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23.10.2020 - 12:48 Uhr

IHK-Realsteuererhebung 2020

Hebesätze in Mainfranken erhöht

Die IHK hat die jüngste Untersuchung der Realsteuerentwicklung in den 243 mainfränkischen Gemeinden vorgestellt.

Die Realsteuereinnahmen (Gewerbesteuer und Grundsteuer A und B) in Mainfranken liegen demnach im Jahr 2019 bei 560,3 Millionen Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen sind damit im Vergleich zum Jahr 2018 um gut 8 Prozent beziehungsweise 53 Millionen Euro auf 436,7 Millionen Euro zurückgegangen. Die Einnahmen aus Grundsteuer B hingegen sind um gut 4 Prozent auf 115,5 Millionen Euro gestiegen. Die Einnahmen aus Grundsteuer A sind mit 8,1 Millionen Euro annährend konstant geblieben.  

Beim schwächeren Gewerbesteuerergebnis spielen insbesondere die geringeren Einnahmen von generell einnahmestarken Gemeinden wie Ebern oder Iphofen sowie der kreisfreien Städte Schweinfurt und Würzburg eine große Rolle. Die Stadt Würzburg nahm mit gut 89 Millionen Euro knapp 15 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer ein als im Jahr 2018, wich damit aber nur leicht vom Plan (90 Millionen Euro) ab. Die Stadt Schweinfurt wiederum hat mit 47,5 Millionen Euro einerseits 23,5 Millionen Euro weniger eingenommen als im Jahr 2018, jedoch auch 22,5 Millionen Euro weniger als geplant.  

Kommunen rechnen mit Steuerausfällen  

Im Zuge der Analyse hat die IHK die mainfränkischen Kämmerer gefragt, wie sich die Corona-bedingte Wirtschaftskrise prognostisch auf die Einnahmen aus Gewerbesteuer in diesem Jahr auswirken wird. Zum Stichtag Ende August rechnen die Gemeinden mit Ausfällen von durchschnittlich 30,2 Prozent, wobei die Stadt Schweinfurt sowie die Gemeinden der Landkreise Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen mit einer überdurchschnittlichen Betroffenheit rechnen. Insoweit sehen die meisten mainfränkischen Bürgermeister den Gewerbesteuerausgleich von Bund und Land als zwingend an, betonen aber häufig, dass dies nur ein erster Schritt sein könne.  

Die Hebesätze der Gewerbe- und der Grundsteuern wurden in diesem Jahr in 16 Fällen und acht Gemeinden angehoben. Sechs mainfränkische Gemeinden haben im Jahr 2019 ihre Gewerbesteuerhebesätze angehoben, darunter zwei im Landkreis Schweinfurt (Stadt Gerolzhofen, +15 Punkte, Gemeinde Wasserlosen, +40 Punkte), und drei im Landkreis Rhön-Grabfeld (Strahlungen, Trappstadt, Herbstadt, je +20 Punkte). Anhebungen des Hebesatzes der Grundsteuer B gab es in fünf Gemeinden: Eisingen (Landkreis Würzburg, +30 Punkte), Wasserlosen (+60 Punkte) und Gerolzhofen (+20 Punkte, beide Landkreis Schweinfurt) sowie in der Gemeinde Aidhausen (Landkreis Hassberge, +100 Punkte). Das Mittelzentrum Lohr (Landkreis Main-Spessart) hob alle drei Hebesätze deutlich an: Der Gewerbesteuerhebesatz stieg um 40 Punkte, die Hebesätze zur Grundsteuer A und B sogar um je 150 Punkte. Senkungen gab es 2019 in keiner Gemeinde.  

IHK fordert stabile Hebesätze  

Der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz ist in Mainfranken um einen Punkt auf 343 Punkte gestiegen. Er bewegt sich zwischen 328 Punkten (Landkreis Haßberge) und 356 Punkten (Landkreis Bad Kissingen). Deutlich darüber liegen die kreisfreien Städte Würzburg (420 Punkte) und Schweinfurt (370 Punkte), deren Hebesätze jedoch stabil geblieben sind. Der durchschnittliche Hebesatz der Grundsteuer B ist gegenüber dem Vorjahr um zwei Punkte auf 342 Punkten gestiegen.   Die Hebesätze der Realsteuern legen die Kommunen selbst fest. „Diese können somit direkten Einfluss auf die Attraktivität ihres Standortes für Unternehmen nehme.“, betont Jacek Braminski, Referent Recht und Steuern bei der IHK. „Stabile Hebesätze unterstützen die lokale Wirtschaft.  Wir appellieren daher an die Kommunen, trotz der pandemiebedingten Mindereinnahmen die Planbarkeit der Einnahmen durch stabile Hebesätze an die Unternehmen vor Ort weiter zu geben und so den Wirtschaftsstandort Mainfranken weiterhin attraktiv zu halten.“  

Die Broschüre „Realsteuererhebung 2020“ sowie ein Tabellenteil mit Datenmaterial der Erhebung stehen auf der Homepage der IHK unter www.wuerzburg.ihk.de/realsteuern zum Download bereit.

Information:
Jacek Braminski
Tel. 0931 4194-242
E-Mail: jacek.braminski@ wuerzburg.ihk.de