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15.10.2019 - 11:29 Uhr

Unternehmensnachfolgetag in Schweinfurt

Generationenwechsel im Mittelstand

Die Unternehmensnachfolge gehört zu den größten Herausforderungen im Mittelstand.

Der demographische Wandel und ein abnehmendes Gründungsinteresse führen dazu, dass immer weniger Betriebsübergeber in der Lage sind, adäquate Nachfolger zu finden. Grund genug für die IHK Würzburg-Schweinfurt sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt, zu einer Unternehmensnachfolgtagung in das Konferenzzentrum Maininsel zu laden.

Risiko für den Standort Schweinfurt

Nach Eröffnung der Tagung durch den stellvertretenden Landrat Peter Seifert machte Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung, vor rund 70 Gästen deutlich, wie groß die Herausforderungen für die Region bei der Unternehmensnachfolge sind. „Wir sehen in Stadt und Landkreis Schweinfurt in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Rückgang beim Gründungswachstum, in der Stadt zuletzt sogar eine Schrumpfung des Gewerbebestandes. Auf der anderen Seite zeigen unsere Daten, dass in den kommenden Jahren ein massiver altersbedingter Schwund an Unternehmen einsetzen wird.“ Für den Landkreis Schweinfurt geht eine IHK-Analyse von einem Rückgang potenzieller Unternehmer um 9 Prozent, für die Stadt Schweinfurt von immerhin 7 Prozent aus. Dies führe laut Genders dazu, dass die erfolgreiche mittelständische Struktur in Gefahr gerate.

Frühzeitig planen und offen kommunizieren

We die Unternehmensnachfolge richtig angegangen wird, erklärte anschließend Rüdiger Pickel, Steuerberater und Partner bei Pickel & Partner Wirtschaftsprüfer Steuerberater und Rechtsanwälte. Er betonte insbesondere zwei wesentliche Aspekte: „Gehen Sie die Betriebsübergabe frühzeitig an und kommunizieren sie offen und objektiv.“ Gerade bei familieninternen Nachfolgelösungen komme es darauf an, von Beginn an ehrlich in die Prozesse einzusteigen und das Loslassen zu lernen. Nur so könne man die frischen Ideen der Jungen mit dem Wissen der Erfahrenen erfolgreich zum Wohle des Unternehmens nutzen.

Nachfolge erfolgreich meistern

Im Anschluss an die Impulsvorträge diskutierten Dr. Lilian Graser, CLG Chemisches Labor Dr. Graser, Berthold Stahl, Vorstandsmitglied der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, Caroline Trips, Geschäftsführerin Trips GmbH und IHK-Vizepräsidentin, sowie Kai Vedder, Translog Transport + Logistik GmbH, über die Herausforderungen rund um die Betriebsübergabe. Die Teilnehmer waren sich dahingehend einig, dass bei einer familieninternen Nachfolgelösung Druck auf die nachfolgende Generation stets der falsche Ansatz sei. Vedder betonte, den Nachwuchs frühzeitig in den Betrieb reinschnuppern zu lassen. Graser bekräftigte dabei insbesondere die Ehrlichkeit in der Kommunikation, zu der auch eine gesunde Diskussionskultur gehöre. IHK-Vizepräsidentin Trips, die aufgrund eines Schicksalsschlags quasi über Nacht zur Unternehmerin wurde, appellierte an alle Unternehmer, sich stets auf das Unerwartbare vorzubereiten. „Es ist die Pflicht eines jeden Unternehmers, alles Eventualitäten mit Blick auf eine Risikovorsorge zu regeln, um auf eine plötzliche Nachfolgesituation aufgrund von Krankheit oder Tod vorbereitet zu sein.“

Information:
Dr. Sascha Genders
Tel.: 0931 4194-373
E-Mail: sascha.genders@ wuerzburg.ihk.de