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15.05.2017 - 14:32 Uhr

Umbruch in der Finanzbranche

Finanzplatz Mainfranken: Quo vadis?

Würzburg – Rund 50 Teilnehmer haben sich anlässlich der Veranstaltung „Finanzplatz Mainfranken: Quo vadis?“ im TGZ Würzburg über die Zukunft der Kreditwirtschaft und die Auswirkungen der Veränderungen in der Bankenlandschaft für Unternehmen in Mainfranken informiert. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der IHK Würzburg-Schweinfurt sowie von der KfW Bankengruppe organisiert.

„Niedrigzins, Digitalisierung und Regulierung sind drei große Herausforderungen für die Banken, die sich auch auf viele regionale Unternehmen auswirken.“, so Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung. So stagniere die Investitionsbereitschaft der Unternehmen trotz positiver konjunktureller Lage. Anders als große Betriebe berichten insbesondere kleine und mittlere Betriebe über Schwierigkeiten, Finanzierungen zu bekommen. „Aber gerade Existenzgründer und Nachfolger brauchen ein positives Finanzierungsumfeld, um die breite Palette an Finanzierungsarten, von klassischer Kreditfinanzierung bis zu Crowdfunding nutzen zu können.“, so Dr. Genders.  

Baseler Schatten und KMU-Finanzierung  

Dr. Christian Fahrholz, Leiter des Referats Geld und Währung, Unternehmensfinanzierung, Unternehmenssicherung, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e. V., informierte über die Herausforderungen für die Bankenbranche durch neue Regulierungen. Von der Erweiterung des Baseler Rahmenwerkes hin zu Basel IV, verschärften Richtlinien auf europäischer Ebene und neuen technischen Standards der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) oder nationalen Gesetze, Verordnungen und Verlautbarungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): die Aufgaben der Banken werden mehr. „Überbordende Regulierung zum Beispiel durch Meldepflichten von Kundendaten führt zu höheren Fixkosten. Davon sind  insbesondere kleine Institute und regionale Banken überproportional betroffen.“, so Dr. Fahrholz. Kleine Banken bräuchten mehr Spielräume, um Investitionsmöglichkeiten für die kreditgebende Wirtschaft zu gewährleisten.   Für einen stabilen Finanzplatz spielen öffentliche Förderungen für Betriebe eine wichtige Rolle, das zeigte Markus Merzbach, Abteilungsdirektor der KfW Bankengruppe Berlin, in seinem Vortrag „Mittel und Wege der Finanzierung von KMU über die KfW“. Die KfW verstehe sich als Partner der Geschäftsbanken, die wiederum die regionale Wirtschaft vor Ort unterstützen.  

Von Konkurrenz und traditionellen Werten  

Professor Dr. Harald J. Bolsinger, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, eröffnete die Podiumsrunde zum Thema „Die Zukunft der Banken – Von neuer Konkurrenz und traditionellen Werten“. Laut dem Wirtschaftsethiker sei die Regulierung nicht so gravierend, wie sie oft kommuniziert würde: „Sie als Hausbank sind in der Fläche präsent, haben eine starke Marke, Tradition, Werte und eine Banklizenz. Diese Stärken kann Ihnen niemand nehmen.“, so Professor Bolsinger. Die Veränderungen durch die Digitalisierung sollten Kreditinstitute vielmehr als Chancen nutzen, um ihre Infrastrukturen zu optimieren und sich den Marktveränderungen zu stellen.  

Deutsches Bankensystem als Stabilitätsgarant  

Einig war sich die Runde der Diskutanten, der neben Dr. Fahrholz und Merzbach auch Jens Rauch, Vorstandsmitglied Sparkasse Mainfranken Würzburg, und Alexander Amend, CFO René Lezard Mode GmbH, Schwarzach, angehörten, dass nicht zuletzt das dreigliedrige deutsche Bankensystem aus Privatbanken, Genossenschaftsbanken und öffentlich-rechtlichen Sparkassen wesentlicher Erfolgsgarant für die wirtschaftliche Stärke der Unternehmen sei.  

IHK berät in Sachen Finanzierung  

Die IHK berät ihre Mitgliedsunternehmen regelmäßig mit Finanzierungssprechtagen über Möglichkeiten öffentlicher Förderung.

Information:
www.wuerzburg.ihk.de/finanzierung.