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31.03.2017 - 11:16 Uhr

Übertragungsnetzentgelte

IHK-Fachausschuss fordert mehr Solidarität in der Energiewende

Gemünden - Über Nacht haben sich für ein mainfränkisches Unternehmen die Stromkosten um 60.000 Euro pro Jahr erhöht – für die gleiche Menge Strom. Der Schlag kam zu Jahresbeginn mit der Erhöhung der Netzentgelte. Nachdem die Übertragungsnetzentgelte in der Tennet-Regelzone im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent gestiegen sind, werden diese an den Stromkunden weitergegeben.

Das liegt vor allem am notwendigen Netzausbau aufgrund der Anbindung erneuerbarer Energien sowie an den Kosten durch Redispatch-Maßnahmen. Diese sind nötig, um die Stabilität im Stromnetz zu gewährleisten. Die Höhe und Häufigkeit solcher Netzstabilisierungsmaßnahmen ist vor allem dem schleppenden Netzausbau geschuldet.  

Der Fachausschuss für Energie und Umwelt der IHK Würzburg-Schweinfurt plädiert dafür, diese Kosten solidarisch bundesweit umzulegen. So könne verhindert werden, dass einzelne Regionen mit Kosten, die ein bundesweites Vorhaben – nämlich die Energiewende – verursacht, stärker belastet und damit auch wirtschaftlich benachteiligt werden. Diese Forderung gewinnt bei einem Blick in die Zukunft noch an Brisanz. Denn die Kosten für die  auf Beschluss der Bundesregierung unter die Erde verlegten Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs- (HGÜ) Leitungen sind in den heutigen Übertragungsnetzentgelten noch gar nicht eingerechnet.  

„Nachdem andere Kosten der Energiewende wie die EEG-Umlage, der Kraftwärmekopplungsaufschlag und die Offshore-Haftungsumlage deutschlandweit solidarisiert sind, ist es unbegreiflich, dass die Kosten für den Übertragungsnetzausbau zu Lasten einzelner Regionen wie Mainfranken gehen.“, so Oliver Freitag, IHK-Bereichsleiter Innovation und Umwelt.  

Information:
Oliver Freitag
Tel. 0931 4194-327
E-Mail: oliver.freitag@ wuerzburg.ihk.de