren Versorgungszentren ihren Standort am Ortsrand zugunsten zentralerer Lagen auf. Wotruba verwies auf Studien, in denen aus Kundensicht die Erreichbarkeit von Lebensmittelmärkten als wichtiges Bewertungskriterium hervorgehe. Untersuchungen würden von einem Anstieg des Pkw-Besitzes bis 2028 ausgehen, weswegen auch künftig nicht komplett auf Parkmöglichkeiten verzichtet werden könne, so der Branchenexperte.

Information:
Dr. Christian Seynstahl
Tel. 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de