Presse

12.02.2019 - 13:33 Uhr

Positiver Trend setzte sich 2018 fort

Höhenrausch im Mainfrankentourismus?

2018 war erneut ein gutes Jahr für die mainfränkische Tourismusbranche, wie neue Zahlen der amtlichen Statistik belegen.

Die Region erreichte mit rund 6,3 Millionen Übernachtungen ein leichtes Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vergleicht man die Übernachtungszahlen in den Landkreisen, zeigen sich bei den grundlegenden Strukturen im regionalen Tourismus nur geringfügige Veränderungen. „Positiv fällt insbesondere auf, dass vor allem in Landkreisen mit einer geringeren Bettenauslastung die regional höchsten Zuwächse an Gästeübernachtungen registriert wurden. Man könnte also sagen, dass auch Orte außerhalb der touristischen Zentren am Boom teilhaben“, erläutert Dr. Christian Seynstahl, Referent für Regionalentwicklung bei der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Ob man von einem stabilen Trend sprechen kann, muss sich aber erst noch zeigen. Mitverantwortlich könnten dafür auch Verlagerungseffekte durch die Landesgartenschau in Würzburg gewesen sein“, so Seynstahl weiter.  

Tourismus in den mainfränkischen Landkreisen  

Die meisten Übernachtungen in den mainfränkischen Landkreisen weist die Statistik für das Jahr 2018 erneut für Bad Kissingen aus (2,2 Millionen), danach folgen die Stadt Würzburg (1,0 Millionen) und der Landkreis Rhön-Grabfeld (0,8 Millionen.). Alle Landkreise und kreisfreien Städte verzeichnen eine kräftige Zunahme bei den Übernachtungen. Am stärksten ist sie im Landkreis Schweinfurt (9,9 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Mainfranken lag im Jahresdurchschnitt 2018 bei rund 2,5 Tagen. Besonders lange verweilten die Gäste in den Landkreisen Bad Kissingen (5,0 Tage) und Rhön-Grabfeld (3,4 Tage), was auf das Kurwesen und  die Gesundheitswirtschaft zurückzuführen ist. In den Städten Schweinfurt (1,9 Tage) und Würzburg (1,6 Tage) ist die Aufenthaltsdauer geringer. Hier profitiert die Tourismuswirtschaft üblicherweise eher von Tages- und Ausflugstouristen als von Übernachtungsgästen.

 Mainfränkische Tourismusbetriebe weiter zuversichtlich  

Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2019 wider. Unter den befragten mainfränkischen Tourismusbetrieben herrscht insgesamt eine gute Stimmung. Der IHK-Konjunkturklimaindikator für das Tourismusgewerbe, der die aktuellen Lagebeurteilungen der mainfränkischen Touristiker sowie deren Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf in einem Wert zusammenfasst, liegt mit 117 Punkten deutlich im positiven Bereich. Vor einem Jahr (Jahresbeginn 2018) war der Indikator bei 128 Punkten gelegen, die Erwartungen für die kommenden Monate sind im Vergleich also weniger optimistisch.  

Ein Blick ins Detail: 43 Prozent der Tourismusbetriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, jeder Zweite (52 Prozent) berichtet von zufriedenstellenden Geschäften. Nur fünf Prozent zeigen sich unzufrieden. Der Saldo aus positiven und negativen Lageurteilen bleibt mit 37 Punkten überdurchschnittlich, ist aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Punkte gefallen. Ähnlich wie im Vorjahr berichtet die Hälfte der Betriebe von einer vollen Auslastung. Die Umsätze entwickeln sich insgesamt positiv, aber während sich bei den Geschäftsreisenden und insbesondere den Tagestouristen steigende Umsatzzahlen zeigen, gehen die Umsätze mit Urlaubsreisenden zurück.  

Für das Jahr 2019 stehen die Zeichen auf Stabilität, acht von zehn Tourismusbetrieben erwarten eine gleichbleibend zufriedenstellende Geschäftslage. Besonders durch Geschäftsreisende und Tagestouristen erwarten die mainfränkischen Tourismusbetriebe steigende Umsätze, zudem rechnen sie mit einer weitestgehend stabilen Auslastung. Zwei Drittel der Touristiker ziehen in den kommenden Monaten Preiserhöhungen in Betracht. Die Investitionspläne bleiben stabil aufwärtsgerichtet, Hauptmotive sind die Ersatzbeschaffung, Produktinnovationen und der Umweltschutz. Darüber hinaus planen die mainfränkischen Tourismusbetriebe im weiteren Jahresverlauf, mehr Personal einzustellen. Ob sich die Beschäftigungsabsichten verwirklichen lassen, ist allerdings fraglich, denn mehr als zwei Drittel (71 Prozent) sehen im Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko – vor den  Arbeitskosten (56 Prozent) und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (50 Prozent).  

Nach Einschätzung von IHK-Konjunkturreferentin Elena Fürst  lässt sich die weiterhin optimistische Stimmung im mainfränkischen Tourismusgewerbe auf das anhaltend günstige Konsumklima zurückführen. „Dank weiterhin günstiger Rahmenbedingungen durch hohe Beschäftigtenzahlen, sichere Arbeitsplätze, Lohn- und Rentenerhöhungen sowie das niedrige Zinsniveau verfügen die privaten Haushalte über Ausgabenspielräume für Konsumzwecke“, erklärt Fürst. Davon profitiere natürlich auch der Tourismus. Zudem gelte Deutschland in Zeiten internationaler Unruhen als sicheres Urlaubsland und würde so für Besucher aus dem Ausland interessant. „Mainfranken profitiert insgesamt von dieser Entwicklung“, so Fürst abschließend.  

Information:
Dr. Christian Seynstahll
Tel. 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de 

oder

Elena Fürst
Tel. 0931 4194-320
E-Mail: elena.fuerst@ wuerzburg.ihk.de